Basel zum fünften Mal in der Königsklasse

FUSSBALL. Der FC Basel spielt ab dem 17. oder 18. September zum fünften Mal nach 2002, 2008, 2010 und 2011 im «Konzert der Grossen» mit. Der Schweizer Meister kam sechs Tage nach dem 4:2 vom Hinspiel im zweiten Duell mit Ludogorez Rasgrad zu einem 2:0-Sieg.

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Basler Jubel nach dem 2:0 (Bild: Keystone)

Basler Jubel nach dem 2:0 (Bild: Keystone)

Gegen wen das Team von Murat Yakin in den sechs Vorrunden-Partien anzutreten hat, wird die Auslosung vom Donnerstag ab 17.45 Uhr in Monaco ergeben. Basel werden mit Sicherheit zwei Topteams zugeteilt, aus Topf 4 wäre der Serie-A-Zweite Napoli ein möglicher Gegner. Ohne eine Minute in der Gruppenphase gespielt zu haben, hat der FCB UEFA-Prämien in der Höhe von 10,7 Millionen Euro bereits auf sicher. Dazu werden pro Sieg eine Million und pro Remis eine halbe Million sowie die Einnahmen aus dem TV-Pool, dem Catering und dem Ticketverkauf für die drei Heimspiele kommen.

Frühe Vorentscheidung
Knapp elf Minuten brauchte der FCB, um den bulgarischen Gegner den letzten Funken Hoffnung zu nehmen. Das Drehbuch der Partie vor nur 15'733 Zuschauern hatte, wie von diversen Exponenten gewünscht, das perfekte Szenario parat. Denn die erste Standardsituation führt bereits zum ersten Treffer für das Heimteam, das auch im elften Pflichtspiel der Saison in Führung ging. Drei Spieler schafften es nicht, nach dem Corner von Marcelo Diaz zu befreien, der davon etwas überraschte Fabian Frei konnte freistehend per Kopf das 1:0 erzielen. Ludogorez hätte die Partie nach der 2:4-Heimniederlage vom letzten Mittwoch also 4:1 gewinnen müssen, um die Kehrtwende noch zu schaffen.

Degens erstes Tor
Letztlich wurde das achte Basler Europacup-Heimspiel in Serie ohne Niederlage zu einer Art Wundenpflege. Mit Philipp Degen gelang einem Spieler das 2:0, der in Murat Yakins Gunst aufgrund seiner (zu of zu) offensiven Ausrichtung nicht zuoberst zu stehen scheint. Drei Minuten nach seiner Einwechslung setzte der Rechtsverteidiger in der 79. nach einem Corner des ebenfalls eingetretenen Matias Delgado den Schlusspunkt. Im 36. internationalen Einsatz mit dem FCB war es Degens erster Treffer, was Captain Marco Streller auf der Ersatzbank sitzend auf seine Weise «kommentierte». Er schlug lachend die Hände über dem Kopf zusammen.

Sios Chancen
Den FCB zu ärgern, wie es etwa der Basler Goalie Yann Sommer erwartet hatte, war Ludogorez nicht einmal im Ansatz gelungen. Durch einen Lattenschuss von Ivan Stojanov (14.) und einen Volley von Roman Bezjak (33.) kam der bulgarische Meisterschaftsleader zwar zu zwei Chancen. Er hätte aber genauso gut schon früher als erst in der Schlussphase 0:2 in Rückstand geraten können. Ein Schuss war nach einer feinen Einzelleistung des emsigen Giovanni Sio vom Pfosten abgeprallt (16.). Der Ivorer offenbarte auch in seinem dritten Einsatz seine Qualitäten, auch wenn er erstmals ohne Torerfolg blieb. Der in der Bundesliga gescheiterte Stürmer, der kurz vor der Pause eine zweite Möglichkeit vergab, war ständig anspielbereit und schaffte es immer wieder geschickt, den Ball abzuschirmen.

Für Basel erweist sich der Zuzug des Afrikaners als durchaus lohnenswertes Geschäft. 650'000 Franken, so hat die «Tageswoche» recherchiert, kostete Sios Verpflichtung nach der Abgabe von «Bad Boy» Raul Bobadilla an Mehraufwand. «Dafür hat der FCB einen Spieler bekommen, der einen besseren Leumund besitzt als Bobadilla.»

Rasgrads Resignation
Basel befand sich nie in Gefahr, sich wie im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde in Tel-Aviv (3:3 nach 3:0-Führung) noch in eine heikle Situation zu manövrieren. Oder zum erst zweiten Mal nach dem UEFA-Cup-Viertelfinal gegen Middlesbrough vor sieben Jahren einen Zweitore-Vorsprung nicht ins Ziel zu bringen. Eine Spur Resignation war beim Gegner bereits nach dem Hinspiel zu erkennen gewesen. «Wir machen uns keine Illusionen: Von uns wird im Rückspiel nichts mehr erwartet», hatte Trainer Stoitscho Stojev gesagt. Als dem FCB das 1:0 gelang, war die Körpersprache der Spieler von Ludogorez eindeutig. Nun wurde wirklich nichts mehr erwartet.

Das resultatorientierte Auftreten, wie Yakin die Spielart zu bezeichnen pflegt, deutete sich in der Startformation an. Als Rechtsverteidiger durfte wie in Sofia Kay Voser auflaufen, mit Taulant Xhaka setzte Yakin auch im Mittelfeld (anstelle von Mohamed Elneny) auf die defensivere Variante. Beide Akteure erfüllten ihre Aufgabe, ohne wie der Rest des Teams wirklich ans Leistungslimit gehen zu müssen. Nach einem Jahr Champions-League-Absenz und dem dafür umso erfolgreicheren Parcours in der Europa League dürften die nächsten Aufgaben für den FC Basel nun wesentlich schwieriger werden. (sda)