Fussball

«Match vergessen und vorwärts schauen»

Valentin Stocker ärgerte sich über den doppelten Punktverlust in der Nachspielzeit.

Georges Küng, Neuenburg
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Auch zehn Minuten nach Abpfiff hatten sich die Emotionen bei den Spielern noch nicht gelegt. Während die Neuenburger johlend den unerwarteten Punktgewinn in der Kabine feierten, schlichen die Basler gesenkten Hauptes in die Kabine. Es oblag wieder einmal Valentin Stocker, sich den wartenden Journalisten zu stellen. «Es ist bitter, ein Spiel nicht zu gewinnen, dass wir immer besser in Griff bekommen haben. Es darf nicht sein, dass ein langer Ball über 50 Meter zum Ausgleich führt», so der Nationalspieler. Er war ehrlich genug, zu sagen, dass «unser erstes Tor sicher Offside war. Ich war erstaunt, dass die Fahne des Linienrichters unten blieb. Aber der Neuenburger Ausgleich war ebenso nicht korrekt. Es kann doch nicht sein, dass der Linienrichter die Fahne hochhält und der Schiedsrichter einfach weiter spielen lässt», begann sich der Innerschweizer zu ereifern.

Von einer Krise wollte Stocker aber nichts wissen. «Sicher, der FC Zürich hat sechs Punkte aufgeholt. Sie spielen momentan überzeugend. Aber zum Rückrunden-Beginn lagen wir auch nur einen Zähler vor den Zürchern, dieser Vorsprung ist also nicht kleiner geworden. Acht Siege und drei Unentschieden sind sicher keine schlechte Bilanz. Aber es ist klar: Wir müssen diesen Match vergessen und vorwärts schauen. Schon übermorgen Samstag wartet mit YB ein harter Brocken auf uns», so Stocker.

Disput zwischen Gelabert und Fink

Weil der Xamaxien Stéphane Besler gesperrt war, musste ex-FCB-Spieler Marcos Agustín Gelabert den Part des Franzosen übernehmen. «Das war das erste und letzte Mal, dass ich in der Innenverteidigung gespielt habe», so der Argentinier. Und für einen kurzen Moment schien es sogar, als ob es zu einem Disput zwischen Gelabert und Basel-Trainer Thorsten Fink kommen würde. «Ist was?», fragte der Deutsche in leicht gereizter Tonlage. Dann jedoch gab es zwischem dem «Gaucho» und dem Dortmunder einen Handschlag. «Emotionen gehören zum Fussball; Basel will Meister werden, wir den Ligaerhalt schaffen. Da kann es halt schon zur Sache gehen», so der Südamerikaner.

Almerares teilt aus und steckt ein

Einen schweren Stand hatte Federico Almerares als einzige Sturmspitze der Neuenburger. «El goleador», der im Winter das rot-blaue Trikot gegen das rot-schwarze Dress der Neuenburger getauscht hatte, war für die meisten Exponenten des FC Basel ein «rotes Tuch». Der Argentinier teilte aus, musste aber auch einstecken. Einmal sogar von seinem Kumpel David Ángel Abraham, dessen Armbewegung (war es wirklich eine Befreiung?) nach 35 Minuten nahe einer Tätlichkeit war. Erst nach gut einer halben Stunde kühlten sich die Emotionen ab. Xamax war froh, auch in Anbetracht des St. Galler Sieges in Zürich gegen GC, einen Punkte gewonnen zu haben.