Basel bietet der Übermacht Paroli

Der FC Basel kann sich zu Hause in der Champions League gegen Real Madrid für das 1:5 revanchieren, das im Hinspiel resultiert hatte. Zwar verliert der Schweizer Meister gegen den Titelverteidiger 0:1, zeigt aber eine sehr gute Leistung.

Andy Sager/Basel
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FUSSBALL. «Es wird eine andere Partie als in Madrid», waren sich Trainer und Spieler von Basel und Real Madrid vor dem gestrigen Champions-League-Spiel einig. Und tatsächlich war ein Vergleich zum 1:5 im Bernabeu unzulässig. Zu gekonnt agierte Basel vor den 36 000 heimischen Zuschauern. Und das obwohl Madrid das Spiel ernst nahm, wie die Aufstellung verdeutlichte. Obschon der Titelverteidiger bereits als Achtelfinalist feststand, bot Carlo Ancelotti nahezu sein bestes Team auf. Einzig Goalie Keylor Navas und Aussenverteidiger Fabio Coentrão kamen neu ins Team. Raphaël Varane ersetzte in der Verteidigung wie geplant Pepe. Die Offensivleute, die die vergangenen 14 Spiele dank 56 Toren gewonnen hatten, sollten es also auch gegen Basel richten.

Madrid im Aufbau gestört

Vorerst kamen Cristiano Ronaldo und seine Gefährten aber nicht zur Entfaltung. Obwohl Basel eine gewisse Nervosität anzumerken war, gelang es dem Team von Paulo Sousa, durch frühes Stören einige Madrider Fehlpässe zu provozieren. Das Heimteam stellte sich nicht nur mit Mann und Maus vor das eigene Tor, wie es manch ein Team gegen solch offensivstarke Gegner machen würde. Basels offensiven Breel Embolo und Derlis Gonzalez gelang bei den Angriffen ob ihrer Nervosität aber lange wenig.

Es dauerte zwanzig Minuten, ehe Madrid – in Person von Ronaldo – das erste Mal Basel-Goalie Tomás Vaclík prüfte, vorerst erfolglos. Es entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Plötzlich aber schlug das Momentum doch zugunsten Madrids um. Karim Benzema spielte sich in der 35. Minute auf der Seite durch und bediente Ronaldo, der nur einzuschieben brauchte: 1:0.

Basel liess sich davon nicht beeindrucken. Das Heimteam störte die Gäste weiterhin früh im Spielaufbau und kam so zu guten Chancen. Madrids Goalie Navas hatte aber jeweils wenig Mühe zu parieren.

Nach der Pause schaltete Madrid gar einen Gang zurück. Basel konnte sein Spiel aufziehen, die Gäste warteten geduldig auf Konterchancen. Ronaldo, Benzema und Gareth Bale sehnten sich jedoch vergebens nach langen Pässen. Doch auch Basel vergab die Chancen, die sich boten: So verstolperte Embolo den Ball, als er Navas umkurven wollte.

Als sowohl Bale als auch Ronaldo etwa eine Viertelstunde vor Schluss nur die Latte bzw. den Pfosten trafen, war zu befürchten, dass die Madrilenen nun die endgültige Entscheidung erzwingen wollten. Basel aber steckte nicht auf. Angetrieben von seinen Anhängern versuchte das Team bis zuletzt, dem übermächtigen Real ein Unentschieden abzutrotzen.

Am Ende mussten sich beide Mannschaften mit dem 0:1 abfinden. Für Basel war das ein schlechter Lohn für eine sehr gute Leistung. Das Heimteam überzeugte im Kollektiv – hervorzuheben sind indes die Leistungen von Philipp Degen und des Ostschweizers Fabian Frei.

Basel reicht ein Unentschieden

Madrid steht nun als Gruppensieger fest. Basel reicht im abschliessenden Spiel gegen Liverpool ein Unentschieden für den Einzug in die Achtelfinals.