Brühl II vor dem Schweizer Cup-Halbfinal: Aus dem Schatten ins Licht

Der LC Brühl II bestreitet am Dienstag um 20.15 Uhr im Athletik-Zentrum den Cuphalbfinal.

Ives Bruggmann
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Für Brühls Patrizia Brunner, Mirjam Ackermann und Katarina Kaiser (von links) ist der Cuphalbfinal von heute Abend eine wohl einmalige Gelegenheit.

Für Brühls Patrizia Brunner, Mirjam Ackermann und Katarina Kaiser (von links) ist der Cuphalbfinal von heute Abend eine wohl einmalige Gelegenheit.

Bild: Ralph Ribi

Als zweite Equipe stehen die NLB-Handballerinnen des LC Brühl normalerweise im Schatten des 31-fachen Meisterteams. Nicht so am Dienstag. Da tritt Brühl II für einmal ins Scheinwerferlicht. Um 20.15 Uhr im Athletik-Zentrum bestreitet die NLB-Equipe den Halbfinal des Schweizer Cups gegen Herzogenbuchsee aus der NLA.

Für die jungen Spielerinnen eine einmalige Gelegenheit. Es winkt der Final, der am 15. März in der Gümliger Handballarena stattfinden wird. «Es ist der Höhepunkt schlechthin für uns», sagt Captain Patrizia Brunner. Für viele Spielerinnen sei es das erste Mal überhaupt, dass sie etwas Grosses erreichen können. Zwar wurde die Equipe in der NLB mehrmals Meister, aber der Aufstieg in die höchste Spielklasse ist reglementarisch nicht möglich. Und im Vordergrund steht ohnehin die Entwicklung der jungen Talente. Sind diese dann weit genug, wechseln sie in das NLA-Team.

Der Druck lastet auf Herzogenbuchsee

Der Gegner der St.Gallerinnen ist mit Herzogenbuchsee der Tabellensechste der NLA. Zuletzt verloren die Bernerinnen vier Partien hintereinander. Insgesamt resultierten aus zehn Spielen lediglich zwei Siege. Ein Erfolg wäre für Brühl wohl eine Überraschung, aber keineswegs eine Sensation. Dennoch gehen die Ostschweizerinnen als Aussenseiterinnen in den Halbfinal. «Wenn wir einen guten Tag erwischen, könnte es ein knappes Spiel werden», sagt Mirjam Ackermann, die 21-jährige Kreisläuferin der St.Gallerinnen. Zudem laste als unterklassiges Team der Druck nicht auf ihnen. «Wir können befreit aufspielen.»

In der Vorbereitung auf den Höhepunkt veränderten die Trainerinnen Beata Kulcsar und Monika Simova nichts. Sie läuft genau gleich ab wie vor einem Meisterschaftsspiel. Heisst: Die Trainerinnen übernehmen das Videostudium, in den Einheiten wird das Deckungssystem des Gegners simuliert. So wissen die Brühlerinnen, dass die Oberaargauerinnen wohl mit einem offensiven 3:2:1-Deckungssystem antreten werden. «Wir müssen die Fehlerquote tiefhalten und eine gute Wurfquote erzielen», sagt die 18-jährige Katarina Kaiser, die im Rückraum agiert. «Wenn wir darüber hinaus in der Defensive kompakt stehen, haben wir eine Chance.» In der Meisterschaft tankte Brühl II zuletzt mit zwei Siegen Selbstvertrauen und steht nun auf Platz drei der Tabelle. Die Abläufe innerhalb des Teams mit einer Altersspanne von 16 bis 24 Jahren funktionieren immer besser.

Bis zu zehn Einheiten pro Woche

Dafür trainiert die Equipe dreimal pro Woche, absolviert an einem Abend aber jeweils zwei Einheiten. Zudem bietet der Verein die Möglichkeit für Trainings am Mittag an. So kommt eine Spielerin wie Katarina Kaiser in einer Woche auf zehn Einheiten. Für den Halbfinal setzen die St.Gallerinnen auch auf ihren Teamgeist. «Wir gönnen einander den Erfolg, auch wenn wir vielleicht Konkurrentinnen auf derselben Position sind», sagt Mirjam Ackermann.

Wachsen die Brühlerinnen über sich hinaus, folgt mit dem Cupfinal ein wohl einmaliges Ereignis für eine zweite Equipe.