Austeilen, einstecken

Einwurf

Patricia Loher
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Wer austeilt, muss auch einstecken können. Zlatan Ibrahimovic, bekannt für kernige Sprüche, habe sich «manchmal wie ein Idiot aufgeführt», sagte Anders Svensson. Der 40-Jährige ist schwedischer Rekord-Internationaler, 2013 trat er aus dem Nationalteam zurück. In dieser Woche hielt Svensson irgendwo in Schweden vor 50 Zuhörern einen Vortrag, der um die Welt ging und den vor allem sein früherer Teamkollege Ibrahimovic nicht so schnell vergessen wird. «Mitunter benahm er sich so besorgniserregend schlecht gegenüber einigen Spielern, dass man sich fragte, was da eigentlich gerade passiert war», sagte Svensson.

Vielleicht waren die Worte von Svensson für die einen eine Majestätsbeleidigung. Andere aber haben sich womöglich ins Fäustchen gelacht. Vielleicht Pep Guardiola, mit dem Ibrahimovic in Barcelona nicht zurechtgekommen war. Über den Spanier sagte der Schwede einst: «Wir brauchen den Philosophen nicht, der Zwerg und ich reichen völlig aus» – mit dem Philosophen war Guardiola gemeint, mit dem Zwerg Lionel Messi.

Ibrahimovic, der nun für Manchester United spielt, gehört zu den schillernden Figuren des Fussballs: grossmaulig, egozentrisch, unberechenbar. Es zirkuliert in diesen Tagen eine Postkarte, sie hängt in manchen Büros und vielleicht auch schon über dem Bett von Ibrahimovic. Auf der Karte steht geschrieben: «Nett sein kann ich auch, bringt aber nix.»