BARRAGE: Das nächste Nervenspiel

Fortitudo Gossau trifft heute im letzten Spiel der Saison auf Stäfa. Die Partie entscheidet, ob die Fürstenländer in der NLA bleiben. Sie starten mit einer Hypothek.

Ives Bruggmann
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Ives Bruggmann

Es war die erste Niederlage nach sieben Siegen in Serie. Fortitudo Gossau verlor vor einer Woche gegen Stäfa auswärts das Barrage-Hinspiel mit 28:29. Damit ist die Ausgangslage vor dem Rückspiel heute um 17.30 Uhr in der Buechenwaldhalle folgende: Die Fürstenländer brauchen entweder einen Sieg mit zwei Toren Unterschied oder sie gewinnen mit einem Treffer Differenz, kassieren aber weniger als 28 Tore.

Trotz dieser Hypothek von einem Treffer ist Gossau gegen den NLB-Vertreter vom Zürichsee weiterhin favorisiert. Denn das Team von Trainer Rolf Erdin kennt solche Alles-oder-nichts-Situationen aus dem Effeff. Zudem liegt nun der Heimvorteil bei den St. Gallern. «Ich erwarte eine volle Hütte mit einer Riesenstimmung», sagt Fortitudos Präsident Franz Würth. Er empfehle den Zuschauern aufgrund des grossen Andrangs, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen.

Als Präsident wird Würth die Aufgabe zukommen, die Spieler, welche den Verein verlassen, zu verabschieden: Valon Dedaj, Marcel Oertig und Gabor Busa. «Das ist Teil des Geschäfts», sagt Würth. Der Verein werde ver­suchen, diese Spieler adäquat zu ersetzen.

Erdin sieht Steigerungspotenzial

Verabschiedungen hin oder her, für die Mannschaft gilt es, sich voll auf das Spiel zu fokussieren. Der Trainer sieht im Vergleich zum Hinspiel Steigerungspotenzial. «Im Rückraum müssen wir geduldiger agieren. Auch in der Chancenverwertung haben wir Luft nach oben», sagt Erdin. Auch die Deckung sollte ein wenig präsenter sein. «Wir müssen zum Beispiel Nicola Brunner besser im Griff haben.» Der Flügelspieler der Stäfner erzielte im Hinspiel neun Treffer aus eben so vielen Versuchen. Erdin verheimlicht nicht, dass beim ihm die Anspannung schon da ist. «Es wird wiederum ein Nervenspiel», sagt er. Er hätte aber nichts dagegen, wenn das Resultat deutlicher ausfiele. Auch wenn solche Partien mental durchaus an die Substanz gingen, sagt Erdin: «Das ist unser Business. Danach haben wir ­genug Zeit, um abzuschalten.»

Captain Gabriel Würth blickt mit einem guten Gefühl auf die entscheidende Partie um den letzten Platz in der NLA. «Jeder in der Mannschaft freut sich auf dieses Spiel», ist er sich sicher. «Die Vorfreude wird sich aber auch mit ein wenig Nervosität mischen», sagt Würth. Das Team wolle das Positive aus dem ersten Spiel mitnehmen. «Das weniger Gute haben wir analysiert. Wir werden im Rückspiel versuchen, das besser zu machen.» Würth spricht dabei vor allem die 29 Gegentreffer an. «Das ist zu viel. Wir müssen hinten kompakter stehen.» 28 Treffer in der Offensive seien hingegen nicht so schlecht. «Auch wenn wir nicht den besten Tag erwischt haben.» Deswegen gilt für den Captain: «Wir müssen auf uns schauen.»

Neun Jahre lang das Maximum herausgeholt

Neun Jahre spielt Gossau mittlerweile in der höchsten Hand­ballliga der Schweiz. Aus einem minimalen Budget hat Fortitudo immer wieder das Maximum her­ausgeholt. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft wird immer wieder hervorgehoben. «Den gibt es wohl in dieser Form nirgendwo in der Schweiz», sagte Regisseur Valon Dedaj unlängst. Auch im letzten Nervenspiel wird der Teamgeist der Goss­auer wieder gefragt sein.