AUFTAKT: Erster Härtetest für das kleine Schweizer Team

Eine Woche nach den Männern bestreiten ab Freitag in Lake Louise auch die Skifahrerinnen ihre ersten Speed-Rennen. Das von Lara Gut angeführte Schweizer Team ist zwar nach wie vor klein, aber einen Schritt weiter als vor einem Jahr.

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Drei Rennen, zwei Abfahrten am Freitag und Samstag sowie ein Super-G am Sonntag stehen in den kanadischen Rocky Mountains an diesem Wochenende auf dem Programm. Die Ausgangs­lage für die Schweizer Equipe scheint dabei ähnlich wie in der Vorsaison. Wiederum ist das Speed-Grüppchen vergleichsweise klein: Es besteht nur aus fünf Fahrerinnen. Die Allrounderin Michelle Gisin und Denise Feierabend, die Slalom-Vierte von ­Killington, komplettieren das Schweizer Starterfeld in Lake Louise. «Es bringt nichts, künstlich eine Breite zu schaffen. Der Fokus liegt auf den Athletinnen, die fähig sind», so Cheftrainer Hans Flatscher.

Lara Gut zu oft alleine gelassen

Und doch sind die Perspektiven um einiges besser als vor einem Jahr. Flatscher und Speed-Trainer Roland Platzer erkannten in der Vorbereitung deutliche Fortschritte. Klaffte im vergangenen Winter hinter der Tessinerin Lara Gut eine grosse Lücke, sind die Trainer überzeugt, dass insbesondere Corinne Suter und Jasmine Flury der Spitze vor allem in der Abfahrt näher gerückt sind. Weil aber auch Joana Hählen und Priska Nufer gute Trainingszeiten hatten, sagt Flatscher: «Der Eindruck ist, dass wir ein sehr kompaktes Team haben, das sich auf einem höheren Niveau bewegt als vergangene Saison.»

Im Winter 2016/17 beendete Corinne Suter als zweitbeste Schweizerin die Gesamtwertung im Super-G auf dem 13. und jene in der Abfahrt auf dem 15. Rang. Obwohl sich die 23-jährige Schwyzerin in der Vorbereitung wegen einer Bänderverletzung im Daumen einer Operation unterziehen musste, dürfte sie konstanter vorne mitmischen. Auch der 24-jährigen Bündnerin Flury trauen die Trainer Plätze in der Nähe des Podests zu.

Nicht die Lieblingsstrecke

Derweil geht es für Gut nur um den Platz zuoberst auf dem Treppchen. Doch es stellt sich die Frage, inwiefern der Kreuzbandriss, den die 26-Jährige im Februar an der WM in St. Moritz erlitten hatte, noch präsent ist. Kann Gut bereits wieder ohne angezogene Handbremse fahren?

Erste Aufschlüsse darüber wird das Abfahrtstraining von heute geben. Es sei aber gesagt, dass sich die Tessinerin noch nie richtig wohlfühlte auf der eher flachen Piste von Lake Louise. Fest steht aber auch, dass bei einer Lara Gut in Bestform alles möglich ist – selbst auf einer Strecke, die ihr eigentlich nicht liegt. (sda)