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BASKETBALL: Wohin des Weges?

Heute Nacht startet die NBA in ihre 69. Saison. Gegensätzlicher könnten die Perspektiven der zwei Schweizer Clint Capela und Thabo Sefolosha nicht sein.
Simon Scheidegger (sda)
Für Thabo Sefolosha wird es mit Utah schwierig. (Bild: Andrew D. Bernstein/Getty (Los Angeles, 10. Oktober 2017))

Für Thabo Sefolosha wird es mit Utah schwierig. (Bild: Andrew D. Bernstein/Getty (Los Angeles, 10. Oktober 2017))

Simon Scheidegger (SDA)

Einen schwereren Auftaktgegner hätten die Houston Rockets nicht zugeteilt bekommen können. Die Texaner treffen zum Auftakt der Saison auf den Titelverteidiger und erneut haushohen Favoriten Golden State Warriors. Für die Rockets, welche die letzte Saison hinter dem Team aus Oakland und den San Antonio Spurs als Dritte abschlossen und in den Playoffs im Halbfinal der Western Conference scheiterten, steht also gleich zu Beginn die ultimative Prüfung auf dem Programm.

Auch wenn es das erste von insgesamt 82 Spielen in der Qualifikation ist, dürfte die Affiche ein Indikator dafür sein, ob die Rockets die einschneidenden Veränderungen im Kader näher an die Warriors gebracht haben. Denn neben James Harden hat Houston nun mit Chris Paul einen zweiten Point Guard von Weltklasseniveau. Dessen Verpflichtung hatte allerdings einen hohen Preis. Gleich sieben Spieler mussten die Texaner den Los Angeles Clippers im Tausch für Paul abgeben.

Capela hat mit Paul einen neuen Mentor

Geblieben aber ist der Schweizer Clint Capela, und die Chancen stehen gut, dass seine vierte Saison in der NBA die bisher beste werden wird. Schon im Vorjahr verzeichnete der Genfer in etlichen Statistiken Karrierebestwerte. Seine Wurfquote von 64,3 Prozent war gar die drittbeste in der gesamten Liga. Orchestriert von zwei der besten Spielmachern der Welt dürfte die Rockets-Offensive in diesem Jahr noch produktiver werden und Capela mehr Möglichkeiten erhalten, sein Blockspiel zu entfalten und unter dem Korb zu brillieren.

Als Ende Juni der Wechsel Pauls bekannt wurde, veröffentlichte der 23-jährige Capela ein Foto von sich auf Twitter mit der Botschaft «More Lobs»; der Schweizer weiss, dass sich seine Chancen durch die Ankunft von Paul nicht verringert haben, zu einem der dominantesten Center der Liga zu werden und sich einen lukrativen neuen Vertrag zu sichern. Zumal der 32-Jährige als ausgezeichneter Mentor gilt, der schon einigen jungen Centern zum endgültigen Durchbruch verholfen hat. «Ich freue mich, mit Clint zusammenzuspielen. Er ist so authentisch und macht alles dafür, Erfolg zu haben», sagt Paul. Auch amerikanische Medien trauen dem 2,08 Meter grossen Capela die beste Saison seiner jungen Karriere zu. Auf einer Liste der 100 besten Spieler der Liga des Sportsenders ESPN fungierte Capela auf Position 70, beim Fachmagazin «Sports Illustrated» schaffte er es gar auf den 58. Rang und wurde gepriesen als schnell, athletisch, koordinationsstark und vor allem uneigennützig. Was könnte sich ein Team mehr wünschen?

Sefoloshas exzellenter Ruf

Thabo Sefolosha hat es derweil wenig überraschend nicht in die Top 100 geschafft. Nach drei Jahren bei den Atlanta Hawks nimmt der 33-Jährige bei den Utah Jazz eine neue Herausforderung in Angriff. Das Team aus Salt Lake City befindet sich im Umbruch. Nach dem Abgang einiger Leistungsträger ist nicht damit zu rechnen, dass die Jazz, die zum Saisonauftakt in der Nacht auf Donnerstag die Denver Nuggets empfangen, den Einzug in die Playoffs schaffen werden. Utah ist die vierte NBA-Station des Romands, der seinen mit 10,5 Millionen Dollar dotierten Zweijahresvertrag vorab dem Ruf als starker Verteidiger zu verdanken hat. Um sich jedoch über längere Zeit einen Platz im Team zu sichern, wird Sefolosha auch offensiv Akzente setzen müssen – etwas, das noch nie seine Stärke war.

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