St.Otmar kehrt zum Siegen zurück: Auf Platz vier in die Pause

Die St.Galler besiegen in der Handball-NLA Aufsteiger Endingen souverän 39:25.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Bo Spellerberg erzielt geen Endingen 13 Treffer.

St.Otmars Bo Spellerberg erzielt geen Endingen 13 Treffer.

Michel Canonica

Viele Rückraumspieler hatte St.Otmars Trainer Bo Spellerberg in der letzten Partie des Jahres nicht mehr zur Verfügung. Der angeschlagene Linkshänder Max Höning agierte nur wenige Minuten in der Defensive. Im Abschlusstraining hatte sich zudem mit Nikolaj Svalastog eine weitere Alternative verletzt, der junge Däne zog sich eine Hirnerschütterung zu.

So musste Spellerberg von Anfang an improvisieren: Die St.Galler spielten praktisch die gesamten 60 Minuten mit zwei Kreisläufern. Zudem war es die taktische Vorgabe, so viele Gegenstösse wie möglich zu laufen, um Kräfte zu sparen. Das funktionierte von Beginn an ausgezeichnet. Von den ersten zehn St.Galler Toren waren die Hälfte Gegenstösse. Bis zur Pause waren es deren sieben – bei 100-prozentiger Wurfquote. Aus dem Positionsspiel nutze vor allem der stark aufspielende 40-jährige Spellerberg das ungenügende Deckungsverhalten Endingens aus. Am Ende erzielte der Spielertrainer ein Drittel aller Tore St.Otmars.

Sieben Tore in Folge nach roter Karte

Der Gegner aus Endingen wirkte von Anfang an überfordert. Nach der Pause kamen die Aargauer zwar noch einmal bis auf 16:21 heran, vergaben aber das Momentum sogleich wieder aufgrund einer unnötigen roten Karte wegen Beleidigung durch Leonard Pejkovic. Daraufhin erzielte das Heimteam bis zur 40. Minute sieben Tore in Folge und räumte die letzten Zweifel aus. Die letzten 20 Minuten verkamen so vor 950 Zuschauern in der Kreuzbleiche zu einer Trainingseinheit für St.Otmar. Die inferioren Endinger präsentierten sich zu keinem Zeitpunkt auf NLA-Niveau.

Für die dezimierten St.Galler waren die Aargauer der perfekte Gegner zum Abschluss einer Vorrunde, in der sie zuletzt sechs Spiele in Folge nicht gewannen. Mit dem deutlichen 39:25-Sieg beendete St.Otmar diese Negativserie und verabschiedete sich mit dem zehnten Sieg in der Meisterschaft auf Platz vier in die Ferien. «Wir sind froh, dass es nun eine Pause gibt», sagte Ramon Hörler nach der Partie. Der Flügelspieler trug fünf Tore in ebensovielen Versuchen zum Erfolg seiner Mannschaft bei. Hörler:

«Nach den schweren Spielen und den Niederlagen tut uns ein bisschen Erholung jetzt gut.»

Am 6. Januar beginnt für die St.Galler Handballer die Vorbereitung auf die letzten zehn Partien der Hauptrunde, die Ende Januar fortgesetzt wird.

Zweitbeste Offensive, drittschlechteste Defensive

In den bisherigen 17 Partien zeigte St.Otmar zwei Gesichter. Einerseits gelangen im Herbst – inklusive Cup – zehn Siege in Serie. «Wenn alle fit sind, können wir oben angreifen», sagt Coach Andy Dittert. Fallen aber wie zuletzt einige Spieler aus, hängt der Erfolg an einem seidenen Faden. Die Sieglosserie gipfelte in einer 20:38-Kanterniederlage im Cuphalbfinal in Schaffhausen. Zudem stellt St.Otmar mit 482 Gegentoren die drittschlechteste Defensive der Liga. Das Prunkstück ist und bleibt die zweitbeste Offensive der Liga mit durchschnittlich über 30 Toren pro Partie.

Telegramm

St.Otmar – Endingen 39:25 (21:14)
950 Zuschauer – Sr. Capoccia/Jucker.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen St. Otmar St. Gallen, 4mal 2 Minuten gegen Endingen.
St.Otmar: Bringolf (Kindler); Spellerberg (13), Hörler (5), Fricker, Gwerder (3), Pendic (6), Wüstner (4), Bamert (2), Wetzel (6), Jurca, Höning.
Endingen: Schams (Grana); Tonar; Lukas Riechsteiner (3), Sudzum (3), Mauron, Pejkovic (2), Mathys, Grau (2), Ladan (2), Wittlin, Vögtli (5), Schafroth (6), Hehl (1), Moser (1).
Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys: 0:1.

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