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Belinda Bencic: «Es zerreisst mich»

Belinda Bencic verspielt in der dritten Runde von Wimbledon eine 3:0-Führung im dritten Satz und unterliegt der Amerikanerin Alison Riske (WTA 55) mit 6:4, 4:6, 4:6. Es ist die Geschichte einer Niederlage gegen sich selbst.
Simon Häring, Wimbledon
Belinda Bencic übt nach ihrem Wimbledon-Aus Selbstkritik (Bild: Keystone)

Belinda Bencic übt nach ihrem Wimbledon-Aus Selbstkritik (Bild: Keystone)

Nach ihrem starken Halbjahr, in dem sie mit Naomi Osaka zwei Mal die damalige Nummer 1 der Welt bezwungen hatte, ihrem Turniersieg in Dubai und den Halbfinal-Qualifikationen in Indian Wells und Madrid zählte Belinda Bencic in Wimbledon zum Kreis der Favoriten. «Ich fühle mich bereit für einen Grand-Slam-Sieg», hatte sie vor dem Turnier zu dieser Zeitung gesagt. Zur schwierigen Auslosung sagte Bencic: «Ich sehe es eher so, dass ich für die anderen das harte Los.» Oder: «Willst du ein Turnier gewinnen, musst du sowieso jede schlagen.» Selten zuvor hat sich die 22-Jährige im Vorfeld dermassen selbstbewusst gezeigt.

Bencic liess dem Taten folgen. Mit Anastasia Pavlyuchenkova und Kaia Kanepi bezwang sie zwei frühere Top-20-Spielerinnen souverän. Doch in der dritten Runde scheiterte sie nun an der Amerikanerin Alison Riske (WTA 55). Beim 6:4, 4:6, 4:6 führte sie im dritten Satz schon mit 3:0 und 40:0, gab dann aber fünf Games in Folge ab und den Sieg noch aus der Hand. «Ich hatte es in den Händen, den ganzen Match hindurch geführt. Ich kann mir etwas vorwerfen», sagte die 22-Jährige, die danach von der bittersten Niederlage des Jahres sprach. «Ich kann es nicht beschreiben. Es tut extrem weh im Moment. Es zerreisst mich.»

Die Emotionen – sie müssen raus

Vor dem Turnier hatte Bencic zu dieser Zeitung gesagt, sie fühle sich bereit für einen Grand-Slam-Sieg. Nun scheiterte sie nicht nur an einer starken Gegnerin, sondern vor allem an sich selbst. Sie schimpfte, sie haderte, manchmal quittierte sie ihre Fehler oder Punkte der Gegnerin mit einem zynischen Lächeln. «Ich hatte mir so sehr vorgenommen, das in den Griff zu bekommen.» Doch das sei ihr nicht gelungen. «Ich bin enttäuscht von mir. Das nervt mich am meisten.» Einerseits brauche sie die Emotionen als Antrieb, andererseits stehe sie sich damit selber im Weg. «Es ist schwer für mich, das in mir drin zu behalten. Das macht mich krank und muss raus.» Sie müsse die richtige Balance noch finden.

Sie werde noch einige Tage brauchen, um diese Niederlage zu verdauen, sagte Bencic. Danach mache sie zehn Tage Ferien, ehe sie sich auf die Hartplatzturniere in Nordamerika (Washington, Toronto, Cincinnati und US Open) vorbereite. Aus sportlicher Sicht könne sie sich keine grossen Vorwürfe machen. Und so ist das Ausscheiden in Wimbledon eher die Geschichte eines Scheiterns an sich selbst als an der Gegnerin. Bencic sagt: «Ich muss das in den Griff bekommen.» Vielleicht ruft sie sich die Worte in Erinnerung, die Roger Federer ihr mit auf den Weg gegeben hat. «Er sagte zu mir: ‹Wenn du älter wirst, legt sich das.› Roger ist viel entspannter. Das ist auch mein Ziel – diese Gelassenheit.» Der Weg dorthin ist noch lang. Aber Belinda Bencic ist ja auch erst 22 Jahre alt.

Wichtiger Ratgeber für Belinda Bencic: Roger Federer (Bild: EPA)

Wichtiger Ratgeber für Belinda Bencic: Roger Federer (Bild: EPA)

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