AUFWÄRTSTENDENZ: Pause tut Simon Ammann gut

Simon Ammann startet heute gegen den Slowenen Jurij Tepes zur Vierschanzentournée in Oberstdorf. Der 35-jährige Toggenburger nimmt die Qualifikationshürde ohne Schwierigkeiten.

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Die Skispringer hatten seit ihrem letzten Wettkampfsprung in Engelberg zehn Tage Pause. Zu viel Stille über die Weihnachtszeit ist im Prinzip nicht gut, denn sie unterbricht den Fluss. Training bleibt Training, die Übungseinheiten ersetzen den Wettkampfrhythmus nicht. Und im Falle der Schweizer Springer war auch das Training zu kurz gekommen. Wegen starker Winde konnten die Tage nach Engelberg nicht wunschgemäss genutzt werden.

Simon Ammann hingegen kam der Unterbruch nicht ungelegen. «Die Pause tat gut», sagte er und sprach damit den mentalen Aspekt an. Nach einer Serie von negativen Resultaten kann eine Pause helfen, um die Sache abzuhaken und den Blick wieder gezielt nach vorne zu richten. «Jetzt brenne ich wieder darauf, auf die Schanzen zu kommen», sagte Ammann in Oberstdorf. «Nur wenn ich stetig an meinem Sprung arbeiten kann, komme ich zur Ruhe.»

Die Gelegenheit, an seiner Form zu feilen, erhielt Ammann gestern mit zwei Trainingssprüngen und dem Flug in der Qualifikation. Der Schweizer zeigte sich mit seinen Klassierungen – dreimal der 29. Platz – halbwegs zufrieden. Nicht wegen des Resultats, sondern weil sich in den ersten zwei Umgängen eine leichte Asymmetrie in den Sprung einschlich. Diesen Fehler konnte der 35-Jährige im Wettkampfsprung ausmerzen. «Leider habe ich zum Schluss etwas zu wenig über den Ski rotiert, sonst wäre ich noch drei bis fünf Meter weiter geflogen», sagte Ammann zu seinem Flug auf 128,5 Meter. Eine leichte Steigerung wird noch notwendig sein, um sich heute im Vergleich mit Jurij Tepes für den Finaldurchgang zu qualifizieren.

Immer noch humorvoll

«Ich zähle zwar zu den äussersten Aussenseitern, aber ich freue mich auch so auf die Tournée. Sie ist immer speziell», sagte Ammann – und schob einen Spruch nach, der zeigt, dass er den Humor nicht verloren hat: «In Österreich habe ich schon vieles erlebt. Ich habe dort nie gewonnen – um mit der schlimmsten Sache anzufangen.» Seit seinem schlimmen Sturz vor knapp zwei Jahren in Bischofshofen und der damit verbundenen Umstellung der Landung kämpft Ammann um den Anschluss.

0,4 Punkte fehlen Gabriel Karlen

Gabriel Karlen ist der einzige Schweizer, der mit dem bisherigen Saisonverlauf einigermassen zufrieden sein kann. In Oberstdorf musste der 22-jährige Berner allerdings eine bittere Pille schlucken. 0,4 Punkte fehlten ihm zur Qualifikation für den Wettkampf. Karlen hatte im Training den Rhythmus überhaupt nicht gefunden, danach gelang ihm eine Steigerung. Allerdings schlug er nach dem Absprung hinten bei der Öffnung ins «V» die Ski aneinander. «Dieser Fehler kostete die entscheidenden Meter», sagte er. Der Qualifikationssieg ging an den Norweger Daniel-André Tande. (sda)