FC Basel

Nach Manuel Akanjis Comeback: Ein Gefühl, als wäre er nie weg gewesen

349 Tage nach seinem letzten Super-League-Spiel feiert Manuel Akanji gegen den FC Thun das Comeback. Und meldet gleich Ambitionen an.

Céline Feller
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Der 21-jährige Manuel Akanji meldet Ambitionen um einen Startplatz an.

Der 21-jährige Manuel Akanji meldet Ambitionen um einen Startplatz an.

Andy Mueller/freshfocus

Manuel Akanji strahlt. Aber es ist nicht nur das Strahlen eines jungen Mannes, der soeben mit seiner Mannschaft sehr glücklich gewonnen hat. Hinter seinem Strahlen steckt mehr. Es ist eine Mischung aus Erleichterung, Freude und Bestätigung. Es ist das Strahlen eines 21-jährigen Fussballers, der die bisher schwierigste Zeit seiner noch jungen Karriere mit seinem Comeback in der Super League endlich überstanden hat.

Das Warten dauerte lange. Fast ein Jahr war er zum Zuschauen verdammt. Weil er sich – im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen den FC Lugano – am 5. März des letzten Jahres das Kreuzband im linken Knie riss.

Am Samstag nun konnte er in der Thuner Stockhornarena endlich wieder in der Meisterschaft auflaufen. An dem Ort, wo er 349 Tage zuvor seine letzte Super-League-Partie absolviert hatte. «Vor dem Spiel war ich nicht speziell angespannt, aber als ich dann auf dem Platz stand, in meinem ersten Ernstkampf seit fast einem Jahr, habe ich doch gemerkt, dass ein bisschen Nervosität da ist», sagt Akanji im Nachgang des Spiels. «Aber sobald man ein paar Aktionen hat, kommt auch das Selbstvertrauen wieder.»

Ein Modell-Innenverteidiger

Es war nicht das einfachste Spiel für ein Comeback. Der FC Basel tat sich lange schwer, bekundete in der Defensive Mühe mit den hoch pressenden Thunern. «Ich habe mich sicher gefühlt», sagt Akanji jedoch. Und schliesslich habe man kein Gegentor bekommen, das zähle.

Dieser Meinung ist auch Urs Fischer, der sich zufrieden zeigte mit seinem jungen Spieler: «Bis auf ein, zwei Ausnahmen war das ein sehr souveräner Auftritt von Manu. Man hat nicht gemerkt, dass er so lange weg war. Das spricht für seine Qualitäten.» Und deren attestiert Fischer Akanji viele. «Er ist pfeilschnell und wie eine Wand, wenn er auf einen zukommt». Ausserdem habe er eine gute Spielauslösung, sei robust und technisch gut und bringe damit alles mit, was ein moderner Innenverteidiger braucht.

«Aber am Ende des Spiels haben seine Kräfte nachgelassen, das hat man gesehen.» Akanji selber musste auch zugeben, dass die Beine etwas müde waren. «Das ist normal nach einem Spiel. Ich denke, dass ich von den Muskeln her wieder auf dem Stand bin, auf dem ich vorher war. Ich fühle mich gut und will das beibehalten.»

Aber Akanji denkt bereits einen Schritt weiter. Er müsse sich in den Kopfballduellen noch verbessern, in den Zweikämpfen ebenfalls. Denn sein Ziel ist klar: «Ich werde weiter Gas geben und versuchen, wieder zum Einsatz zu kommen.» Die Nummer drei auf der Position des Innenverteidigers dürfte ihm für den Moment sicher sein.

Sein direkter Konkurrent, der Däne Daniel Hoegh, sass gegen Thun 90 Minuten auf der Bank, in der Vorwoche gar nur auf der Tribüne. Macht Akanji so weiter, kann er bald auch die Diskussion um den Startplatz neben dem gesetzten Marek Suchy anheizen. Sein Potenzial hat er gezeigt, seine Ansprüche angemeldet. Er wird in Zukunft mit Sicherheit noch öfters Interviews nach seinen Einsätzen geben. Mit einem Strahlen im Gesicht. Sein Konkurrent Eder Balanta dürfte gewarnt sein.