AUFWÄRTSTENDENZ: «Das kann nicht der Schluss sein»

Simon Ammann setzt seine Karriere fort. Aufgrund von Verbesserungen, harter Arbeit und dem wiedergefundenen Fluggefühl will er auch an den kommenden Olympischen Spielen in Südkorea teilnehmen.

Roman Eberle (sda), Lahti
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«Der Schwung hat wieder eingesetzt»: Simon Ammanns Zuversicht ist an der WM gewachsen. (Bild: Pekka Sipola/EPA (Lahti, 2. März 2017))

«Der Schwung hat wieder eingesetzt»: Simon Ammanns Zuversicht ist an der WM gewachsen. (Bild: Pekka Sipola/EPA (Lahti, 2. März 2017))

Roman Eberle (SDA), Lahti

Auch ohne den angestrebten Top-Ten-Platz konnte Simon Ammann nach der WM in Lahti ein positives Fazit ziehen. Der Toggenburger freut sich über die erzielten Fortschritte in den vergangenen Wochen. Seine Zuversicht wächst. Ammann wirkte an den Titelkämpfen in Finnland sehr fokussiert und entschlossen. Am Donnerstag nach dem WM-Einzelspringen von der Grossschanze gab der vierfache Olympiasieger bekannt, dass er seine Karriere fortsetzen wird und bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang an den Start gehen will. Der frühe Zeitpunkt dieser Bekanntgabe überraschte.

Probleme erkannt

In Lahti an der WM sprach Ammann von neu gefundenem Fluggefühl und von grossem Vertrauen. Es tue sehr gut, diese Flug-Fortschritte gemacht zu haben. «Danach habe ich in diesem Winter lange gesucht.» So sei auch der Entscheid, nach dieser Saison eine weitere in Angriff nehmen zu wollen, nicht spontan gewesen. «Wenn man so viel investiert wie ich im Januar nach der Vierschanzentournee, wenn man hart am Fortschritt arbeitet, dann macht man das nicht einfach so. Wenn man diesen Weg geht, kann es jetzt nicht der Schluss sein», so Ammann. Nun habe der Schwung langsam wieder eingesetzt.

Erstaunlich sei gewesen, dass er nach der Leistung vom vergangenen Jahr in dieser Saison noch einmal einen Schritt habe zurück machen müssen, bis es wieder vorwärts ging. «Da fragte ich mich selber, wieso ich die Probleme nicht früher erkannt habe», sagte der 35-Jährige. Im Januar verpasste Ammann sowohl an der Vierschanzentournee als auch anschliessend in Zakopane stets den Finaldurchgang der besten 30. «Nach dem Wettkampf in Innsbruck dachte ich: Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Und dann hat es mir nochmals voll eins um die Ohren gehauen», blickte er zurück.

Gutes Gesamtbild mehrerer Sprünge

Der 35-Jährige stieg daraufhin temporär aus dem Weltcup aus und absolvierte mit seinen Teamkollegen Trainingseinheiten in Planica. Danach trat er zu zwei Wettkämpfen im Continental-Cup an, der zweithöchsten Wettkampfstufe. An jenem Wochenende ist ihm in Bischofshofen ein hervorragender Trainingssprung gelungen. «Das sind Momente gewesen, um die ich im Nachhinein froh bin, dass es sie gegeben hat. Solche Erfolgserlebnisse sind notwendig», betonte er.

In Lahti beendete Ammann das Springen von der Normalschanze im 21. Rang, jenes von der Grossschanze auf Platz 14. «Mit einem Top-10-Ergebnis wäre ich schon zufriedener gewesen. Für mich ist es aber sehr wichtig, dass der Sprung als Ganzes ein gutes Bild gibt. Das war jetzt ein paar Mal zu sehen in Lahti», fügte er an.