Aufs richtige Tableau gesetzt

Mit der vierten Austragung des ITF Women's Circuit in der kommenden Woche etabliert sich Kreuzlingen als Stätte des Frauentennis. Zugpferd in diesem Jahr ist ein weiteres Schweizer Juwel, die erst 16jährige Baslerin Rebeka Masárová.

Matthias Hafen
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TENNIS. Bernhard Hochstrasser hatte einen guten Riecher, als er sich entschloss, dem Männertennis den Rücken zu kehren. Der Baumeister von Kreuzlingens NLA-Equipe im Interclub der Männer fragte sich nach einigen Jahren nach dem Sinn seiner Anstrengungen. «Ich sah, dass hinter Roger Federer und Stan Wawrinka gar nichts nachkommt in der Schweiz», so der international bestens vernetzte Tennis-Enthusiast aus der Ostschweiz. «Dies war bei den Frauen nicht ganz der Fall.» Dort stand zu jenem Zeitpunkt Timea Bacsinszky vor ihrem zweiten Karrierefrühling, und vor allem liess eine Ostschweizerin namens Belinda Bencic erstmals international aufhorchen.

Hochstrasser erkannte das Potenzial und verschrieb sich fortan dem Frauentennis. Er brachte im Interclub den Kreuzlinger Tennisclub Hörnli in die NLA der Frauen und stellte schliesslich ein internationales Hallenturnier mit 50 000 Dollar Preisgeld auf die Beine, den ITF Women's Circuit. Dank der Unterstützung von Titelsponsor UBS und dem Know-how von Turnierdirektor Ralph Zepfel sowie der PR-Arbeit von Medienchefin Marie-Theres Brühwiler steht das Kreuzlinger Frauenturnier vor der diesjährigen vierten Austragung auf starken Beinen.

Vielversprechende Masárová

Hochstrassers Timing hätte nicht besser sein können. Heute ist die Schweizer Fedcup-Equipe dank Bencic, Bacsinszky und Martina Hingis so populär wie lange nicht mehr. Und der nationale Verband Swiss Tennis will in Zukunft das Frauentennis weiter stärken. Der ITF Women's Circuit in Kreuzlingen liegt ganz im Trend. Dazu passt, dass eines der Zugpferde des diesjährigen Turniers Rebeka Masárová ist, ein weiteres Schweizer Tennisjuwel.

Die erst 16jährige Baslerin mit slowakischen und spanischen Wurzeln erreichte im Januar an den Australian Open die Halbfinals des Juniorenturniers. Das ist vor ihr aus der Schweiz nur Martina Hingis, Timea Bacsinszky und Belinda Bencic gelungen. Masárová erhält eine Wild Card, da sie eigentlich noch zu jung ist. Mit einer Grösse von 1,86 Metern sind aber zumindest die physischen Voraussetzungen vorhanden, um in der Tennishalle am See mit den Grossen zu spielen.

Absagen, die schmerzen

Enttäuscht ist Turnier-CEO Hochstrasser von anderen Schweizerinnen. So blieb es etwa beim Versuch, Stefanie Vögele oder Romina Oprandi von einer Teilnahme zu überzeugen. «Ich verstehe nicht, weshalb solche Gelegenheiten im eigenen Land nicht genutzt werden», so der Thurgauer. «Wir organisieren den Anlass ja in erster Linie, um die Schweizerinnen zu fördern.» Logischerweise kein Thema sind die auf der WTA-Tour engagierten Schweizerinnen, die dort höhere Ziele verfolgen.

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