FC Basel

Wer wird Bernhard Burgeners starker Mann?

Der designierte FCB-Präsident Bernhard Burgener will die Marke FCB noch grösser machen. Dazu plant der Medienunternehmer die Einsetzung eines CEO.

Céline Feller
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Trotz immenser Machtfülle, die er beim FCB haben wird, will Bernhard Burgener im Hintergrund bleiben.

Trotz immenser Machtfülle, die er beim FCB haben wird, will Bernhard Burgener im Hintergrund bleiben.

Thorsten Jochim / VISUM

Sein Name ist in Basel den wenigsten ein Begriff. Zumindest bis zur Nacht vom 18. auf den 19. Februar, als bekannt wird, das Bernhard Burgener der neue Präsident des FC Basel werden könnte. Er scheint ein Unbekannter zu sein. Und das, obwohl der 59-Jährige millionenschwer ist, als Medienunternehmer an Erfolgsfilmen wie «Fack ju Göhte» und «Das Parfum» beteiligt ist sowie mit der Team Marketing die Rechte der Champions League und der Europa League vermarktet und deren Wert um das x-fache gesteigert hat. Burgener hielt sich dabei immer im Schatten. Er sei öffentlichkeitsscheu, sagen die, die ihn kennen. Er selber formulierte es gegenüber der «Nordwestschweiz» in seinem ersten Interview nach Bekanntwerden seiner Pläne so: «Ich habe in meiner Funktion und in meiner Laufbahn einige Marken gross gemacht und es immer geschafft, dass das Produkt im Vordergrund stand.»

Installation eines CEO

Mit dem FC Basel will er die nächste Marke gross – oder vielmehr noch grösser – machen. Die erste Hürde hat er genommen. Zusammen mit Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni präsentierte er am Donnerstagabend bis in die späten Stunden einem Gremium sein Konzept, mit dem er den FCB führen will. Das Gremium befand es als gut, nun liegt es an den Mitgliedern des FC Basel, am 7. April an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Projekt anzunehmen oder abzulehnen. Ohne, dass sie bislang wirklich viel darüber wissen. Die bz machte bekannt, dass Burgener (als Präsident) und Streller (als Sportdirektor) wieder vermehrt auf Basler setzen wollen. Sie wollen Nachwuchsspielern wieder mehr Chancen geben, ins Ausland oder zu anderen Schweizer Vereinen abgewanderte Heimweh-Basler wieder zurückholen. Mehr war bislang nicht bekannt. Wer soll zurückgeholt werden? Wie sehen die Details aus? Und wie will Burgener seine Rolle als Präsident verkörpern?

Wie Recherchen der «Schweiz am Wochenende» zeigen, wird er dies anders tun als Noch-FCB-Präsident Bernhard Heusler. Dieser ist im Tagesgeschäft sehr präsent und führt den Verein aktiv mit Sportdirektor Georg Heitz. Sie sind die Gesichter des Vereins. Die Aushängeschilder. Burgener plant anders. Er würde zwar – wie das Heusler 2012 von Gigi Oeri tat – die rund 90 Prozent der Aktien an der FCB-Holding alleine übernehmen und damit eine immense Machtfülle erlangen – selber aber im Schatten bleiben. Sein Plan: Einen CEO einzusetzen. Jemanden also, der das Tagesgeschäft betreut und Burgener die Freiheit lässt, im Hintergrund zu wirken.

Einer, der loslässt

Es ist nicht das erste Mal, dass Burgener seine Geschäfte nach diesem Modell aufziehen würde. Dass man seinen Namen kaum kannte, hat damit zu tun, dass er immer jemanden hatte, der in der Öffentlichkeit präsent ist. Bei der Produktion von «Das Parfum» beispielsweise, die Burgener zusammen mit seiner engen Freundin und Ex-FCB-Präsidentin Gigi Oeri verwirklicht hat, stand Regisseur Bernd Eichinger im Rampenlicht. Sein Name wird mit der Verfilmung des Romans von Patrick Süskind in Verbindung gebracht, nicht jener Burgeners. Und bei der Constantin Medien AG verfolgte er das gleiche Prinzip. Bis er dort Ende 2015 als Vorstand seinen Hut nehmen musste, war er Grossaktionär. Im Rampenlicht stand aber auch dort mit Fred Kogel ein anderer. Dass er überzeugt ist, dass er sich auch beim FC Basel im Hintergrund, fern der Öffentlichkeit würde halten können, betonte er schon mehrfach. Darauf angesprochen sagte er letzten Monat sehr bestimmt zur bz: «Ja, ich glaube, dass das funktioniert.» Und gegenüber «OnlineReports» bezeichnete er sich erst diese Woche als einer, «der auch loslässt».

Wer dann beim FCB für ihn vor die Kameras treten soll und muss, darüber kann zurzeit nur spekuliert werden. Der FC Basel liess gestern in seinem Communiqué ausrichten, dass sich weder die Exponenten des Vereins noch die an der Beschlussfassung am Donnerstag anwesenden Personen bis zur ausserordentlichen Mitgliederversammlung äussern werden. Eine mögliche Personalie wäre aber Martin Blaser. Seit der FCB ihn 2013 als Direktor Marketing, Verkauf & Business engagiert hat, wurde der Verein Schritt für Schritt mehr zu einer Marke. Passen würde er also.