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Auf schnellem Weg nach oben

Ab heute spielt die Schweizer U17-Auswahl an der EM in Malta. Einziger Vertreter aus dem St. Galler Nachwuchs ist der 16jährige Boris Babic. Der Stürmer will nach der EM zum Sprung in die erste Mannschaft des FC St. Gallen ansetzen.
Ralf Streule
Nächstes Ziel AFG Arena: Boris Babic posiert dort, wo er gerne bald zum Einsatz käme. (Bild: Urs Bucher)

Nächstes Ziel AFG Arena: Boris Babic posiert dort, wo er gerne bald zum Einsatz käme. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Jonglieren und dabei in die Kamera schauen? Kopfbälle spielen und dabei einen freundlichen Gesichtsausdruck beibehalten? Die Aufgaben, die sich Boris Babic an diesem Nachmittag stellen, bringen ihn nicht aus der Ruhe. Mit einem Schmunzeln nimmt er auch den einen oder anderen Fehltritt beim Jonglieren hin. Auch danach, im Gespräch, scheint es nicht, als ob der 16-Jährige schnell zu beeindrucken wäre. Mit einem Schulterzucken spricht er von seinem stetigen Aufstieg. Von seiner Zeit als Junior beim FC Walenstadt, als er schnell zu den Besten gehörte. Von der Zeit, als er in der Akademie des Schweizerischen Fussballverbands in Emmen spielte, bald beim Nachwuchs des FC St. Gallen, seit zwei Jahren auch in Schweizer Auswahlen.

Babics wichtiges Tor gegen Wales

Mit einem Schulterzucken reagiert er auch auf die Frage zu einem seiner bisher wichtigsten Tore. Wie er das genau gemacht habe, wisse er nicht mehr, sagt Babic. Nach einer Kopfballverlängerung sei er, kurz zuvor eingewechselt, plötzlich alleine vor dem Goalie aufgetaucht und habe diesen mit einem «Tunnel» erwischt. Ende März war das, als Babic mit der U17-Auswahl um die EM-Qualifikation spielte. Ohne den 1:0-Sieg gegen Wales stünde die Schweiz nicht an der Endrunde und würde heute nicht ihr EM-Startspiel gegen Deutschland austragen.

Wie oft Boris Babic in Malta in diesen Tagen im Einsatz stehen wird, ist jedoch offen. Die Konkurrenz im Sturm ist gross, unter anderem mit dem 17jährigen Albian Ajeti, der für den FC Basel bereits in der Super League und der Europa League zum Einsatz gekommen ist. Dennoch schätzt Babic seine Chancen als gross ein – schliesslich ist er als Stürmer rechts, links oder in der Mitte einsetzbar. Auf Spielminuten brenne er regelrecht, so Babic. Er schwärmt vom Nationalmannschaftsniveau, wo er so viele brauchbare Bälle erhalte.

Faul oder nur gelassen?

Seine Gelassenheit hat Babic bei Trainern und Mitspielern auch schon den Ruf des Faulen eingebracht, sagt der Walenstadter schmunzelnd. Und ja: Ein bisschen faul sei er vielleicht, er mache halt das Nötigste. «Auf dem Feld wie auch in der Schule», sagt Babic, der neben dem Training eine kaufmännische Lehre absolviert. An dieser Schwäche aber arbeite er. Dass «das Nötigste» derzeit ziemlich viel Ertrag abwirft, zeigt ein Blick auf seine Tore-Statistik bei der St. Galler U18-Mannschaft. Er trifft regelmässig, hat etwa im Herbst gegen das U18-Nachwuchsteam des FC Basel beim 4:0 alle Tore erzielt.

Babic ist neben dem um ein Jahr älteren Marsel Stevic auch Hoffnungsträger für die erste Mannschaft des FC St. Gallen. Die beiden haben im April mit den Profis trainieren können, im Sommer sollen sie die Saisonvorbereitung und die Testspiele ebenfalls mit der ersten Mannschaft absolvieren.

Dynamisch und schussgewaltig

Trainer Jeff Saibene schmunzelt und nickt anerkennend, wenn er auf Babic angesprochen wird. «Sein Schuss mit rechts ist unglaublich.» Babic sei zudem sehr dynamisch. Er werde in Testspielen im Sommer sicher hin und wieder eingesetzt. Ob es ihm schon kommende Saison zu Einsätzen in der Super League reichen könnte, sei hingegen schwer zu sagen. Auf jeden Fall sollen er und Stevic näher an die erste Mannschaft rücken. «Wir brauchen Junge aus den eigenen Reihen – und wir wollen zeigen, dass diesbezüglich etwas geht.»

Nachdem Babic in der AFG Arena jonglierend posiert hat, nickt er. Ja, hier wolle er so bald als möglich auf Torejagd gehen. Zum Verhängnis werden soll ihm auf dem Weg dahin auch seine Faulheit nicht. Wenn es um seinen Traum gehe, sei er bereit.

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