AUFHOLJAGD: Ausgleich in letzter Sekunde

St. Otmar liegt im NLA-Auswärtsspiel gegen GC Amicitia Zürich fast immer und zum Teil deutlich im Rückstand. Aber die St. Galler erzielen das 20:20 und holen doch noch einen Punkt.

Daniel Good, Zürich
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Max Höning erzielt für St. Otmar in Zürich praktisch mit dem Schlusspfiff das 20:20. (Bild: Urs Bucher)

Max Höning erzielt für St. Otmar in Zürich praktisch mit dem Schlusspfiff das 20:20. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Good, Zürich

St. Otmar schien das Auswärtsspiel gegen GC Amicitia schon verloren zu haben. Mit 15:19 und 18:20 lagen die St. Galler im Rückstand. Nichts deutete auf eine Wende hin. Denn St. Otmar war während 57 der 60 Spielminuten die schlechtere Mannschaft. Aber dank eines Schlussfuriosos und dem Treffer von Max Höning mit dem Schlusspfiff zum 20:20 zog St. Otmar den Kopf doch noch aus der Schlinge.

Es war ein wichtiger Punktgewinn für St. Otmar. Wenn die St. Galler verloren hätten, wären sie im Kampf um die Playoff-Teilnahme nochmals ins Zittern geraten. Dank des glücklichen Zählers blieb der Vorsprung in der Tabelle auf GC Amicitia Zürich aber bei vier Punkten. Die St. Galler führen die Tabelle in der NLA-Abstiegsrunde nun mit einem Punkt Vorsprung auf Gossau an. Bis zum Abschluss des Qualifikationspensums sind noch vier Runden zu spielen. Schon am nächsten Sonntag kommt es in St. Gallen zum Derby und Spitzenspiel gegen Fortitudo Gossau.

Etwas einbilden auf den Punktgewinn in Zürich darf sich St. Otmar freilich nicht. Die St. Galler waren Favorit, spielten aber lange Zeit wie ein Abstiegskandidat. Ohne Feuer und Leidenschaft gingen sie ans Werk. In der Abwehr fehlte die Aggressivität, in der Offensive die Dynamik.

Nicht ein einziges Mal mit einem Vorsprung

So entwickelte sich ein Spiel, in dem GC Amicitia nie in Rückstand geriet. Fast während der ganzen Partie war die Chancenauswertung der St. Galler ungenügend. Das erste Tor St. Otmars fiel erst nach gut sechseinhalb Spielminuten. Vor der Pause erkämpften sich die Zürcher einen 9:5-Vorsprung. Bis zum Seitenwechsel erzielte St. Otmar bloss acht Treffer. Der Zürcher Goalie Simon Schelling hielt mehrmals herausragend. Doch die Abschlussversuche St. Otmars waren auch nicht immer von grosser Qualität – auch jene von EM-Topskorer Ondrej Zdrahala nicht. Der Tscheche erzielte aus acht Versuchen vier Tore.

Erfolgreichster Skorer der St. Galler war das Eigengewächs Dominik Jurilj mit fünf Treffern. Wichtig war aber vor allem das dritte Tor des Deutschen Höning, das den St. Gallern den wichtigen Punktgewinn bescherte. Der Linkshänder Höning stiess auf diese Saison hin vom Bundesligaclub Lemgo zum Ostschweizer Traditionsverein.

Etwas ist St. Otmar trotz der hohen Fehlerquote zugute zu halten: Immer wenn die Mannschaft in Zürich das Messer am Hals hatte, ging ein Ruck durch das Team. Die erfolgreichen Aufholjagden wurden schliesslich mit einem Zähler belohnt. Die Moral der Mannschaft ist also intakt, auch wenn auf dem Spielfeld viel daneben geht. Aber St. Otmar stellt auf dem Papier natürlich die weitaus bessere Equipe als GC Amicitia, das vor der Partie gegen die Ostschweizer den Trainer ausgewechselt hat.