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Kommentar

Beim SC Kriens gibt es nichts zu kritisieren

Kriens beendet das erste Jahr nach dem Aufstieg in die Challenge League auf Rang 8. Es war eine Saison mit Auf und Abs.
Turi Bucher

Der SC Kriens hat es gut gemacht. Keiner hat eine Pirouette verlangt, keiner einen Rang in der ersten Tabellenhälfte gefordert. Es ging in diesem superschwierigen Fussballjahr immer nur um eines: um Rang 9, um den Ligaerhalt, um den Verbleib in der Challenge League.

Es war eine Krienser Saison der Auf und Abs, der Hochs und Tiefs, eine Krienser Saison, wie sie zu erwarten gewesen war. Die zahlreichen Unentschieden in der Vorrunde, die kleine Siegesserie in der Rückrunde, der überraschende Comeback-Punkt in Aarau – das alles hat dazu beigetragen, dass der Verein bleibt, wo er ist: Er ist Challenge League! Es ist – das lässt sich auch nach den zwei Niederlagen ganz zuletzt sagen – eine Saison mit Happy End.

Beim SCK hat man dieses harte Jahr gemeinsam angepackt, bewältigt und gemeistert. Klar, im Fokus standen und stehen Topstürmer Nico Siegrist, der Torschützenkönig der Challenge League ist, oder Trainer Bruno Berner, dessen Verpflichtung beziehungsweise Arbeit in Kriens eine einzige Erfolgsgeschichte ist. In Kriens hat indes die ganze SCK-Familie, vom Wurstverkäufer über den Materialwart bis hinauf zum Präsidenten, in diesen Monaten die Herausforderung angenommen und Bereitschaft gezeigt zu lernen, vorwärts zu kommen. Das Resultat ist vielleicht ein kleines Schrittchen im Schweizer Fussball, aber ein riesengrosser Schritt für den SC Kriens.

Achtung: Bereits in zwei Monaten geht die nächste Saison los. Der SC Kriens verfügt nicht über dieselben finanziellen Mittel wie Chiasso oder Schaffhausen. Lausanne-Ouchy kommt wie vor einem Jahr Kriens selber mit viel Aufstiegselan hoch. Diese Gegner werden für Kriens zu einem granitharten Prüfstein, denn eigentlich gilt es für den SCK dann erneut, einen einzigen Widersacher hinter sich zu lassen. Die Pirouette wird abermals nicht im Krienser Pflichtenheft stehen. Stattdessen der Spagat, das akrobatische Hin- und Her zwischen Amateur- und Profifussball. Es braucht auf dem Krienser Kunstrasen eine leidenschaftliche und trotzdem solide Bodenübung, damit die neue Saison nicht zum verflixten zweiten Jahr nach dem Aufstieg wird.

Der SC Kriens will und soll sein Amateur-Image nicht verlieren, der Präsident Werner Baumgartner hat aber für punktuelle Anpassungen in Richtung Profifussball ein offenes Ohr. Es betrifft dies Verbesserungen im Bereich der Trainingszeiten und der Spielersaläre. Attraktivere Transfers, weniger Unentschieden und dafür mehr Tore und Siege, eine bessere Rangierung als diese Saison sowieso – es gibt so viel zu fordern und zu verlangen. Aber in diesem Moment: Nein, es gibt nichts zu kritisieren – bravo, SCK!

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