Bald wieder sportliche Zeichen?

Vieles deutet darauf hin, dass der FC St. Gallen überlebt. Das nächste Ziel des Vereins wird es sein, sich in der Super League zu halten. Dabei soll auch ein Sportchef helfen. Spekulationen über die sportliche Zukunft.

Patricia Loher
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Fussball. Heute ab 13.30 Uhr werden die Verantwortlichen an einer Medienkonferenz bekanntgeben, ob der FC St. Gallen seinen Überlebenskampf gewonnen hat, ob es eine Zukunft gibt für diesen Verein mit seiner grossen Anhängerschaft. Das Interesse wird enorm sein, kaum jemanden hat das Schicksal des FC St. Gallen kalt gelassen – selbst national gehörten die Schlagzeilen zuletzt dem Traditionsverein. Gut möglich, dass es bald wieder vermehrt um den Sport gehen wird.

Dass sich die Mannschaft nach dem schlechten Saisonstart gefunden und den Anschluss ans Tabellenmittelfeld geschafft hat, war in den vergangenen Wochen nur noch am Rande von Interesse.

Hörmann in der AFG Arena

Sollte heute bekannt werden, dass der Club tatsächlich eine Zukunft hat, dürfte es bald darum gehen, auch sportlich ein Zeichen zu setzen.

Investor Dölf Früh, selber die treibende Kraft auf der Suche nach den überlebenswichtigen Geldern, hielt schon im Sommer an der Medienkonferenz von Kanton und Stadt St. Gallen fest, dass es nach einer allfälligen Sanierung das Ziel sei, wieder einen Sportchef zu engagieren. Bevor Peter Stadelmann vor wenigen Wochen seinen Rücktritt bekanntgab, befasste sich eine dreiköpfige Sportkommission mit möglichen Zu- und Abgängen. Doch die Wege sollen wieder kürzer werden.

Zur Personalia Sportchef äusserten sich die Verantwortlichen nie. Wer die Augen offen hielt, machte aber immer wieder das eine oder andere bekannte Gesicht aus. So hielt sich beispielsweise Walter Hörmann in der AFG Arena auf. Der Österreicher spielte in den 1980er-Jahren für die Ostschweizer, trainierte 2004 für eine Saison den FC Wil und ist derzeit sportlicher Leiter des vorarlbergischen 2.-Bundesliga-Clubs Altach. Regelmässig zu Gast in der Ostschweiz ist Stefan Wolf, ehemaliger St. Galler Innenverteidiger und Nationalspieler.

Wolf analysiert für Gäste in den Logen die Partien. Zudem hilft er jungen Sportlern, ihre Karriere zu planen.

Stilz, Thoma?

Vielleicht wurde auch schon an Roger Stilz gedacht. Der Tübacher lebt in Hamburg und hat den 5.-Liga-Verein Victoria als spielender Co-Trainer in die zweite Cup-Runde geführt, wo er auf den Bundesligaclub Wolfsburg traf. In der damaligen NLB spielten Stilz und St. Gallens Trainer Uli Forte gemeinsam für Kriens.

Grosse Erfahrung, wie aus bescheidenen Mitteln viel herausgeholt werden kann, hat aber vor allem Axel Thoma. Thoma und Forte arbeiteten schon in der Challenge League beim FC Wil zusammen. Der aktuelle Interimstrainer in Wil sagt, vom grossen Nachbarn nicht angefragt worden zu sein. Ebenfalls spekuliert werden darf über die Namen von Jörg Stiel, von Verwaltungsrat Marco Zwyssig und von Roger Wagner, die beide der Sportkommission angehören.

Allerdings ist ungewiss, ob dieses Gremium bei der Anstellung eines Sportchefs tatsächlich aufgelöst wird. Die Zukunft kann aber wohl erst heute beginnen.

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