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AUFMERKSAMKEIT: Bronze trotz «Gugus»-Fahrt

Zweite Medaille für die Schweiz: Beat Feuz holt Bronze vor einer Kulisse, die nicht auf eine Olympia-Abfahrt schliessen lässt. Mit dem Emmentaler auf dem Podest stehen zwei Norweger.
Claudio Zanini, Jeongseon
Beat Feuz: «Medaille ist Medaille. Gold ist überragend. Aber ob es nun Silber oder Bronze ist, ist nicht matchentscheidend.» (Bild: Filip Singer/EPA)

Beat Feuz: «Medaille ist Medaille. Gold ist überragend. Aber ob es nun Silber oder Bronze ist, ist nicht matchentscheidend.» (Bild: Filip Singer/EPA)

Claudio Zanini, Jeongseon

Nein, das würde nicht für eine Medaille reichen, dachte sich Beat Feuz nach seiner Fahrt. Auch als die ersten zehn Fahrer durch waren, hielt er an seiner Meinung vor den Fernsehkameras fest. Und noch ein wenig später – die Medaille hatte er auf sicher – sagte er zu Kollege Marc Gisin, es sei schlicht eine «Gugus»-Fahrt gewesen. Aber diese sogenannte «Gugus»-Fahrt reichte für die Bronzemedaille. Wieder Edelmetall in der Abfahrt, wie bereits bei der Ski-WM 2015 (Bronze) und 2017 (Gold).

Drei Medaillen bei drei Grossanlässen in Folge. Feuz vermochte einmal mehr dem Druck standzuhalten. Aber die perfekte Fahrt gelang ihm nicht. Er kämpfte mit der Piste, die sich seit dem letzten Training fünf Tage zuvor verändert hatte. Der Schnee sei «glatter» gewesen. «Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass die Piste schneller wird. Aber während der Fahrt war es ganz anders. Der Fluss war nicht da. Ich habe mich nicht wohlgefühlt. Ich hätte von mir eine andere Leistung erwartet.» Die Temperaturen waren höher als bisher. Praktisch jede Kurve hielt eine nächste Überraschung bereit. Manchmal griff der Schnee, manchmal rutschte man fast aus, sagt Feuz. Dem verpassten Olympiasieg wollte er unter diesen Umständen nicht nachtrauern. «Medaille ist Medaille. Gold ist überragend. Aber ob es nun Silber oder Bronze ist, ist nicht matchentscheidend. Wenn man die Fahrt berücksichtigt und den ganzen Druck, kann ich sicher zufrieden sein.»

Svindals letzte Olympia-Abfahrt

Die Erwartungen an Feuz waren selbstredend gross. Aber auch logisch bei einem, der in fünf von sieben Weltcup-Abfahrten in diesem Winter auf dem Podest stand. Doch die Verhältnisse in Jeongseon wurden noch komplizierter – zum Leidwesen der später gestarteten Athleten. Denn am Mittag zeigte sich der Wind wieder, wie meist in den letzten Tagen. Nach den ersten zehn Startnummern wurden schnelle Zeiten schier unmöglich; mit ein Grund, warum Feuz nicht mehr vom Podest verdrängt wurde. Letztlich spiegelte sich der bisherige Saisonverlauf aber in der Schlussrangliste. Denn in den Top fünf klassierten sich die ersten fünf Fahrer der Abfahrtswertung. Feuz sagte: «Wahrscheinlich stehen heute die besten drei Abfahrer auf dem Podest.»

Komplimente richtete der Schweizer an die Norweger Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud, den Sieger und den Zweiten. Das Duo habe es «am cleversten» gemacht. Beide starteten nach Feuz. Und beide schoben ihn je einen Rang nach hinten. Mit seinen 35 Jahren ist Svindal nun der älteste alpine Goldmedaillengewinner bei Olympia. An der Pressekonferenz nach dem Rennen sagte er: «Das ist der Anfang vom Ende. Das werden definitiv meine letzten Olympischen Spiele sein.»

Die Kulisse lässt zu wünschen übrig

Eine angemessene Kulisse hatte Svindal für seine letzte Olympia-Abfahrt nicht. Spärlich besetzte Zuschauerränge liessen wenig Stimmung aufkommen. Der Geräuschpegel bewegte sich immer etwa in denselben Tiefen, egal ob Nummer 4 oder 44 im Ziel einfuhren. «Das ist schon ein wenig merkwürdig», sagte der Norweger. «In Europa hätten wir 15 000 Leute bei einem solchen Rennen. Aber alpines Skifahren ist hier halt keine grosse Sache. Dafür ist das Stadion beim Eisschnelllauf gestossen voll.»

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