Basketball

Ernüchterung und Ratlosigkeit – die Starwings verlieren gegen Vevey mit 59:67

Die Starwings verlieren gegen Vevey mit 59:67 (32:37) und bleiben Tabellen­letzter. Auch die Last-Minute-Verpflichtung des amerikanischen Centers Ryan Smith (23, 211cm) konnte eine ärgerliche, bittere Verlustpartie gegen ein dezimiertes Vevey nicht ver­hindern.

Georges Küng
Drucken
Teilen
Auch der neue US-Center Ryan Smith konnte die Niederlage nicht abwenden.

Auch der neue US-Center Ryan Smith konnte die Niederlage nicht abwenden.

Küntg

Die Partie gegen den Traditionsverein vom Lac Léman, der zu seinen besten Zeiten im eu­ropäischen Meistercup eine gute Visitenkarte abgegeben hatte, war ein „déjà-vu“. Vor drei Wochen hatten die „Wings“ beim Novartis-Cup gegen die Viviser gespielt, gut angefangen, um dann mit Fortdauer der Partie in eine Lethargie mit konfusem Spiel zu fallen.

Der da­malige Vergleich war aber eine Testpartie und stand ganz im Zeichen der aussersportli­chen Geschehnisse um US-Profi Jamal Aytes, dessen Gesundheitszustand es verunmög­lichte, ihn weiter spielen zu lassen. Nachdem die „Akte Aytes“ korrekt abgeschlossen wer­den konnte, fanden die Klubtechniker in Ryan Smith einen Ersatz.

Ein zwiespältiger Eindruck

Ein College-Boy, der am späten Samstagabend aus San Diego, über den Zwischenhalt War­schau, nach Birsfelden kam. Dass er in der polnischen Hauptstadt den Anschlussflug ver­passte, war der Verspätung des Fluges aus Kalifornien zu verdanken. Dass sein Ge­päck „irgendwo“ ist (nur nicht bei ihm), soll vorkommen.

Von ihm konnte man, der kaum die Namen seiner Mitspie­ler kennt, nicht viel erwarten. Er kam als 9. Mann während knapp zehn Minuten zum Ein­satz, holte vier Rebounds, erzielte vier Zähler, verlor einige Bälle und zeigte, dass er ein reiner Inside-Spieler ist, den man unter den Körben bedienen muss. Ob dies seine Mit­spieler können? Zweifel sind angebracht. Smith ist sicher ein williger Center, aber allzu viel Bewegungen und Ballhandling konnte man nicht entdecken.

Vevey bestimmte Rhythmus

Vielleicht ging die Partie schon nach vier Sekunden verloren. Der Gastgeber gewann den Sprungball, doch ex-Captain Joël Fuchs gab das Spielgerät ohne Bedrängnis einem Riva­len, der mittels Gegenstoss und Dunking den ersten Korb erzielte. Diese Szene war ir­gendwie sympthomatisch für den weiteren Verlauf. Obwohl die Unterbaselbieter 6:2 führ­ten, brauchte Vevey nicht lange, um den Rhythmus der Partie zu bestimmen und stets mit einigen Punkten in Führung zu liegen.

Nach 23 Minuten stand es 34:44 – und beim Arles­heimer-Birsfelden Kombinat war das Meiste nur Stückwerk. Die beste Phase hatte man zu Beginn des letzten Viertels, als man nach 36 Minuten mit 58:57 in Führung ging. Dann je­doch folgte der totale Filmriss – in den letzten vier Minuten gab es ein 1:10 – die Art und Weise, wie man sich gehen liess, wirft Fragen auf.

Dem Gast fehlte ein Trio

Denn Vevey hat derzeit nur drei ausländische Profispieler (ein vierter Mann wird im Januar 2019) verpflichtet. Mit Badara Top fehlte der Schweizer Topskorer, mit Vincent Gaillard ein Nationalspieler. „Mit dieser Equipe können wir nie Favorit sein“, erklärte Trainer Vladimir Ruzicic vor Matchbeginn. Nach zwei Runden liegt Vevey aber mit vier Punkten an der Spit­ze, die „Wings“ am an­deren Ende der Rangliste.

Warum Starwings-Coach Roland Pavloski die Anfangsfünf das erste Viertel durchspielen liess, darf hinter­fragt werden. Ausser Justin Mitchell erfolgte bei jedem nach fünf Minuten ein erster, mar­kanter Einbruch. Fuchs weist, mit Testspielen, eine Wurfquote von 15 Pro­zent bei den Dreipunktewurfen auf. Auch das ist ein Wert, der alle Alarmglocken läuten lässt. Ob Bra­nislav Kostic tatsächlich während 25 Minuten den Spielmacher abgeben muss... auch dies scheint nicht die beste Option zu sein. Und weil Auston Calhoun physi­sche Defizite aufweist und ihm jegliche Explosivität und Schnellkraft abgeht, fehlte die „Punktemaschine“, die den Match hätte reissen oder kehren können.

Wer gegen ein dezimiertes Vevey, das sich in dieser personellen Besetzung selber als Ab­stiegskandidat bezeichnet (die Romands spielten lange Zeit mit der Stammfünf und hatten kaum Wechselmöglichkeiten), im letzten Viertel in der Heimhalle ganze neun Pünktlein er­zielt, steht vor ei­ner sehr, vielleicht sogar zu schweren Saison.

Telegramm

Starwings – Riviera Lakers Vevey 59:67 (32:37)

Sporthalle Birsfelden. - 300 Zuschauer. - SR: Marmy/Ballettta/Chalbi.

Starwings: Mitchell (12), Kostic (5), Fuchs (6), Calhoun (9), Calasan (15); Davet (5), Hollimon (2), Herrmann (1), Smith (4); Pavlovic, Streich.

Vevey: Kelly (12), Fongué (6), March (25), Studer (3), Vinson (12); Kashama, Pessoa (4); Ismail Conus, Yacine Conus, Sava, Vannay. (5)

Bemerkungen: Starwings ohne Verga (verletzt). - Vevey ohne Martin und Top (beide verletzt) sowie ex-Nationalspieler Gaillard (rekonvaleszent). - Viertelsresultate: 15:20, 17:17 (32:37); 18:14 (50:51) und 9:16 (59:67). - 1. Einsatz von Ryan Smith (USA). - Fouls: Starwings 15, Vevey 17.