Basels zweiter Start geglückt

Als Leader in die siebte Runde der Super League gegangen, kassiert der FC Thun in Basel die erste Niederlage in der diesjährigen Meisterschaft. Der zuvor enttäuschende Titelhalter lanciert dagegen mit dem 2:1-Erfolg seine Saison neu.

Thomas Werner/Basel
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Der Basler Alex Frei überzeugt gegen Thun mit einem Tor und einem Assist. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Der Basler Alex Frei überzeugt gegen Thun mit einem Tor und einem Assist. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Fussball. Als Nummern eins und acht gingen die Kontrahenten im St.-Jakob-Park ins Spiel. Aber nicht der Meister und Gastgeber nahm die bessere Position ein. Nach dem schwächsten Saisonstart der vergangenen zehn Jahre war die Begegnung gegen Thun von Basels Trainer Thorsten Fink als zweiter Saisonstart ausgegeben worden. Zwar zollte er dem Gegner den nötigen Respekt, aber Thun zähle für ihn nicht zu den Mitfavoriten, sagte Fink vor dem Spiel, «das werden sie im Laufe der Saison noch merken».

Die Berner Oberländer zeigten aber auch in Basel, dass ihre bisherigen Erfolge kein Zufall waren. Etwas mehr als ein Jahr nach der Rückkehr in die Super League überzeugen die Thuner mit ihrem einfachen und zielstrebigen Spiel. So stand Mauro Lustrinelli bereits nach 13 Sekunden in bester Abschlussposition vor Basels Goalie Yann Sommer, allerdings in Offsideposition. Im folgenden Angriff konnte er von Basels Abwehr erst im letzten Moment am Abschluss gehindert werden. Auch in der Folge nützte die Mannschaft von Bernard Challandes jede sich bietende Gelegenheit, Richtung Sommer zu stürmen. In Verlegenheit bringen konnten sie diesen aber zu selten.

Auch wenn die Zusatzbelastung durch Einsätze im Playoff zur Europa League deutliche Spuren hinterlassen hatte, blieben die Thuner für Basels Abwehr bis zum Schlusspfiff unberechenbar. So kam etwa der Lohn für die Gäste in der 69. Minute wie aus dem Nichts. Lustrinelli traf per Kopf und via Latte.

Frühe Basler Chancen

Auf der anderen Seite zeigten die Basler aber, dass sie das mit dem zweiten Saisonstart durchaus ernst meinten. Auch in Finks Team hat die Überzeugung Einzug gehalten, dass der direkte und schnelle Weg zum gegnerischen Tor den grössten Erfolg verspricht. In der 13. Minute passte der steil eingesetzte Marco Streller quer zu Alex Frei, und Basel führte 1:0. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte es allerdings schon 2:0 stehen können. Alex Frei, Fabian Frei und Marco Streller verpassten beste Gelegenheiten zur Führung. Und Sekunden nach dem 1:0 sprang Streller – allein auf dem Weg Richtung Thuner Tor – der Ball vom Fuss.

Fortschritte zeigten die Basler gegenüber den vorangegangenen Auftritten im kämpferischen Bereich. Zuletzt hatten sie zu ängstlich gespielt, so Fink, «ich habe auch nicht gewusst, warum». Aber diesmal sei seine Mannschaft bereit gewesen. Dies war für Basels Trainer aber keine Überraschung: «Meine Mannschaft weiss, wann sie gewinnen muss.»

Mit Verlegenheits-Mittelfeld

Aber auch im Spielaufbau zeigten sich die Basler gegenüber den vorangegangenen Spielen verbessert – und dies quasi mit einem Verlegenheits-Mittelfeld. Fabian Frei – er erzielte kurz nach der Pause per Kopf das 2:0 –, Cabral und Pascal Schürpf liessen zwar die fehlenden Gilles Yapi, Benjamin Huggel und Valentin Stocker nicht vergessen, sie zeigten aber, dass der Trainer auf sie zählen kann. Dies ist mit Blick auf den September und die anstehende Gruppenphase der Champions von grosser Bedeutung.

Ungenügend war auf Seite der Basler die Effizienz im Abschluss. Dies hätte ihnen am Ende fast noch den Sieg gekostet. In der Nachspielzeit war erneut Lustrinelli für höchste Gefahr vor Sommer verantwortlich. So hatte Challandes am Ende ein «komisches Gefühl». Natürlich habe Basel den Sieg verdient, allein wegen des deutlichen Chancenplus. «Aber am Ende lag für uns ein 2:2 drin, so ist Fussball.» Aber dieser FC Thun ist auch künftig noch für viele Punkte gut.

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