FC Basel

Wegen zwei Sperren und Verletzungssorgen: Der FCB muss im Rückspiel gegen Getafe mit gestutzten Flügeln antreten

Der FC Basel gewinnt in Getafe mit 1:0, bezahlt diesen Sieg aber teuer. Sowohl Kevin Bua (gelbrot) als auch Valentin Stocker (3. gelbe Karte) verpassen das Rückspiel gegen die Spanier gesperrt. Weil dazu auch noch Noah Okafor mit Adduktorenproblemen kämpft, herrscht beim FCB auf einmal Flügelnotstand.

Julian Förnbacher aus Getafe
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Valentin Stocker und Kevin Bua verpassen das Rückspiel gegen Getafe gesperrt.

Valentin Stocker und Kevin Bua verpassen das Rückspiel gegen Getafe gesperrt.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Es läuft die 74. Minute im Coliseum Alfonso Pérez: Basels Überflieger Kevin Bua begeht ein Foul. Schiedsrichter Jerome Brisard eilt zum Ort des Geschehens und taxiert die Aktion mit einer gelben Karte. In diesem Spiel zwischen Getafe und dem FCB eigentlich nichts Besonderes – holte der Unparteiische an jenem Abend doch gleich zwölfmal den gelben Karton aus der Brusttasche.

Jene Karte in der 74. Minute gegen Bua hat jedoch weitreichende Folgen: Weil der Basler zuvor schon verwarnt wurde, muss er vorzeitig unter die Dusche. Der FCB kann den Sieg bekanntlich auch zu zehnt über die Runden bringen und gewinnt mit 1:0.

Ein historischer Erfolg – ist es doch das erste Mal überhaupt, dass der FCB auf spanischem Boden in einem Pflichtspiel triumphiert. Durch die drei Punkte übernimmt man die Führung in der Gruppe C und befindet sich zur Halbzeit der Gruppenphase auf bestem K.o.-Phasen-Kurs. Alles wunderbar also? Nicht ganz.

Basel verliert seine beiden Topskorer

Dass nebst drei Punkten und sehr viel Positivem auch einige Sorgenfalten mit zurück nach Basel reisen, liegt unter anderem an ebendieser 74. Minute und der Karte gegen Bua. Die Hypothek, die der 26-Jährige seinem Team damit eingebracht hat, ist noch längst nicht ausgestanden. Er wird auch im Rückspiel gegen die Spanier fehlen, wenn er die Sperre absitzen muss, die ein Platzverweis naturgemäss nach sich zieht. Doch damit nicht genug.

Das Kartenfestival von Getafe bringt noch eine weitere Hiobsbotschaft für das Team von Marcel Koller mit sich. Captain Valentin Stocker sammelt im Madrider Vorort seine dritte Verwarnung im laufenden Wettbewerb – auch er fehlt deshalb am 7. November. Der FCB verliert so seine Flügelzange und damit ein zentrales Element der florierenden FCB-Offensive der letzten Wochen. Bua und Stocker führen mit wettbewerbsübergreifend vierzehn, respektive elf Torbeteiligungen die Skorerliste der Basler an.

Doch nicht nur als Torschützen und Vorbereiter waren die beiden zuletzt enorm wichtig für den FCB. Das zeigte sich auch in Getafe: Bei der Entstehung von Freis 1:0 hatte Stocker seinen Kopf im Spiel – das Tor fiel letztlich über einen Durchbruch auf der linken Seite. Es sind Szenen wie diese, die unterstreichen, wie sehr die Basler Offensive von ihrem funktionierenden Flügelspiel lebt.

«Wir konnten die Tabellenführung übernehmen, was natürlich schön ist. Aktuell heisst das aber noch nichts. Wir wollen in dieser Gruppe weiterkommen. Um das zu schaffen, müssen wir dringend weitere Punkte holen», sagt Koller vor dem Abflug am Flughafen Madrid. Dass der FCB gegen den schwierigen Gegner aus der Primera División im heimischen Stadion nochmals punkten kann, wird durch die gestutzten Flügel in der Offensive zumindest nicht einfacher.

Kommt jetzt die Chance für Zhegrova?

Koller hat nun knapp zwei Wochen Zeit, um sich zu überlegen, wie er die Ausfälle seiner Flügelzange kompensieren will. Dass Youngster Noah Okafor derzeit mit Adduktorenproblemen fehlt, erschwert die Planung zusätzlich. Dank dieser Personalsorgen könnte nun die Stunde von Edon Zhegrova schlagen. Der junge Kosovare musste zuletzt oft hinten anstehen, zeigte aber mit einem Traumtor gegen den FCZ, was in ihm steckt.

Gut möglich, dass Zhegrova in den kommenden Partien mehr Spielpraxis erhält – quasi als Vorbereitung auf einen Europa-League-Einsatz. Die erste Möglichkeit bietet sich am Sonntag. Weil Bua leicht angeschlagen zurück in die Schweiz reist, könnte er in Zürich eine Pause erhalten und der Weg wäre frei für Zhegrova. Ausgerechnet wieder gegen den FCZ. Kann er die Chance nutzen und seine eigenen Flügel entfalten, während jene des FCB gestutzt werden?