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Hüberli/Betschart fühlen sich als Aussenseiter besonders wohl

Das Beachvolley-Duo Tanja Hüberli und Nina Betschart sträubt sich nach dem vierten WM-Rang gegen eine hohe Erwartungshaltung.
Raphael Gutzwiller aus Gstaad
Fokus auf den Ball: Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli. (Bild: David Hecker/EPA (Hamburg, 6. Juli 2019))

Fokus auf den Ball: Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli. (Bild: David Hecker/EPA (Hamburg, 6. Juli 2019))

Derzeit ist bei Nina Betschart, 23, und Tanja Hüberli, 26, vieles anders als gewohnt. Nach ihrem sensationellen vierten WM-Rang sitzen die beiden Beach-Volleyballerinnen in Gstaad in einem Nobelhotel vor einer stattlichen Anzahl Journalisten. Es ist die erste eigene Medienkonferenz des Duos überhaupt. So ganz wohl fühlen sie sich nicht. Wenn ein Journalist eine Frage stellt, schauen sie sich an, lachen, ehe eine antwortet. Lieber würden sich beide aus der Verantwortung nehmen.

Es ist ein grosser Kontrast zu ihrem Spiel, wo die Positionen klar bezogen sind. Die 1,90-m-Frau Hüberli aus Reichenburg ist am Netz, die 15 Zentimeter kleinere Betschart aus Steinhausen dahinter. In jener Rollenverteilung sorgte das Duo in Hamburg fast für eine Sensation, nun gelten sie am Heimturnier in Gstaad als Schweizer Hoffnungsträgerinnen. Eine Rolle, die sie nicht so mögen: «Wir fühlen uns in der Aussenseiterrolle wohl. Der 4. Rang war ein Ausreisser nach oben», so Hüberli. Ein Ausreisser, den beide als Erfolg einordnen, nur kurz haben sie der verpassten Medaille nachgetrauert.

Bei Grossanlässen besonders gut

Spätestens in den Einzelgesprächen kann man sich gut vorstellen, weshalb sich Nina Betschart und Tanja Hüberli in Hamburg so beliebt machten, dass das deutsche Heimpublikum «Hopp Schwiiz» anstimmte. Sie wirken sympathisch, lachen viel, machen Scherze und verströmen gute Laune. Sie erzählen von den vielen Nachrichten, die sie nach der WM bekommen haben. Sie sagen aber auch, dass sich dadurch wenig geändert hat. «Wir sind immer noch gleich chaotisch, alles ist also beim Alten», meint Hüberli lachend. Sie verliert immer etwas, dafür ist sie überpünktlich am Termin, Betschart kommt gerade noch rechtzeitig auf die Minute.

Vor einem Jahr gab es für Tanja Hüberli (links) und Nina Betschart EM-Silber. (Bild: Roland Speijer (The Hague, 21. Juli 2018))

Vor einem Jahr gab es für Tanja Hüberli (links) und Nina Betschart EM-Silber. (Bild: Roland Speijer (The Hague, 21. Juli 2018))

Mit den starken WM-Leistungen bestätigen Hüberli/Betschart die EM-Silbermedaille im Vorjahr. An Grossanlässen ist das Duo immer besonders gut. «Warum das so ist, wissen wir nicht», sagt Betschart. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio kann dies aber wichtig sein:

«Wir wissen, dass wir unsere besten Leistungen zeigen können, wenn es darauf ankommt.»

Beide erwähnen Psychologe Lothar Linz, der an wichtigen Wettkämpfen mit dabei ist und das Duo offensichtlich optimal einstellt. «Er hat sicher einen Anteil daran. Dank ihm können wir besser mit der Nervosität umgehen», sagt Hüberli. Nach den WM-Leistungen gilt das Duo derzeit als Schweizer Nummer 1 vor Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré.

Seit 2016 sind die beiden Innerschweizerinnen ein Duo. Betschart war damals der Neuling, Hüberli die Erfahrenere. Sie hatte zuvor bereits mit Tanja Goricanec auf der Tour gespielt. «Inzwischen spielt dieser Erfahrungsunterschied aber keine Rolle mehr», sagt Hüberli. Sie bezeichnen sich als Freundinnen und verstehen sich gut. «Wir haben grossen Spass zusammen. Wir lachen viel», sagt Betschart.

Wintersportler als Freunde

Beide sind auch privat in den öffentlichen Fokus gerückt. Nina Betschart ist seit sechs Jahren mit dem Eishockeyaner Damien Brunner (EHC Biel) liiert, Tanja Hüberli seit einigen Monaten mit Skifahrer Ramon Zenhäusern. Darüber sprechen möchten sie nicht: «Ach, lass uns doch über Sport sprechen», sagt Betschart. Immerhin lässt sich entlocken, dass es einfacher ist, wenn der Partner ein Wintersportler ist und demnach im Sommer als Unterstützung zur Seite stehen kann.

Im Fokus steht ab heute das Turnier in Gstaad. Hüberli sagt:

«Es ist das beste Turnier für uns, um diese turbulente WM abhaken zu können.»

Mit einem starken Auftritt würde das Duo erneut in den Fokus rücken.

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