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AUFSCHWUNG: Jubel dank britischen Millionen

Lausanne könnte dank der Übernahme durch einen britischen Chemieriesen zu alter Grösse zurückfinden. Das Ziel der Investoren: In drei bis vier Jahren soll Lausanne in der Europa League spielen.
Julien Oberholzer (sda)
Gonzalo Zarate bejubelt seinen Treffer im Super-League-Spiel gegen den FC Luzern. (Bild: KEY)

Gonzalo Zarate bejubelt seinen Treffer im Super-League-Spiel gegen den FC Luzern. (Bild: KEY)

Julien Oberholzer (SDA)

Für denn Fussballclub aus Lausanne hat mit der Übernahme durch den milliardenschweren britischen Petrochemiekonzern Ineos eine neue Ära begonnen. In den ersten Wochen unter den neuen Besitzern wurden ein Sportchef und drei neue Spieler verpflichtet. Das Club-Logo wurde angepasst: Das O in Lausanne-Sport schreibt sich nun gleich wie jenes in Ineos, was einige Anhänger erzürnt hat. Für das Unternehmen sei es ein Mittel, seine langfristige Verbundenheit zum Club zu zeigen, heisst es aus ­Rolle im Kanton Waadt.

In Rolle, der kleinen Gemeinde in der Nähe von Nyon, hat ­Ineos einen von seinen zwei Hauptsitzen, womit sich erklärt, wieso der grosse Chemiekonzern beim Super-League-Club investiert und überhaupt in der lokalen Sportszene aktiv ist – als Hauptsponsor des Eishockeyvereins HC Lausanne oder der Fussball-Nachwuchsorganisation Team Vaud. 2010 verlegte Ineos’ Gründer Jim Ratcliffe den Hauptsitz von Grossbritannien ins Waadtland, um Steuern zu sparen. Mäzenatentum darf von Ineos also nicht erwartet werden. «Geld verlieren sollten wir sicher nicht», sagte CEO David Thompson zum Engagement beim siebenfachen Schweizer Meister, wobei der letzte Titel 1965 errungen werden konnte.

Mit Zidane in die Europa League

Gewisse Investitionen in Personal und Infrastruktur wird die neue Führung aber vornehmen. Um wie viel das bisher rund sieben Millionen Franken betragende Budget von Lausanne aufgestockt wird, wollte Thompson nicht verraten. Es dürfte auch davon abhängen, wie gut das Publikum mitzieht. In der laufenden Saison wollten im Schnitt nur gerade 3800 Zuschauer die Heimspiele der ersten Mannschaft auf der Pontaise sehen. Ab Sommer 2019 bezieht Lausanne das neue, 12 000 Zuschauer fassende Stadion. «Das ist eine wunderbare Gelegenheit für uns», freute sich CEO Thompson.

Die neuen Eigentümer geben sich – vor allem angesichts ihrer immensen finanziellen Mittel – zurückhaltend. Als sportliche Zielsetzung gab Ineos, das 2017 60 Milliarden Dollar umsetzte, das Erreichen des Europacups in drei, vier Jahren aus. Das sind neue Töne für ausländische Clubbosse. In der jüngeren Vergangenheit platzte der eine oder andere vermeintlich schwerreiche und ambitionierte Investor in den Schweizer Fussball und sprach von Champions League. Das neue Lausanne will sich nicht mit markigen Worten zu stark exponieren. Die vergangenen Wochen haben aber bereits gezeigt, dass der Club sich in eine neue Kategorie gehievt hat. Mit Pablo Iglesias, dem bisherigen Schweizer U20-Nationaltrainer, wurde ein sehr erfahrener Fachmann als Sportchef engagiert. Das Kader wurde derweil mit Alexander Fransson, der leihweise von Basel gekommen ist, Enzo Zidane, dem älteste Sohn von Zinédine Zidane, und Simone Rapp, dem Topskorer der laufenden Super-League-Saison, ergänzt. Der Transfer von Rapp wäre noch vor einigen Monaten aus finanzieller Sicht undenkbar gewesen, gestand Lausannes Trainer Fabio Celestini.

Eine neue Gewinnermentalität

Für Celestini ist das neue Projekt eine «wunderbare Chance»: «Mit mehr Mitteln könnte der Club wieder zu alter Grösse finden.» Den letzten ihrer 16 Titel gewannen die Waadtländer 1999. Damals gewannen sie den Cupfinal gegen die Grasshoppers 2:0, womit sie ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen konnten, als sich Lausanne gegen den FC St. Gallen in das Penaltyschiessen rettete und dort das bessere Ende für sich behielt.

Seither durchlief Lausanne mehr Tiefs als Hochs und mussten nach dem Konkurs 2003 sogar den Namen von Lausanne-Sports in Lausanne-Sport ändern. Nun könnte ein neues O im Logo den Startschuss zu einer erfolgreichen Ära markieren. «Man muss eine Gewinnermentalität und Club-Kultur aufbauen», sagte Celestini mit Blick in die nahe Zukunft. «Es braucht eine Marke Lausanne, damit die Leute wieder ins Stadion an unsere Spiele kommen.»

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