11. April 2013
Gänsehaut trotz Corona: Adebayjaaaaa - Ein Viertelfinale und ein Elfmeterschiessen für die Ewigkeit

In der fussballfreien Zeit präsentiert die bz in einer Online-Serie die zwanzig emotionalsten FCB-Spiele der letzten zwanzig Jahre. Spiel 11 findet im April 2013 statt. Nachdem es nach 120 Minuten im Viertelfinale der Europa League auch im Rückspiel 2:2 steht, zwingt der FCB das grosse Tottenham ins Penaltyschiessen. Hier sind die Bilder, die Highlights und der Matchbericht von damals. Mögen die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden.

Jakob Weber
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Unglaublich, was für Emotionen ein verwandelter Elfmeter von Marcelo Diaz bei den Kollegen Streller, Steinhöfer, Frei und Elneny auslösen kann.

Unglaublich, was für Emotionen ein verwandelter Elfmeter von Marcelo Diaz bei den Kollegen Streller, Steinhöfer, Frei und Elneny auslösen kann.

Keystone

Die Bilder:

Europa League Viertelfinale: Nach einem 2:2 im Hinspiel kommt Tottenham ins Joggeli.
35 Bilder
Mit dieser Startelf startet der FCB.
Gylfi Sigurdsson gegen Markus Steinhöfer
In der 23. Minute trifft Clint Dempsey zum 1:0 für die Gäste.
Doch die Führung hat nur vier Minuten Bestand.
Dann trifft Mo Salah aus dem Nichts zum 1:1.
Der FCB ist zurück im Spiel und stand jetzt eine Runde weiter.
Getümmel vor dem Tor von Brad Friedel, dem 41-jährigen Torhüter von Tottenham.
Kurz nach der Pause ist der Ball schon wieder drin. Aleksandar Dragovic stellt nach einem Corner auf 2:1 für den FCB.
Der Österreicher sprintet zur FCB-Bank, wo er von seinen Kollegen eingefangen wird.
Mo Salah gegen Emmanuel Adebayor
Mohamed Elneny und Yann Sommer schirmen den Ball ab.
In der 82. Minute trifft Clint Dempsey dann erneut.
Yann Sommer ist geschlagen. 2:2. Die Verlängerung droht.
Sigurdsson gegen Philipp Degen.
Adebayor und Valentin Stocker
In der 111. Minute kommt Alex Frei für Salah ins Spiel.
Hier entwischt er Kyle Walker.
Es wird mit harten Bandagen gekämpft.
Ein Tête-à-Tête zwischen Walker und Schär: Es wird deutlich, dass Keiner verlieren will.
Marco Streller kann Brad Friedel hier nicht bezwingen.
Kurz darauf ist die Verlängerung vorbei. Die Krämpfe werden weggedehnt.
Ein letztes Einschwören von Captain Streller
Yann Sommer hält gleich den ersten Elfmeter von Tom Huddlestone.
Die Weichen sind damit gestellt.
Brad Friedel kann in der Folge keinen Penalty halten.
Weil Adebayor über das Tor schiesst und Diaz den Ball anschliessend unter die Latte knallt, gewinnt der FCB das Penaltyschiessen mit 4:1.
Emotionen I
Emotionen II
Unglaublich, was für Emotionen ein verwandelter Elfmeter von Marcelo Diaz bei den Kollegen Streller, Steinhöfer, Frei und Elneny auslösen kann.
Der FCB steht im Halbfinale der Europa League.
Wo ist Fabian Frei?
Trainer Murat Yakin herzt Mo Elneny
Yann Sommer jubelt mit Ersatztorwart Germano Vailati.
Marco Streller kann vor lauter Freude plötzlich wieder hüpfen. Was für ein Spiel !

Europa League Viertelfinale: Nach einem 2:2 im Hinspiel kommt Tottenham ins Joggeli.

Keystone

Die Highlights im Video:

Das Telegramm:

Transfermarkt

Das Zitat:

Jetzt wollen wir den Pott.

