Auf verlorenem Posten

St. Otmar ist im ersten Halbfinalspiel des NLA-Playoffs chancenlos und verliert auswärts gegen Schaffhausen 23:35. Die St. Galler sind dem Titelverteidiger in allen Belangen unterlegen.

Daniel Good/Schaffhausen
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Betretene Mienen auf der Bank St. Otmars während des gestrigen Playoff-Halbfinals in Schaffhausen. (Bild: Peter Pisa)

Betretene Mienen auf der Bank St. Otmars während des gestrigen Playoff-Halbfinals in Schaffhausen. (Bild: Peter Pisa)

HANDBALL. St. Otmar rechnete sich im Vorfeld der Playoff-Partie in Schaffhausen einiges aus. Auch wenn die Kadetten Serienmeister und deutlicher Favorit in der Halbfinalserie gegen die St. Galler sind. Sechsmal gewann St. Otmar in dieser und der vergangenen Saison gegen die am besten besetzte NLA-Mannschaft, zweimal auch auswärts. Gestern waren aber nur die Schaffhauser bereit für die Herausforderung Playoff. Schon in der neunten Minute führte der Titelverteidiger 7:2, am Ende setzte es mit 23:35 sogar eine Kanterniederlage für St. Otmar ab. Die Serie führt über maximal fünf Partien, das nächste Spiel findet am Sonntag in St. Gallen statt. Der Halbfinal zwischen Pfadi Winterthur und Wacker Thun beginnt heute.

Bloss zu Beginn der zweiten Halbzeit war St. Otmar den Kadetten einigermassen ebenbürtig. Jedoch nur für knapp zehn Minuten. Dann brachte der Schaffhauser Trainer Lars Walther frische Kräfte wie den 21jährigen Dimitrij Küttel, der fast so gut war wie seine Vorgänger. In der 38. Minute stand die Partie erst 22:17 zugunsten der Schaffhauser. In der Folge blieben die St. Galler während zehn Minuten ohne Torerfolg. Sie waren der Geschwindigkeit der Kadetten nicht gewachsen und gerieten 17:28 ins Hintertreffen.

Viele billige Gegentore

Die Qualität der Schüsse St. Otmars auf das gegnerische Tor war bescheiden. Dem österreichischen Nationalgoalie Nikola Marinovic gelangen viele Paraden, weil den St. Galler Versuchen Präzision und Wucht fehlten. Auch sichere Werfer wie Topskorer Tomas Babak und Vedran Banic blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Babak kam nur auf zwei Penaltytore, Banic traf ebenfalls bloss zweimal – in der Schlussphase, als die Partie längst entschieden war. Erfolgreichster Torschütze St. Otmars mit sechs Treffern war der 22jährige ETH-Student Tobias Wetzel, der den verletzten Benjamin Geisser wiederum gut vertrat. Nicht nur in der Offensive St. Otmars blieb zu viel Stückwerk. Auch in der Defensive waren die St. Galler fast nie in der Lage, dem Gegner Paroli zu bieten. «Wir haben viele billige Gegentore aus grosser Distanz erhalten, weil wir schlecht verteidigten», sagte St. Otmars Trainer Predrag Borkovic.

Goalie Martin Galia, einem weiteren Schlüsselspieler, glückte zu Beginn der gestrigen Partie keine einzige Parade. Nach elf Minuten wurde er beim Stand von 3:8 durch Jonas Kindler ersetzt. «Wir machten viel zu viele Fehler. Solch ein Verhalten wird von einem starken Gegner wie Schaffhausen schonungslos bestraft», sagte Borkovic weiter.

Nicht zweimal so schlecht

Für St. Otmar endete gestern eine mehr als fünfwöchige Phase ohne Niederlage. Wollen die St. Galler ihre Chancen im Vergleich mit den Schaffhausern offenhalten, müssen sie am Sonntag das Heimspiel gewinnen. Sonst können sich die Ostschweizer schon ab Montag auf den Halbfinal im Schweizer Cup am 7. Mai konzentrieren. Trainer Borkovic ist zuversichtlich, dass sein Team in die Erfolgsspur zurückfindet. «Zweimal nacheinander kann man gar nicht so schlecht spielen.»

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