Leichtathletik
Wenn Alex Wilson die Erfahrung repräsentiert

Die Basler Sportler sind an der Team-EM von diesem Wochenende in Heraklion (Gr) erfreulich stark vertreten.

Jörg Greb
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Neues Basler Gesicht: Mittelstreckenläuferin Molly Renfer (vorne).

Neues Basler Gesicht: Mittelstreckenläuferin Molly Renfer (vorne).

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Im September wird er erst 25, doch bereits nimmt Sprinter Alex Wilson in der Schweizer Equipe an der Team-EM von diesem Wochenende im griechischen Heraklion eine Leaderfunktion ein. Sowohl über 100 m wie über 200 m vertritt der 100-m-Rekordhalter aus Basel die Schweiz, und von seiner Klasse her täte er dies auch in der 4×100-m-Staffel, doch nach dem Eklat an der Staffel-WM im Mai ist er dort freigestellt worden. In Stuttgart unter Sven Rees hat der 100-m-Rekordhalter zu einer überzeugenden Frühform gefunden.

Alleiniger Vertreter der Nordwestschweizer Leichtathletik ist Wilson in diesem Jahr aber nicht. Vielmehr zeigt sich im 45-köpfigen Schweizer Aufgebot, welch erfreuliches Potenzial sich in der Region zeigt. Junge, talentierte Kräfte stossen nach. Salome Lang (Hochsprung), Gregori Ott (Kugelstossen) und Molly Renfer (1500 m) sind ebenso zu Leistungsträgern geworden – und andere wie Marquis Richards (Stabhochsprung) oder Silvan Wicki (200 m, Sprintstaffel) gehörten dem Team ebenfalls an, wären sie nicht erkrankt (Richards) oder verletzt (Wicki).

Salome Lang wird Mitte November erst 18-jährig. Die Hochspringerin ist damit das jüngste Schweizer Teammitglied. Ins kalte Wasser geworfen wird sie damit aber nicht. Internationale Wettkampfluft schnuppern konnte sie bereits vorletzten Sommer an den Europäischen Jugendspielen (EYOF) und letztes Jahr an der Jugend-Olympiade. Mit ihrer bisherigen Bestleistung von 1,83 m gewann sie letztes Jahr den Schweizer-Meister-Titel bei der Elite. In diesem Jahr hat sie bereits 1,80 m übersprungen.

Längst wird der 21-jährige Liestaler Gregori Ott als Schweizer Wurfhoffnung betrachtet. Nach der Matura setzt der Kugelstösser nun voll auf den Sport. Mit der deutschen Trainerkoryphäe Rolf Österreich steht ihm neben Heimtrainerin Ursula Jehle einer der wenigen Spezialisten für die Drehstosstechnik zur Seite. Und Ott startete hervorragend ins Jahr: 18,64 m in der Halle, Schweizer U23-Rekord und erfüllte Limite für die Hallen-EM im vergangenen März in Prag. Krankheitsbedingt musste er für das Grossanlassdebüt aber absagen, und Nachwirkungen (Rückfall, Muskel-, Kraft-, Gewichtsverlust) hat er wochenlang mitgeschleppt. «Der Saisonstart erfolgt für mich so erst jetzt», sagt er und verdeutlicht, dass er in Griechenland «an die Leistungen im Winter anknüpfen will».

Die 21-jährige Mittelstreckenläuferin Molly Renfer trägt einen (noch) wenig geläufigen Namen in der Schweizer Leichtathletik. Mit zwei Faktoren hat dies zu tun. Zum einen lebt sie seit Geburt in Boston, wo sie an der renommierten Harvard University Geschichte studiert. Zum andern hat sie ihres Alters wegen erst wenige Aufgebote erhalten: 2011 für die U20-EM und letztes Jahr ebenfalls für die Team-EM. «Jetzt komme ich direkt von unseren Uni-Vergleichswettkämpfen in Grossbritannien angereist und hoffe, meinen guten Formstand unter Beweis zu stellen», sagt sie.

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