Basketball
Dezimierte Starwings verpassen Sensation gegen Neuchâtel knapp

Die Starwings verlieren gegen Union Neuchâtel mit 62:68 (24:41). Nachdem die Baselbieter im ersten Durchgang chancenlos waren, konnte das Team von Dragan Andrejevic in der zweiten Halbzeit nochmals aufdrehen. Die Aufholjagd blieb jedoch unbelohnt.

Jordi Küng
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JaCori Payne (am Ball) und die Starwings durchleben gegenwärtig keine einfache Phase.

JaCori Payne (am Ball) und die Starwings durchleben gegenwärtig keine einfache Phase.

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In den letzten 110 Sekunden verkam die Sporthalle Birsfelden doch noch zum Tollhaus, denn den de­zimierten «Wings» (nach 16 Minuten stand es 16:37) wäre fast ein Husarenstück. Beim Stande von 60:61 und 62:63 (und Ballbesitz Starwings) schien das Wun­der möglich zu sein.

Die Starwings haben von allen 12 A-Ligisten am wenigsten. An Spielern, an Mitteln, an Support, an Ressourcen. Und wenn zwei Akteure der Stammfünf ausfallen, die Talente der U23 unpässlich sind, steht gerade mal ein Quintett auf dem Feld. Dieses muss de facto durchspielen – ein Unding und im Welt-Basket quasi einzigartig.

Eine rich­tige Defensearbeit kann nicht stattfinden, denn man muss ja mit maximal vier Fouls durchkommen. Man muss die Kräfte einteilen – und keiner der Leistungsträger hat Druck, denn auf der Bank herrscht nahezu gähnende Leere.

Starker JaCori Payne als Ein-Mann-Team

Ein JaCori Payne wirft, egal gegen welchen Gegner, wie viele Mitspieler noch das blau-gelbe Trikot tragen und ob draussen Bise oder Südföhn herrscht, seine Punkte.

Immerhin zeigten die beiden Neuzuzüge Kevin Blaser und der konstant auf gutem Niveau spielende Ilija Vranic gegen Neuchâtel eine feine Partie. Und Branislav Kostic weiss, dass er durchspielen wird – egal, wie tief seine Trefferquoten auch sind. Frei nach dem Motto: Wenn ich noch ausfalle/fehle, sind es nur noch vier Spieler.

Die Realität waren die ersten beiden Viertel – das war ein Vergleich, den niemand haben will. Weil er weder für den Sieger, und schon noch weniger für die Dauerverlierer, etwas bringt. Sondern zur Farce wird und ganz viele Fragen aufwirft. Man kann sich aber natür­lich auch an die zweiten 20 Minuten halten und halbwegs erfreuen und von moralischen Erfolgen fabulieren.

Zuzüge sind wohl oder übel nötig

Eine Starwings-Equipe mit vier Profi-Ausländern (wie sie jeder andere Klub hat) und einem etwas breiteren Kader wäre ein valabler Kandidat für Platz 8. Wie man es macht, hat der RTV 1879 Basel bewiesen... nach 15 Niederlagen (bei einem Remis) wurden zwei Zuzüge aus der 1. Bundesliga getätigt. Und schon kamen die Realturner gegen einen Playoff-Kan­didaten (BSV Bern) zum 1. Saisonsieg.

Dass bei den Starwings jedoch seit jeher seriöses und weitsichtiges Wirtschaften über Aktionismus steht ist eine positive Tugend. Eine, die es überhaupt erst ermöglicht, dass der Verein mit den kleinen Budget sich konstant auf NLA-Niveau hält. Dennoch muss der Vorstand sich angesichts der gegenwärtigen Personalsituation Gedanken über potentielle Neuzugänge machen.

Starwings – Union Neuchâtel 62:68 (24:41)

Sporthalle Birsfelden. - 450 Zuschauer (Gratiseintritt). - SR: Novakovic/Ferroni/Demierre.

Starwings: Payne (25), Kostic (2), Blaser (8), Vranic (7), Calasan (17); Schneider (3); Babic, Pau­sa, Streich.

Neuchâtel: Colon (23), Jackson (4), Granvorka (4), Morris (14), Padgett (17), Williams (2), Kübler (2), Martin, Fofana (2); Memishi, Rodrigues, Wilkerson.

Bemerkungen: Starwings ohne Captain Fuchs (rekonvaleszent/Hirnerschütterung), US-Center Chu

ha (verletzt) sowie die Nachwuchsspieler Christmann und Pavlovic (abwesend). - Neuchâtel komplett. - Viertelsresultate: 12:22, 12:19 (24:41); 18:10 (42:51) und 20:17 (62:68). - Fouls: Star­wings 15, Neuchâtel 18.

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