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AUFBAUARBEIT: Football auf Australisch

In seinem Herkunftsland begeistert Australian Football die Massen. In der Schweiz fristet «Aussie Rules» ein Schattendasein. Der Winterthurer Stefan Burgener will das ändern.
Ives Bruggmann
Publikumsmagnet: Die professionelle Australian Football League weist einen Zuschauerdurchschnitt von über 30 000 aus. (Bilder: Erick W. Rasco/Getty)

Publikumsmagnet: Die professionelle Australian Football League weist einen Zuschauerdurchschnitt von über 30 000 aus. (Bilder: Erick W. Rasco/Getty)

Ives Bruggmann

Die Geschichte erinnert an die Pioniere des Fussballs vor über hundert Jahren. Damals, als nur wenige Leute überhaupt wussten, wie das Spiel korrekt gespielt wird, waren sie es, die die Sportart lehrten, Clubs und Verbände gründeten. Und so gibt es heute gewachsene Strukturen, welche den Fussballern alles bieten.

Stefan Burgener musste sich wohl gefühlt haben wie einer der Fussballpioniere. Er wollte Aus­tralian Football, das im Heimatland seiner Mutter die populärste Zuschauersportart überhaupt ist, regelmässig spielen und begann sich im Internet umzuschauen. Das Resultat war ernüchternd: Weder einen Verband noch einen Club gab es in der Schweiz. Vor Jahren hatte es lediglich einmal einen Verein im Tessin gegeben, der jedoch an der italienischen Liga teilnahm und sich mittlerweile wieder aufgelöst hat. So beschloss der 22-Jährige, das Thema im Frühling dieses Jahres selbst in die Hand zu nehmen. Er begann, mit ein paar Kollegen im öffentlichen Eulachpark in Winterthur zu üben. Heute sind sie bereits ein Dutzend Spieler, die jeden Dienstag Australian Football praktizieren. Burgener beschreibt die Sportart wie folgt: «Sie weist Ähnlichkeiten zum Rugby auf, hat aber auch Elemente aus dem Basketball. Gespielt wird mit einem ovalen Ball auf einem ovalen Feld.» Burgener ist begeistert von den Eigenschaften, die «Aussie Rules», wie der Sport genannt wird, auszeichnen. «Die Faszination ist, dass das Spiel so frei und fliessend ist, es aber trotzdem viel Körperkontakt gibt.»

Als Nationalmannschaft an die EM in Bordeaux

Nur im Park zu spielen, war für Burgener und seine Freunde jedoch nicht mehr genug. Und so meldeten sie sich für die 9er-EM in Bordeaux von diesem Wochenende an. Die 9er-Variante funktioniert grundsätzlich gleich wie das Original mit 18 Spielern. Das Feld ist entsprechend kleiner. 14 nationale Auswahlen werden in Bordeaux dabei sein. Die Winterthurer Kameraden werden die Schweiz repräsentieren. Zu elft werden Burgener und seine Mitstreiter gegen die teilweise deutlich erfahreneren Gegner das beste versuchen. «Wir reisen ambitioniert dorthin und wollen versuchen, mitzuhalten», sagt Bur­gener vor der Abreise. Das Minimalziel sei, nicht Letzter zu werden. Das Sammeln von Erfahrungen steht aber im Vordergrund. Nach dem Turnier, an dem jede Mannschaft je nach Erfolg fünf oder sechs Spiele bestreitet, soll aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Schliesslich kommt jeder Teilnehmer selbst für das Abenteuer EM in Bordeaux auf.

Nach dem Turnier geht die Arbeit für Burgener und Co. aber erst richtig los. «Die Idee ist es, einen offiziellen Verband und eine Mannschaft in Winterthur zu gründen», verrät Burgener. Für den gelernten Kaufmann lohnt sich das Engagement für Australian Football in der Schweiz bereits jetzt. «Es ist ein tolles Gefühl, etwas von Beginn an aufzubauen.» Anfänglich sei es zwar auch anstrengend gewesen, jedem Neueinsteiger wieder dieselben Dinge zu erklären. Mittlerweile zahlt sich die Pionierarbeit aber aus. «Jene, die regelmässig dabei sind, können bereits flüssig spielen», sagt Bur­gener und wagt einen Blick in die Zukunft: «Irgendwann kann ich vielleicht mal sagen: Damit habe ich begonnen.»

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