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Auf Wanderschaft

Eric Hassli, der frühere Stürmer des FC St. Gallen, spielt heute für die San Antonio Scorpions. Die Karriere des 34-Jährigen ist auch in seiner Zeit in Nordamerika von Vereinswechseln geprägt.
Christian Brägger
San Antonios Stürmer Eric Hassli (vorne) wird vom Gegenspieler umklammert. (Bild: getty/Adam Hunger)

San Antonios Stürmer Eric Hassli (vorne) wird vom Gegenspieler umklammert. (Bild: getty/Adam Hunger)

Seine Tore gingen via YouTube-Videos um die Welt. So spektakulär, ja einzigartig waren sie. Und sie zeugten von der Genialität eines Spielers, der sich den Vorwurf gefallen muss, zu wenig aus seinem Talent gemacht zu haben: Eric Hassli.

Der Franzose, mittlerweile 34jährig, spielt seit März 2014 für die San Antonio Scorpions in der North American Soccer League (NASL), hinter der Major League Soccer (MLS) die zweithöchste Liga der USA. Ein Aufstieg in die MLS ist nicht möglich, das Liga-Niveau liegt hinter demjenigen der Super League. Für Hassli reicht das im Herbst der Karriere, und vermutlich ist dies ja auch der Grund, weshalb der Stürmer nicht so austrainiert wirkt wie zu seinen besten Tagen. Wobei dieser Eindruck bereits bei früheren Stationen aufgekommen war.

Aber nicht nur Hasslis Körperform hat sich leicht modifiziert, auch die Zahl der sichtbaren Tattoos ist nochmals deutlich gestiegen. Wie ein Rebell kommt er daher, vermutlich ist er auch immer einer gewesen und geblieben. Einer, der sich nie schubladisieren liess und seinen eigenen Weg ging. Notfalls bekamen dies auf dem Platz auch die Gegenspieler zu spüren, wobei die dafür eingesetzten Mittel nicht immer regelkonform waren. Aber Hassli kann auch anders, immer wieder hat er betont, wie wichtig ihm seine Familie sei, ohne sie könne er nicht leben. Man glaubt es ihm. Und wenn er zum Interview für einen lokalen Fernsehsender San Antonios antrabt, den kleinen Sohn mit demselben Irokesenschnitt wie der Vater auf dem Arm tragend, dann erkennt man eben auch das andere, liebevolle, fürsorgliche in seinem Wesen.

Beste Werte bei St. Gallen

In den 2000er Jahren hatte Hassli auch in der Schweiz seine Spuren hinterlassen. Oftmals wechselte er – nicht nur in jener Phase – den Club. Zuerst spielte er für ein paar Partien bei Xamax, dann bei Servette und schliesslich ab der Winterpause 2004/05 für den FC St. Gallen. Auch in der Ostschweiz blieb der Stürmer nur eineinhalb Jahre: Die Leistungswerte waren gut, er erzielte in 50 Pflichtspielen 20 Tore, es waren die besten Statistiken seiner Laufbahn. Prompt lag ein guter Vertrag in der Heimat bereit. Also heuerte Hassli bei Valenciennes an, wurde aber nicht glücklicher. Erst beim FC Zürich fand er während knapp vier Jahren ein Stück Heimat und wurde im Letzigrund zu einer Art Kultfigur. Fredy Bickel, der damalige Sportchef der Zürcher, sagte: «Hassli ist sensibel. Und er ist einer der stärksten Spieler, die ich je in der Schweiz gesehen habe.» Man sagt, dass Hassli geweint habe, als er Zürich verliess.

Im Frühjahr 2011 ging die Reise weiter, der 1,93 m grosse, bullige Stürmer unterschrieb für vier Jahre bei den Vancouver Whitecaps, dem Club der MLS. Dort wurde er Teamkollege von Alain Rochat und Davide Chiumiento, mit dem er heute noch freundschaftlich verbunden ist. Aber Hassli war in Vancouver nicht am Ziel und schloss sich während der Saison 2012 Toronto an. Um nur ein Jahr später den Verein erneut zu wechseln, diesmal sollte es der FC Dallas sein.

Beinahe zurück in die Schweiz

Heute spielt Hassli im Bundesstaat Texas für San Antonio. Noch immer schwärmt er von den Möglichkeiten, die ihm die Schweiz gegeben hat. Dass er in diesem Winter sogar für eine mögliche Rückkehr in die Super League beim FC Aarau im Gespräch war, schmeichelte ihm sehr. Man hatte ihn nach all der Zeit also nicht vergessen. Erst als Hassli vor den möglichen Verhandlungen einen Fitnesstest absolvieren sollte, machte er enerviert einen Rückzieher.

Hassli hat oft versucht, sesshaft zu werden. Ausser in Zürich hielt er es nirgends lange aus. Vielleicht ist es diesmal anders.

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