Schiessen

Freiwilligenarbeit mit Jungen und Dienst am Verein sind Motivator

Im Gebiet der Kantonalschützengesellschaft Baselland starten viele Kurse für Jungschützen und Junioren. Vermitteln wollen die Organisatoren die Faszination Schiesssport, die gemäss Schützenkreisen wieder an Bedeutung gewonnen hat. Die bz hat in Lupsingen-Seltisberg einen Augenschein vorgenommen.

Willi Wenger-Wüthrich
Drucken
Teilen
Jungschützen der Kategorie U17 im Einsatz.

Jungschützen der Kategorie U17 im Einsatz.

hofagraf.ch

Die Leiter Remy Bringold und Sebastian Finkbeiner sind voller Erwartungen: Heute Abend startet im Schiessstand Lupsingen ihr Ausbildungskurs für Jungschützen und Junioren. Es ist ein Lehrgang der Schützengesellschaft Lupsingen und der Feldschützen Seltisberg, zu welchem sich gegen zehn Jungschützen und Junioren eingeschrieben haben. «Leider sind keine Frauen dabei», bedauert der 39-jährige Bringold, der gerne auch Schützinnen begrüsst hätte.

Nichtsdestotrotz: Man gehe mit Seriosität und Herzblut zur Sache, sagt Mechatronikstudent Finkbeiner (22). Beide Leiter sagen, dass es ihnen grossen Spass mache, Freiwilligenarbeit im Dienste des Sportschiessens zu leisten und dabei gleichzeitig dem Stammverein zu helfen, nachhaltig Schützen bei der Stange halten zu können.

«Militärische Ordnung unverzichtbar»

Er sei in jeder Beziehung faszinierend, ihr Sport, betonen die Leiter. Sie sind überzeugt, dass sie den heute antretenden Schützen in der ersten (Theorie)-Lektion schon viel über dem Umgang mit der Waffe, dem Sturmgewehr 90, erzählen können. Das Ganze mache wie gesagt Spass, aber es sei fraglos auch ein hohes Mass an Seriosität notwendig.

«Eine gewisse militärische Ordnung und Disziplin ist unverzichtbar, auch der Sicherheit wegen», betont Bringold, der beruflich als Elektroningenieur und Dozent an einer Höheren Fachschule arbeitet. Es sei im Interesse aller das Erlernen und Festigen der korrekten Waffenhandhabung, zumal der Munitionsbefehl des Verteidigungsdepartements VBS ohne Wenn und Aber gelte.

Der Kurs der Jungschützen (Jahrgänge 1997-2002) und jener der Junioren (2003-2005) dauert bis in den Spätsommer. In einer ersten Phase finden Theorie und Trockenübungen statt, ehe auf die 300-Meter-Distanz geschossen wird. Am Programm stehen zudem Wettkämpfe, das Obligatorische oder das Feldschiessen. «Wenn dort gute Resultate geschossen werden, ist das auch für uns immer ein Erfolgserlebnis», kommentieren die Leiter.

Zwischen Ruhe, Konzentration und unbewusster Schussabgabe

«Dann sehen wir 1:1, dass wir es richtig gemacht haben in der Ausbildung». In dieser wird auch dem Mentaltraining der notwendige Stellenwert beigemessen. Am Ende des Tages sei Schiessen immer auch eine Gratwanderung zwischen innerer Ruhe, vollster Konzentration und unbewusster Schussabgabe, sagen Bringold und Finkbeiner. «Nur wer dies beherrsche, wird gut schiessen können», sind sich die Instruktoren sicher.

Das Jungschützenwesen im Baselbiet hat es nicht einfach. Zwar finden beispielsweise in den Nachbargemeinden Bubendorf und Ziefen ebenfalls Kurse statt, aber auch dort ist der Andrang nicht riesengross. «Genug Schützen hat man nie», bringt es Kantonalpräsident Walter Harisberger auf den Punkt. «Wir müssen kämpfen, auf allen Stufen», sagt er.