Auf schnellen Kufen unterwegs

Schon im ersten Training mit Hockey Thurgau zeigt der Kanadier Tyler Scofield seine Vorzüge. Der Flügelstürmer soll ab morgen den verletzten Topskorer Evan McGrath ersetzen. In den USA gelang ihm einst eine grosse Überraschung.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Die Spielfreude ist ihm anzusehen: Tyler Scofield (Mitte) trainiert in der Weinfelder Güttingersreuti mit Hockey Thurgau. Der Kanadier dürfte schon morgen zum Einsatz kommen. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Spielfreude ist ihm anzusehen: Tyler Scofield (Mitte) trainiert in der Weinfelder Güttingersreuti mit Hockey Thurgau. Der Kanadier dürfte schon morgen zum Einsatz kommen. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Tyler Scofield gehört nicht zu den grossen Namen – weder in Nordamerika noch in Europa. Die bisherigen Karrierestationen des 31jährigen Kanadier zeigen, auf welchem Niveau er sich bewegt: Bemidji State University, Pilsen, Klagenfurt, Graz, Ontario Reign, Wolfsburg, Innsbruck, Rapid City Rush. Ein lukrativer Vertrag blieb dem aus Prince George, British Columbia, stammenden Stürmer bislang verwehrt. Auch bei Thurgau spielt er in erster Linie, weil er ins enge, finanzielle Korsett des NLB-Clubs passt.

Bei den Ostschweizern ersetzt Scofield wohl schon ab morgen in La Chaux-de-Fonds den bisherigen Topskorer Evan McGrath, der wegen eines Innenbandrisses im Knie diese Saison wohl nicht mehr aufs Eis zurückkehren wird. «Ich bin mir bewusst, dass viel von mir erwartet wird», sagt der 1,73 m kleine Eishockeyprofi. Seine Stärken sieht Scofield im Tempospiel. «Ich bin schnell und strotze vor Energie.» Damit wolle er seine neuen Teamkameraden anstecken. Gestern mittag, im ersten Training mit Thurgau, zeigte der Flügel, dass es schwierig sein kann, ihm auf dem Eis zu folgen. Auch ist Scofield einer, der gerne den Abschluss sucht. Etwas, das dem NLB-Eishockey grundsätzlich nicht schlecht bekommt.

«Möchte in dieser Liga bleiben»

Thurgaus Neuverpflichtung will die kommenden Wochen nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Weil die Ausländerpositionen beim NLB-Achten für kommende Saison mit McGrath und Derek Damon bereits besetzt sind, ist sein Aufenthalt in der Ostschweiz auf jeden Fall vorübergehend. «Mein Ziel ist es, mich in dieser Zeit bei einem anderen Club aufzudrängen», sagt der rothaarige Profi. «Ich möchte in dieser Liga bleiben.»

Die Saison begann Scofield mit Innsbruck in der obersten Spielklasse Österreichs. Wegen einer Verletzung verpasste er den Start, worauf Innsbruck mehrere Ersatzausländer verpflichtete. Als Scofield wieder gesund war, durfte er nicht mehr aufs Eis zurück. Angeblich, weil von der Clubleitung beordert wurde, andere Spieler vorzuziehen. So entschied sich Scofield für eine Rückkehr nach Übersee, wo er sich Rapid City aus der East Coast Hockey League anschloss. Von dort wechselte er zu Thurgau, wobei seine schwangere Frau und sein zweijähriger Sohn in Nordamerika blieben.

Ein Held seiner Universität

Sein Palmarès ist nicht reich befrachtet. Doch wurde Scofield 2013 mit Klagenfurt österreichischer Meister. Im gleichen Team spielte Tyler Spurgeon, Thurgaus letztjähriger Ersatzausländer. Die grösste Überraschung gelang Scofield allerdings in den USA. 2009 erreichte er mit der unbekannten Bemidji State University aus Minnesota das landesweite Finalturnier der vier besten College-Teams, besiegte renommierte Unis wie Notre Dame oder Cornell. «Ja, das war schon speziell», erinnert er sich mit leuchtenden Augen. Nun habe er aber andere Ziele: mit Thurgau schnellstmöglich die Playoff-Teilnahme zu sichern.

Aktuelle Nachrichten