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AUFTAKT: Traum vom Ende der Dominanz

Vor dem Start zur 55. Bundesliga-Saison morgen steht ausser Frage: Bayern München ist grosser Favorit. Borussia Dortmund hingegen wirkt im Nachgang zur Tuchel-Affäre weiterhin angeschlagen.
Sven Schoch (sda)
Der neue Dortmund-Trainer Peter Bosz beerbt Thomas Tuchel und soll wieder Ruhe in den Verein bringen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Der neue Dortmund-Trainer Peter Bosz beerbt Thomas Tuchel und soll wieder Ruhe in den Verein bringen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Sven Schoch (SDA)

Oliver Kahn hat eine Vergangenheit als Goalie-Titan und gilt heute in Expertenkreisen als Schwergewicht. Der ZDF-Analyst fällt mit besonnenen Einschätzungen auf. Seine Einschätzungen bleiben haften – auch bei den Machern der Liga. Und Kahn rechnet fest mit dem sechsten Meisterschaftsgewinn Bayerns in Serie. Er ist sich sicher, «dass der Wettbewerb unausgeglichen bleibt».Der Champions-League-Sieger von 2001 sorgt sich nicht um den Status des Rekordmeisters, ihm geht es um die internationale Ausstrahlung der Liga.

Die Bemühungen der populärsten deutschen Clubs, sich mit ausgedehnten Touren in Fernost interkontinentale Werbemarktanteile zu sichern, genügen nicht nur seiner Ansicht nach nicht. Kahn bekräftigte kürzlich in einem «Kicker»-Interview, dass ein Club wie Bayern München an der internationalen Transferbörse künftig deutlich mehr Risiken eingehen müsste, um weiterhin zur europäischen Spitzenklasse zu gehören. Finanziell bietet die Bundesliga einen respektablen Spielraum. Der bis 2021 vereinbarte TV-Vertrag ist für die 36 Teams der beiden höchsten Ligen mit 1,208 Milliarden Euro dotiert. Der Titelhalter kassiert gegen 97 Millionen als Startgeld. Angesichts der Finanzkraft der Premier League und vereinzelter Investoren aus der Golfregion sind die Bundesliga-Vertreter im überhitzten Transfergeschäft aber nur Randfiguren.

Ein neuer Trainer bei Dortmund

Die teilweise unüblichen Münchner Unebenheiten im Vorbereitungsprolog – fünf von sechs internationalen Tests endeten mit Niederlagen – wurden primär medial aufgebläht. Eine Zerrüttung steht im Süden nicht an, das interne Warnsystem funktioniert. Wie sich der freiwillige Weiterzug des gewieften Kaderplaners Michael Reschke zu Stuttgart auswirkt, ist noch schwierig abzuschätzen. Auf die Luxusqualität des Bayern-Kaders hat diese Personalie in dieser Spielzeit aber keinen Einfluss.

Etwas eint derweil das Feld der Bayern-Verfolger: Vom Ende der Münchner Dominanz träumen sie alle. Leipzig besitzt dank Trainer Ralph Hasenhüttl und ­Visionär Ralf Rangnick die Kompetenz, weiterhin eine prägende Rolle zu spielen. Im Hintergrund sichert ein Energy-Drink-Milliardär die Rasenballsportler ab. Tradition, ein beträchtliches Umsatzvolumen von gegen 400 Millionen Euro, eine Belegschaft erster Güte – im Prinzip ist Borussia Dortmunds Brust breit genug, um um die Titelvergabe mitzureden.

Aber hinter dem Club liegt die monatelange Trennungsaf­färe um Thomas Tuchel. Das Casting der Nachfolger verlief folglich unvorteilhaft. Statt seines Wunschkandidaten Lucien Favre musste der angeschlagene Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Peter Bosz von Ajax Amsterdam als Mann für die Zukunft verkaufen – keine «echte Liebe» auf den ersten Blick.

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