BEHINDERTENSPORT: Der Rest der Welt gegen Marcel Hug

Der Thurgauer Rollstuhlsportler Marcel Hug verbessert in Arbon seinen Weltrekord über 10000 Meter sowie die europäische Bestleistung über 5000 Meter.

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Marcel Hug verpasste den Sieg über 5000 Meter. (Bild: Urs Huwyler)

Marcel Hug verpasste den Sieg über 5000 Meter. (Bild: Urs Huwyler)

Bei «Weltklasse am See» im ­Arboner Stacherholz jagte ein Höhepunkt den nächsten. Insgesamt gab es 20 Weltrekorde und 21 Europarekorde. Fast im Stundentakt schrieben die weltbesten Rollstuhlathleten aus 30 Nationen Schlagzeilen. Trotzdem gab es herausragende Rennen. Als dominierende Figur mittendrin war der zweifache Paralympics-Sieger Marcel Hug aus Pfyn.

Von internationaler Konkurrenz gefordert

Über 10000 Meter wurde er als bisheriger Weltrekordhalter vom erst 18-jährigen US-Talent Daniel Romanchuk bis auf den Zielstrich gefordert. Beide blieben rund fünf Sekunden unter der 2010 auch auf der schnellen Bahn in Arbon aufgestellten Bestmarke.

Bezüglich Taktik überstrahlten die 5000 Meter das Geschehen. Am ersten Tag hatte der Thailänder Rawat Tana auf den zwölfeinhalb Runden den Weltrekord verbessert, Hug den Europarekord. Anlässlich der Schweizer Meisterschaft bekamen die Zuschauer einen Grosskampf auf höchstem Niveau zu sehen. In einem an den Radsport erinnernden Rennen, das an der WM im Juli in London nicht besser besetzt sein wird, beobachteten nach dem Motto «Der Rest der Welt gegen Hug» alle den Schweizer, richteten die Fahr­weise auf ihn aus. Die letzten 100 Meter mussten entscheiden. Beim Überqueren des Zielstrichs war nicht klar, handelte es sich bei den Gesten des Pfyners um Freude oder Ärger. «Ich habe mich geärgert», sagte Hug später. Tana gewann erneut mit Weltrekord, Hug stellte «nur» eine neue europäische Bestmarke auf. Er bekam einen weiteren Eindruck, was an der WM abgehen wird.

Athleten fühlen sich wohl bei «Weltklasse am See»

Zwei Europarekorde in Arbon (400 m/1500 m) gingen zudem auf das Konto der Krienserin Manuela Schär. Ansonsten blieben die Schweizer bei «Weltklasse am See» ohne den grossen Exploit. Lob gab es für die Organisatoren. So sei der Anlass in Arbon das bestbesetzte Meeting überhaupt, die Bedingungen ideal, die Stimmung gut und die Atmosphäre fast schon familiär, wie es von zahlreichen Athleten hiess.

Urs Huwyler

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