Badminton

Weltelite trifft sich an den Swiss Open - kommt auch die WM 2019 nach Basel?

Einen Monat vor den Swiss Open steht fest, dass ein schöner Teil der Badminton Weltelite in Basel an den Start gehen wird. Insgesamt haben sich 350 Badminton-Cracks aus 36 Nationen angemeldet.

Jordi Küng
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Lin Dan, von vielen als bester Badminton-Spieler aller Zeiten gehandelt, wird an den Swiss Open dabei sein.

Lin Dan, von vielen als bester Badminton-Spieler aller Zeiten gehandelt, wird an den Swiss Open dabei sein.

Keystone

«Wir wurden von Anmeldungen förmlich überschwemmt. Teils gibt es sogar Wartelis­ten.» Der dies sagt, ist Charles Keller und er hat in seinen 27 Jahren als Turnierdirek­tor und Verantwortlicher für den Wettkampfbetrieb der Yonex SwissOpen schon vieles erlebt. Dass die Weltklasse und die «Youngsters» sich in Basel ein Stelldichein geben, kommt nicht von ungefähr.

Denn für viele Top-Spieler ist es von absoluter Bedeutung, Punkte für die WM in Glasgow zu sammeln oder um das aktuelle Ranking, im Hinblick auf weitere Grand-Prix-Turniere, zu verbessern. Und seit Jahrzehnten hat sich in der Badminton-Szene herumgesprochen, dass das Turnier am Rheinknie nicht nur sport­lich top ist, sondern vom ganzen Ablauf her zum Besten gehört, was dieser Sport zu bieten hat.

Und Basel ist auch immer wieder ein ideales Sprungbrett für «Youngsters», die in der St. Jakobshalle erstmals im weltweiten Fokus stellen. Und vielen von diesen Talenten ist später auch der Sprung in die Top Ten gelungen.

Lin Dan und Saina Nehwal als Aushängeschild

Im Herreneinzel wird mit Lin Dan (CHN, Nr. 6 der Welt) ein Mann zu bewundern sein, der in seiner langen Laufbahn über ein einzigartiges Palmarès verfügt. Dieser charismatische Chinese ist zweifacher Olympiasieger, fünffacher Weltmeister und gewann sechs Mal die «All Eng­land».

Im Alter von 28 Jahre schaffte der Asiate mit dem Gewinn aller grossen Turniere als erster und bis dato einziger Spieler überhaupt den sogenannten «Super Grand Slam»: Olympische Spiele, Weltmeisterschaft, All England, Thomas Cup, Sudirman Cup, World Cup, BWF World Superseries Finals, Asien-Spiel und die asiatischen Meister­schaften.

Saina Nehwal aus Indien ist der grosse Name in der Damenanmeldeliste.

Saina Nehwal aus Indien ist der grosse Name in der Damenanmeldeliste.

Keystone

Von vielen Experten wird er als bester Spieler aller Zeiten bezeichnet. Man tut Roger Federer nicht Unrecht, wenn man Lin Dan bezüglich Palmarès und Popularität (zumindest in Asien) auf die gleiche Stufe wie den Schweizer Tennis-Maestro stellt.

Im Dameneinzel führt Publikumsliebling Saina Nehwal (IND, Nr. 9 der Welt) die An­meldeliste an. Im Herrendoppel haben sich rund die Hälfte der top-30 angemeldet, und im Mixed-Doppel führt die Nummer 1 der Welt, Zheng/Chen (CHN) die Liste an.

Weltweite TV-Präsenz

Badminton ist in allen asiatischen Ländern der Volkssport schlechthin. Auch wenn immer mehr Europäer in die Dominanz, respektive Phalanx, der Asiaten ein­brechen. Es ist aber kein Geheimnis, dass in den fünf Wettbewerben (Frauen-Einzel und -Doppel, Männer-Einzel und -Doppel sowie Mixed) die asiatischen Shuttle-Virtuosen aus China, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Taiwan und Thailand bei der Ver­gabe des Turniersieges ein gewichtiges Wort mitreden werden.

Das hat zur Folge, dass gut 300 Millionen Menschen am Wochenende Livebilder aus der St. Jakobshalle sehen werden. Kaum ein Sportanlass auf Schweizer Boden kann auf solch eine Fernseh-Präsenz respektive TV-Abdeckung verweisen. Kurzum: Zu Früh­lingsbeginn wird Basel zum Epi-Zentrum des Badminton.

Basel bewirbt sich für die Badminton-WM 2019

Die Organisatoren der Swiss Open und der Schweizer Verband SwissBadminton haben per 15. Januar 2017 ein hundertseitiges Dossier für eine Badminton-WM 2019 in Basel eingereicht. Bis 2019 wird die St. Jakobshalle für über 100 Millionen Franken sa­niert und modernisiert.

Die Stadt Basel leistet einen entscheidenden Beitrag aus dem Sportfonds. Zum Basler Konzept gehört die gleichzeitige Durchführung der Para-Badminton-WM. Para-Badminton erfährt 2020 in Tokyo eine grosse Aufwertung, indem es zum ersten Mal olympische Disziplin sein wird.

Basel hat gute Chancen, eine Badminton-Weltmeisterschaft durchzuführen. Es wäre die Krönung einer steten Entwicklung einer Sportart, die Tradition und Mo­derne verbindet und Jahr für Jahr an Popularität gewinnt.