Basketball

Die Starwings schaffen in einem "unsichtbaren" Cup-Achtelfinal gegen Pully-Lausanne die Sensation

Die Starwings gewinnen im Schweizer Cup in Lausanne mit 74:69 (36:37) und qualifizieren sich sensationell für den Viertelfinal. Wer jedoch versuchte, dieses Spiel ausserhalb der Halle im Waadtland zu verfolgen, hatte damit seine liebe Mühe.

Georges Küng
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Die Starwings feiern den Einzug in die nächste Cup-Runde. (Archivbild)

Die Starwings feiern den Einzug in die nächste Cup-Runde. (Archivbild)

Kenneth Nars (Archiv)

Wer sich seit fast einem Jahrzehnten mit dem Schweizer Basketball befasst (wie der Ver­fasser dieser Chronik), glaubt, alles erlebt zu haben. Doch die Grenze der Unzulänglich­keiten und Peinlichkeiten kennt im nationalen Basket, gegen unten, offenbar doch keine Limite.

Lausanne ist die Welthauptstadt des Sports und Sitz des IOC. Lausanne verfügt über einen Basketverein, der einst gute Zeiten erlebte. Und der Nachbar Pully war in den 90er-Jahren der Serienmeister, spielte im Europacup der Landesmeister und war eine renommierte Adresse – auch für ausländische Profis. Heute sind die Vereine zu den Pully-Lausanne Foxes fusioniert und gehören noch immer zu den angesehenen Adressen im Schweizer Basketball.

Was der Gastgeber aber am Samstagabend bezüglich Technik und Öffentlichkeitsarbeit aufführte, ist einzigartig peinlich. Nach drei Minuten, beim Stande von 5:6, fiel alles «Sta­tistische» aus. Der Live-Stream lief mehr oder weniger – ohne Kommentar, ohne Einble­dungen des Resultates. Ab und zu konnte man in der nahezu leeren Halle einen Blick auf die Anzeigetafel erhaschen. Sonst herrschte Leere - und niemand schaffte es, die Anga­ben konventionell zu übermitteln.

Payne überragt erneut alle

In der Meisterschaft hatten die Waadtländer in Birsfelden mit 90:85 gewonnen, obwohl sie vier Profi-Ausländer haben und, wie die anderen Klubs, munter Spieler holen, entlassen und neue Akteure verpflichten. Hiefür scheinen genügend Mittel vorhanden zu sein.

Kurzum: Die Öffentlichkeit weiss auch 18 Stunden nach der Endsirene «nur», dass den Starwings ein feiner Erfolg gelungen ist. Ein Exploit, ja ein Husarenstuck. Die wenigen Se­quenzen, die wir sehen konnten, zeigen, dass das Stammquintett vorzügliche Arbeit, ge­rade im defensiven Bereich, leistete. Dass Liga-Topskorer JaCori Payne dabei erneut alle über­ragte. Gerade in der engen Endphase war er ein überlegter Denker und Lenker.

In den Casinos heisst es jeweils «rien ne va plus; les jeux sont faits». Wir zweifeln nicht, dass Lausanne Pully weiteres Personal verpflichten wird und in den Social Media mit Im­pressionen brilliert. Die Starwings haben diese Mittel bekanntlich nicht.

Starwings düpieren Pully-Lausanne auf und neben dem Parkett

Und darum ist es gut, dass die Starwings, die mit minimalsten Mitteln wacker oft das Optimum (und das sind nicht unbedingt Siege) erreichen, weiter im Schweizer Cup mit von der Partie sind. Und was Kameraführung, Service, Live-Stream und statistische Angaben anbelangt, so trennen die Waadtländer ganze Galaxien von den Birsfeldern um Präsidentin Gaby Weis und Vize-Präsident Pascal Donati. Die Baselbieter feiern gegen Pully-Lausanne also nicht nur auf dem Parkett, sondern vor allem auch daneben, einen feinen Erfolg.

Pully Lausanne – Starwings 69:74 (37:36)

Vallée Jeunesse. - 180 Zuschauer. - SR: Marmy/Tagliabue/Curty.

Lausanne: Pythoud, Anderson, Rodriguez, Calloway, Jones; Laster, Louissaint, Asase, Mbega, Mo­bilia, Hatch.

Starwings: Payne, Kostic, Fuchs, Calasan, Chuha: Blaser, Vranic: Babic, Christmann, Pausa, Streich.

Bemerkungen: Lausanne komplett. - Starwings ohne Pavlovic und Schneider (beide abwesend).