Europa League

Duell um die Spitze: Der FCB gastiert heute bei Getafe zum Topspiel der Gruppe C

Der FC Basel gastiert heute bei Getafe. Die dritte Partie in der Europa League ist ein Spitzenspiel und ein Gradmesser. Gewinnt Getafe, sind sie so gut wie durch. Gewinnt Basel, ist der FCB plötzlich Leader in der Gruppe C.

Céline Feller
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Im Stadion symbolisch, in der Tabelle tatsächlich: Getafe steht über dem FCB. Mit einem Sieg heute würde der FCB aber Gruppenerster.

Im Stadion symbolisch, in der Tabelle tatsächlich: Getafe steht über dem FCB. Mit einem Sieg heute würde der FCB aber Gruppenerster.

freshfocus.ch

Fabian Frei hat eben die Passkontrolle am Basler Flughafen passiert, da nennt er im Gespräch zwei Klubs: PSV Eindhoven und YB. Gemeinsam mit diesen beiden Teams würde er Getafe als stärksten Gegner in dieser Saison bezeichnen. Getafe also. Dieser Klub aus einem Vorort Madrids, gegen den der FC Basel heute im dritten Gruppenspiel der Europa League antritt.

Obschon Getafe in der Schweiz nicht zwingend als grosser Name aus der Primera División bekannt ist, hat man das Gefühl: Ja, dieses Spiel wird alles andere als einfach für die Basler. Dass Frei die wenig bekannten Spanier auf eine Stufe mit Eindhoven und YB setzt, verdeutlicht dies auch für jene Fussball-Fans, denen Getafe und vor allem Getafes Spielweise nicht wahnsinnig geläufig sind.

Das vorgezogene Entscheidungsspiel

Für den FCB wartet also im wettbewerbsübergreifend 20. Spiel der Saison ein grosser Brocken. Dies besagt auch die Statistik: Getafe ist Tabellenführer vor dem FCB, hat aus zwei Spielen zwei Siege eingefahren und damit zwei Punkte Vorsprung auf Basel. In der vergangenen Saison wurde der heutige Gegner Fünfter in Spanien, verpasste die Champions League nur um zwei Punkte und hat in dieser Meisterschaft erst einmal verloren: Gegen Barcelona. Gegen die darf man ja durchaus mal punktelos vom Platz gegen, nicht nur, wenn man Getafe heisst.

Omlin fehlt im Abschlusstraining

Als der FCB gestern Abend den Platz des Coliseum Alfonso Perez betritt, fehlt einer: Jonas Omlin. Die Nummer 1 ist während dem Abschlusstraining im Hotel geblieben. Der Grund: Pflege- und Schonungszwecke. Sollte der Fall eintreten, dass Omlin nicht spielen könnte, stünde Ersatz bereit. Der FCB hat neben Omlin noch Djordje Nikolic, Jozef Pukaj und Nils De Mol dabei. Ein Ausfall wäre dennoch sehr bitter. Omlin ist seit seinem Transfer im Sommer 2018 die Konstanz in Person und der beste Basler.

Dass der FC Basel traditionell auf spanischem Boden eher Mühe bekundet denn Ausrufezeichen setzt, wie er das in England zu tun pflegt, kommt noch dazu. «Getafe hat einen guten Lauf. Und sie werden auf neun Punkte davon ziehen wollen», so Freis These, zu der er anfügt: «Getafe ist leicht favorisiert.»

In den spanischen Medien wird das Spiel zwischen Getafe und Basel bereits als Entscheidungsspiel für den heutigen Gastgeber bezeichnet. Frei nach dem Motto: Gewinnt Getafe, sind sie durch. Zwar sind danach erneut neun Punkte zu holen, aber das Spiel hat für di Madrilenen vorentscheidenden Charakter, dem ist so.

Erinnerungen an den LASK

Ähnliche Töne wie Frei schlägt auch sein Trainer an. Auf die Frage, ob dieses Duell ein Gradmesser ist und die Qualität seiner Mannschaft aufzeigen könne, antwortet Marcel Koller: «Absolut. Zwar ist es ein Auswärtsspiel und damit die Konstellation immer etwas anders. Aber es ist ein guter Test für uns.» Während sein Spieler Parallelen zu YB und PSV zieht, wählt Koller einen anderen Vergleich. Einen, den man aus Basler Sicht vielleicht lieber schon vergessen hätte: «Es ist ähnlich wie beim LASK», sagt Koller und meint damit den Spielstil Getafes. Und damit einen Stil, gegen den die Basler kein Mittel fanden und aus der Champions-League-Qualifikation ausschieden.

Koller fasst diesen für spanische Klubs atypischen Stil als frühes Pressing zusammen, bei dem «wir immer hellwach sein müssen, weil gleich immer wieder einer auf den Ball kommt, wenn sie ihn verloren haben.» Um dies zu unterstreichen, fügt der Coach an: «Getafe ist die Mannschaft mit den meisten Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte in Spanien.» Eine beachtliche Statistik. Und eine, die das Bild stärkt, das Frei vermittelt, wenn er von einem Duell spricht, das mit YB und PSV zu vergleichen ist. Es waren die bislang grössten Prüfsteine für den FCB diese Saison. Getafe wird der nächste, vielleicht noch etwas härtere.

Aus Basler Optik muss man jedoch hoffen, dass eher Frei mit seinen Vergleichen recht behält als Koller. Denn während gegen YB und PSV Achtungserfolge gefeiert wurden, setzte es gegen den LASK zwei Mal etwas ab, was man nicht mit nach Hause nehmen will aus Madrid: Eine Niederlage.