AUSNAHMEATHLETIN: Ironman-Hattrick im Visier

Daniela Ryf kann auf Hawaii zum dritten Mal gewinnen. Mit erst 30 Jahren schaffte noch keine Frau vor Ryf drei Siege in Folge am berühmtesten Triathlon der Welt.

Richard Stoffel (sda)
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Schon 2015 erreichte Daniela Ryf das Ziel als Erste. (Bild: Mark Terrill/AP)

Schon 2015 erreichte Daniela Ryf das Ziel als Erste. (Bild: Mark Terrill/AP)

Richard Stoffel (SDA)

Einen Hattrick an der Ironman-WM hatte zuletzt die vierfache Ironman-Weltmeisterin Chrissie Wellington von 2007 bis 2009 realisiert. Vor Wellington gelang dies der sechsfachen Schweizer Ironman-Weltmeisterin Natascha Badmann von 2000 bis 2002 bei ihren Erfolgen Nummer zwei bis vier. Ansonsten schafften dies in der knapp 40-jährigen Geschichte des legendären Wettkampfs nur noch Rekordsiegerin Paula Newby-Fraser aus Simbabwe sowie die beiden sechsfachen US-Champions Dave Scott und Mark Allen. Von den Frauen war einzig Newby-Fraser noch jünger bei ihrem dritten Triumph auf Hawaii als aktuell Ryf, schaffte aber einen Hattrick erst im Alter von 32 Jahren. Der Triathlon auf Hawaii findet dieses Jahr in der Nacht auf Sonntag statt.

Daniela Ryf war schon im Vorjahr von ihrem Trainer Brett Sutton geadelt worden. «Als beste Ironman-Performance einer Frau aller Zeiten» hatte der Australier den Streckenrekord der Solothurnerin von 8:46:46 Stunden auf Hawaii bezeichnet. Ryf hatte damals auf eine Solo-Vorausfahrt auf dem Rad eine persönliche Marathon-Bestzeit von 2:56:52 Stunden folgen lassen.

Saisonende mit Jagd auf Millionen-Dollar-Jackpot

Über die halbe Ironman-Distanz ist Ryf seit fünf Wochen die erste dreifache Weltmeisterin. Und da Ryf schon Ende Januar auch über die halbe Ironman-Distanz gewonnen hat, kann sie heuer Ende November mit einem weiteren Sieg zum Saisonabschluss am 70.3 Bahrain am 5. November zum zweiten Mal nach 2015 den Millionen-Dollar-Jackpot mit der Triple Crown gewinnen. Die Triple Crown besteht aus einem 70.3 Ironman in Dubai im Januar, der 70.3-Ironman-WM sowie dem 70.3 Bahrain.

Dabei hatte Ryf beim Saisonstart noch mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Wegen Rückenproblemen konnte sie im Frühjahr über Wochen hinweg nur in reduziertem Umfang trainieren. Dennoch gewann sie unter anderem die afrikanischen Ironman-Meisterschaften in Südafrika und verteidigte auch ihren Titel an der Challenge Roth – ebenfalls über die Ironman-Distanz – ungefährdet. Als voraussichtlich stärkste Herausforderinnen Ryfs gelten die zähe Vorjahresdritte Heather Jackson aus den USA sowie die Australierin Sarah Crowley.

Schweizer Männer in einer Nebenrolle

Aussenseiter im Kampf um die Ränge unter den ersten zehn bei den Männern sind die Schweizer Ronnie Schildknecht, Ruedi Wild und Jan van Berkel. Der elffache Schweizer Ironman-Titelträger Schildknecht, der seit dem vierten Rang von 2008 auf Hawaii nie mehr unter die ersten zehn kam, ist im hochkarätigen Feld der Männer für ein Topresultat gut. Aber nur, wenn er an seine Leistung vom zweiten Rang an der nordamerikanischen Ironman-Meisterschaft im Frühling in Texas anknüpfen kann.