Leichtathletik
Simone Werner bestreitet erst das 1.-Mai-Meeting, dann die Matura

Simone Werner aus Riehen hat äusserst anspruchsvolle Tage vor sich: Am Sonntag wird sie beim 1.-Mai-Meeting über die 100 m und die 300 m flach antreten.

Pia Schüpbach
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Auf das Heimspiel in der Schützenmatte freut sich Simone Werner von den Old Boys Basel besonders. Die 18-jährige Leichtathletin ist froh, dass sie das Stadion in- und auswendig kennt. «Ich bin schon nur wegen meiner Rennen nervös genug, da ist es gut, dass ich weiss, was im Stadion wo zu finden ist.» Am Sonntag wird sie beim 1.-Mai-Meeting über die
100 m und die 300 m flach antreten. Über die kürzere Distanz möchte sie an ihrer persönlichen Bestleistung von 12,59 kratzen, über 300 m längerfristig unter 40 Sekunden bleiben.

Würde das bereits am Sonntag klappen, wäre es für Simone Werner eine Überraschung. Denn momentan braucht die Riehenerin nicht nur schnelle Beine für den Start in die Leichtathletik-Saison, sondern auch ein fittes Hirn für die Maturaprüfungen in zweieinhalb Wochen.

Vor vier Tagen ist Simone Werner aus dem Trainingslager im italienischen Schio zurückgekehrt. Auch dort schliff sie nicht nur an der Geschwindigkeit und Technik, sondern büffelte zwischendurch. Zumindest ihre sportliche Form, die scheint zu stimmen. «Ich habe das Gefühl, ich bin gut drin.» Eine Woche weilte sie mit den Old Boys in der Nähe von Venedig und trainierte zwei Mal am Tag.

Simone Werner genoss es, «wieder einmal ein paar Läufe in voller Geschwindigkeit» auf die Bahn zu legen. Noch fast anstrengender als das Training war indes der Ruhetag. Die ganze Truppe gönnte sich einen Tag in der Stadt Venedig. «Dort sind wir viele Kilometer marschiert», sagt die Leichtathletin und lacht. «Ruhetag kann man das fast nicht nennen.»

Zukunft über die Hürden

Beim 1.-Mai-Meeting am Sonntag hofft Simone Werner, dass sie nach dem Lager vor allem über die 300 Meter Fortschritte sehen kann – auch wenn die Spritzigkeit noch etwas fehle. Das Saisonziel der Athletin, die zum Kader «Swiss Athletic Talents» gehört, ist die U20-EM von Ende Juli: In Tallinn möchte sie für die 4x400 m Staffel laufen. Es wäre ihr erster Start an internationalen Meisterschaften. «Irgendwann wärs toll, wenn ich mich alleine für eine EM bei den Juniorinnen oder bei den Aktiven qualifizieren könnte.» Auch wenn die Leichtathletin zurzeit vor allem über die 300 m und 400 m flach läuft, sieht sie ihre Zukunft über die 400 m Hürden.

Vorerst steht aber eine Hürde abseits des Sports vor ihr: die Maturaprüfung. Danach wird sich Simone Werner nicht sofort ins Studium stürzen, sondern sich eine Arbeit suchen. Und sich im Zwischenjahr «vor allem auf den Sport konzentrieren».

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