(Quelle: Philipp Degen)

Der Matchbericht von damals:

Titel: Das Basler Fussballmärchen geht weiter

Lead: Der FCB steht nach einem Viertelfinal-Krimi erster Güte im Halbfinal der Europa League

von Sebastian Wendel (bz)

Der FC Basel hat es geschafft. Das Team von Trainer Murat Yakin hat Geschichte geschrieben. Im Penaltyschiessen sicherte er sich dank Goalie Yann Sommer die erste Halbfinalqualifikation in einem europäischen Klubwettbewerb. Und das im Jahr des 120-jährigen Bestehens. Damit steht nach YB 1959, dem FCZ 1964 und 1977 (beide im Meistercup) und GC 1978 (Uefa-Cup) zum fünften Mal ein Schweizer Klub in der Runde der letzten Vier.

«Wir wollen dem Publikum etwas bieten und werden wieder offensiv spielen», hatte FCB-Trainer Murat Yakin am Vortag der Partie versprochen. Trotz der Ausgangslage aus dem 2:2 im Hinspiel, nach der Rotblau ein weiterer Heimauftritt ohne Gegentor für die Halbfinalqualifikation gereicht hätte.

So unglaublich und schön die Serie von elf Heimspielen ohne Gegentor auch war, sie musste irgendwann enden. Gestern war es so weit. Clint Dempsey, der US-Nationalspieler in den Reihen Tottenhams, schaffte das Kunststück, Yann Sommer nach 1038 Minuten im Joggeli und als erster nach dem Servettien Steven Lang (7. Oktober 2012) wieder einmal zu bezwingen. Dempsey profitierte in der 23. Minute von einem Fehler Dragovic, der am Ball vorbeischlitterte, umkurvte Sommer und schob ins verlassene Tor ein.

So schwer sie in die Gänge gekommen waren, der Gegentreffer wirkte bei den Baslern wie eine Koffeinbombe. Plötzlich kamen die Pässe an, plötzlich war der FCB Herr im Haus. Schon vier Minuten später resultierte Zählbares daraus. Ausgehend von Mohamed Elneny, gestern ein kluger wie abgezockter Dirigent, startete Basel einen Konter über Streller und Salah. Und endlich, ja endlich nutzte der Ägypter die Chance zum 1:1. Vor einer Woche in London war er noch die tragische Figur, nachdem er zahlreiche Hochkaräter liegen gelassen hatte. Salah skorte das erste Mal in einem internationalen Spiel.

«Was der kann, kann ich schon lange», dachte sich wohl Innenverteidiger Aleksandar Dragovic. Sein 2:1 kurz nach der Pause und nach einem von Fabian Schär verlängerten Corner war ebenfalls eine Premiere auf der europäischen Bühne.

Basel ein Mann mehr

Fortan fühlte man sich im St. Jakob-Park an das Geschehen eine Woche zuvor an der White Hart Lane erinnert. Mit dem FC Basel in der Rolle des Dominators, der durch Elneny und den eingewechselten Diaz zu guten, jedoch ungenutzten Möglichkeiten kam. Auf der anderen Seite Tottenham, das wie im Hinspiel von einer ausgezeichneten Effizienz profitierte. Die zweite nennenswerte Chance der Gäste führte zum 2:2, wiederum durch Clint Dempsey (82.). Für einmal machte Yann Sommer eine schlechte Figur.

Was bedeutete, dass der Viertelfinal-Krimi in die Verlängerung ging. Mit Vorteilen für Basel: Zum einen nummerisch, nachdem Tottenhams Vertonghen in der 91. Minute nach einer Notbremse an Streller die Rote Karte sah. Zum anderen erneut, was die Chancen zur Entscheidung betrifft. Elneny traf in der 97. Minute mit einem Hammer aus 20 Metern den Pfosten. Alex Frei, für den platten Salah im Spiel, hatte das 3:2 zwei Mal auf dem Fuss.

Ohne Erfolg. Das Lotteriespiel vom Punkt musste entscheiden. Und in diesem machte Yann Sommer seinen Fehlgriff aus der 82. Minute mehr als wett.

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