Basketball
Der Underdog siegt gegen einstigen Serienmeister - Starwings feiern gegen Lugano den zweiten Saisonsieg

Im ersten Rückrunden-Match kamen die Starwings zum zweiten Saisonsieg. Gegen den einstigen Serienmeister Lugano zeigten die Birsfelder eine starke Leistung, beeindruckten mit einer traumhaften Dreier-Wurfquote und boten im letzten Viertel eine Basket-Gala und gewinnen am Ende mit 90:73.

Georges Küng
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Starwings Playmaker und Topskorer Deondre Burns.

Starwings Playmaker und Topskorer Deondre Burns.

Edgar Hänggi

Als Starwings-Center Cheikh Sane und Leistungsträger Nathan Krill nach 25 Minuten be­reits drei Fouls aufwiesen, musste «Wings»-Cheftrainer Dragan Andrejevic den Senegale­sen und den US-Profi auf die Bank beordern. Es war der Moment, wo das zuvor flüssige Spiel der Birsfelder ins Stocken geriet – und aus einem 57:51 wurde ein 59:64. Es waren fünf Minuten, die ans einstige «Grande Lugano» erinnerten, das Serienmeister wurde und sel­ten bis nie eine Meisterschaftspartie verlor.

Burns und Kostic erwischen einen guten Tag

Als zu Beginn des letzten Viertels wieder das Stammquintett auf dem Feld stand, kehrte die Partie vollends. Deondre Burns war ein genialer, umsichtiger Spielmacher, Teamcap­tain Branislav Kostic lieferte eine Partie, für die Superlative viel zu wenig sind. Das Birsfel­der Eigengewächs traf drei von drei Zweiern, fünf von sieben Drei­ern, holte sich sechs (!) Rebounds, gab vier Assists, liess sich zwei Ballgewinne notieren und hatte nur einen Ball­verlust. Wäre diese Bilanz sein Standard – Europa müsste sich um Kostic bemühen. Dass «Brani» zum besten Spieler gewählt wurde, war richtig – und das Profiquartett der Unter­baselbieter verbeugte sich vor Kostic und erwies ihm die verdiente Reverenz.

Die ersten 20 Minuten waren rassig, unterhaltsam und spannend gewesen. Der Gastgeber hatte eine unverschämte Wurfquote mit sieben von neun Dreiern (!) – die Weltklubs FC Bar­celona, Maccabi Tel Aviv, CSKA Moskau oder Real Madrid würden vor Neid erblassen. Aber der Tabellenvorletzte, der wie kein anderer Nationalliga-A-Verein durch das Corona­virus, Krankheiten, Blessuren und sonstigen Pannen gebeutelt worden war, hatte auch zu viele Ballverluste und einige Akteure versuchten «Wunderdinge», welche zu Ballverlusten und schnellen Gegenstössen der Luganesi führten, sodass die Tessiner nie skoremässig distanziert werden konnten. Und weil die Refs, mit Miss Ashley Carr als dritte Unpartei­ische, nach 22 Minuten bereits 12 Fouls gegen die Starwings, aber nur deren drei Foul­spiele gegen die Südschweizer gesehen hatten, kam die Equipe von Trainer Andrejevic in die Bredouille.

Ein Traumviertel für die Starwings

Und weil die Birsfelder zwischen der 31. und 40. Minute wie aus einem Guss aufspielten, die im 3. Viertel gezeigten Mängel ausmerzten, die Trefferquote steigerten und der Gast aus Lugano massiv abbaute, endete das letzte Viertel mit einem koketten 31:9 und einem sicheren Starwings-Erfolg.

Ein Sieg gegen eine Grössere macht noch keine Spitzenmannschaft aus. Aber es darf die These aufgestellt werden, dass die Starwings «en grand complet» und mit Akteuren, die aus Verletzungen (wie der smarte US-Flügel Matthew Milon) oder Krankheiten (wie Vranic) kommen und noch viel Steigerungspotenzial haben, gegen jeden Rivalen mithalten kön­nen. Aber in die­sen schweren Zeiten, in einer leeren Halle und als Geisterspiel ausgetra­gen, sind die Resultate weiter­hin marginal – wichtiger ist, dass der einzige Deutschschwei­zer Klub der Nationalliga A, mit einem erweiterten, dynamischen Vorstand, diese junge Mannschaft weiter entwickeln kann. Wenn dies gelingt, könnte man an die Zeiten mit den legendären Mike Coffin, Jared McCurry, Raymond Henderson, Ne­nad Delic, Maxime Ja­quier, Tony Brown oder Vernard Hollins anknüpfen, wo nicht nur Lu­gano «Grande» war, sondern auch die Starwings.

Starwings – BC Lugano 90:73 (47:43)

Sporthalle Birsfelden. - keine Zuschauer. - SR: Novakovic/Curty/Carr.

Starwings: Kostic (23), Burns (24), Krill (16), Vranic (2), Sane (14); Haile, Milon (7), Fuchs (2), Mi­lenkovic (2), Fasnacht, Davet, Pausa.

Lugano: Jackson (15), Togninalli (2), Steinmann (13), Aw (14), Nikolic (15); Bracelli, Minnie (14), Stevanovic: Kovac, Mina.

Bemerkungen: Starwings komplett. - Lugano ohne Louissaint (verletzt). Viertelsresultate: 22:21, 25:22 (47:43); 12:21 (59:64) und 31:9 (90:73). - Fouls: Starwings 17, Lugano 15. - Zu den besten Spielern wurden Branislav Kostic und Uros Nikolic gewählt.

Die Gesamte Partie im Re-Live: