Schweizer Cup

Ticketverkauf harzt: Nur geringes Interesse am Cup-Viertelfinal des FCB gegen Luzern

Der FC Basel empfängt am Mittwochabend um 19.30 Uhr den FC Luzern zum Cup-Viertelfinal. Das Interesse der Zuschauer ist aber sehr bescheiden. Über die Gründe rätselt der FCB.

Céline Feller
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Das Joggeli wird für einmal ungewöhnlich leer bleiben. Gerade mal knapp 7500 Tickets wurden bislang für den Cupviertelfinal gegen Luzern verkauft.

Das Joggeli wird für einmal ungewöhnlich leer bleiben. Gerade mal knapp 7500 Tickets wurden bislang für den Cupviertelfinal gegen Luzern verkauft.

KEYSTONE

Als die Mediensprecherin des FC Basel wie an jeder Pressekonferenz vor einem Spieltag die offizielle Vorverkaufszahl bekannt gibt, ist die Überraschung gross. «Wir haben knapp 7500 Tickets für das morgige Spiel verkauft», sagt sie, und blickt in ungläubige Gesichter.

Eigentlich kann man sich das gar nicht vorstellen, dass der FCB Fussball spielt, und es kaum jemanden interessiert. Natürlich habe man sich mehr erhofft. Schliesslich ist es ein Viertelfinal-Spiel im Schweizer Cup, gegen ein anderes Team aus der Super League, und die Ticketpreise zwischen 20 und 40 Franken sind moderat.

Salvi im Tor, Bua und Serey Die noch verletzt

Wie schon in den letzten Runden im Schweizer Cup setzt Raphael Wicky auch im Duell gegen den FC Luzern auf Mirko Salvi im Tor. Dass der Gegner aus der Super League sei, ändere nichts daran. Sicher nicht mit dabei sind dafür weiterhin Kevin Bua und Geoffroy Serey Die, die an einer kleinen Muskel-Überbelastung beziehungsweise einem Muskelfaserriss leiden. Auch Omar Gaber wird fehlen, er erholt sich noch in von einer Krankheit. Und Ricky van Wolfswinkel ist weiterhin im Aufbautraining, dies aber weiterhin nicht mit der Mannschaft.

Aufgrund all dieser Fakten wundert man sich beim FCB über den geringen Rücklauf – oder rätselt gar. Zu den bisherigen acht Meisterschafts-Heimspielen in dieser Saison erschienen im Schnitt 26'903 Zuschauer. Berücksichtigt man die sogenannte No-Show-Rate – Ticketbesitzer also, die nicht erscheinen – dürfte der Schnitt etwas geringer sein. Aber dennoch beachtlich und mit Abstand der höchste aller Super Leaguisten (YB folgt mit 19'808 auf Rang zwei).

«Es wird ohnehin leer aussehen»

«Wurst ist mir das natürlich nicht», sagt auch FCB-Chefcoach Raphael Wicky. «Ein Fussballer spielt immer gerne in einem vollen Stadion. Aber das kann man auch nicht beeinflussen.» Wicky sieht im herrschenden Überangebot, das es einem ermöglicht, an mindestens sechs von sieben Tagen in der Woche Fussball zu schauen, einen der möglichen Gründe. «Das ist schon extrem viel Fussball.» Die Anspielzeit, die Kälte oder auch die Möglichkeit, das Spiel via Stream zu schauen, sind weitere Gründe, die Mediensprecherin Andrea Roth aufzählt.

Auch wenn man beim FCB natürlich hofft, dass sich am Spieltag noch diverse Karten verkaufen werden, sagt Wicky sehr nüchtern: «Ob es nun 7000 oder 12'000 sind, ist egal, weil hier 36'000 Leute reinpassen und es ohnehin leer aussehen wird.»

Dass die Galerie zu bleibt, spielt dabei auch keine Rolle mehr, weil es auch ohne den dritten Rang insgesamt noch immer 31'539 Plätze zu füllen gibt im Stadion.

Kein neuer Negativrekord

Raphael Wicky plane aber nicht, die Mannschaft auf diese ungewohnte Situation eines beinahe leeren Joggelis zu sensibilisieren. «Ich werde der Mannschaft einfach sagen, dass sie jene Zuschauer glücklich machen sollen, die da sind. Auf die gilt es, die Emotionen zu übertragen.»

Und auch wenn die Zuschauerzahl mit knapp 7500 (Stand Dienstagnachmittag) überschaubar sein wird, einen neuen Negativrekord gibt es trotz allem nicht zu verzeichnen. Dieser wurde beim Cup-Zweitrundenspiel der Saison 2015/2016 aufgestellt, als sich nur 4606 Zuschauer das Duell gegen YF Juventus anschauen wollten.