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Auf der grossen Bühne: Schweizer Staffel bei Weltklasse Zürich auf Rang 2

Weltklasse Zürich bietet Gänsehaut-Stimmung. Die Geschichten schreiben ein schneller Amerikaner, ein Kenianer, der einen Schuh verliert – und die Schweizer Sprint-Staffel der Frauen.
Ralf Streule, Zürich
Sarah Atcho, Mujinga Kambundji, Salome Kora und Ajla Del Ponte (von links). (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Zürich, 30. August 2018))

Sarah Atcho, Mujinga Kambundji, Salome Kora und Ajla Del Ponte (von links). (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Zürich, 30. August 2018))

Weltklasse Zürich, das ist, wenn nicht nur die Weltklasse startet, sondern wenn lange vor den Spitzenläufern auch Kinder in den Startblöcken stehen und ihren Applaus erhalten. Das ist, wenn sich draussen vor dem Oval nicht ganz so sportliche Menschen ­minutenlang ihre Beine in die ­gemütlichen Bäuche stehen, um einen «Letziburger» zu ergattern, während im Stadion die ersten Topathleten dem Publikum vorgestellt werden. Das ist, wenn die wichtigsten Athleten des Abends vor dem Hauptprogramm in einem Auto über die Rennbahn gefahren werden.

Und das ist, wenn das Stadion Letzigrund endlich zeigen darf, was es wirklich kann. Wo sich über 30-mal im Jahr einige tausend Fussballfans auf der Tribüne verlieren und über die störende Rennbahn hinweg ihre Spieler anfeuern, sitzen jetzt 25 000 da – und die Bahn wird zur Bühne.

«Ihr sind geili Sieche»

Die Bühne nutzte gestern Abend – wer sonst? – vor allem Alex Wilson besonders ausgiebig. Der Schweizer Sprinter, der sich an den Europameisterschaften in Berlin mit seiner Bronzemedaille und frechen Interviews in die Herzen der Schweizer gerannt und geredet hatte, war über 200 m gerade auf dem sechsten Platz gelandet. Er jubelte aber wie der Sieger, rief «danke Züri, ihr sind geili Sieche» ins Publikum und zettelte eine Welle an. Fast nebensächlich wurde darob, dass das Sprint-Wunderkind Noah Lyles aus den USA mit 19,67 s gerade die zweitbeste Zeit der Saison aufgestellt hatte – und Wilson gleich 73 Hundertstelsekunden abgenommen hatte.

Wie Wilson wurde auch Lea Sprunger, eben noch mit dem Europameistertitel über 400 m Hürden von Berlin zurückgekehrt, auf den Boden der interkontinentalen Realität zurückgeholt. Im Feld der Weltklasseathletinnen um Olympiasiegerin Dalilah Muhammad aus den USA konnte sie nicht in den Kampf um einen Podestplatz eingreifen. Mit 55,36 s blieb sie über eine Sekunde über ihrer EM-Finalzeit und wurde Sechste. Wäre sie so schnell wie in Berlin gelaufen, hätte es ihr in Zürich immerhin auf den dritten Platz hinter Shamier Little gereicht.

Kambundji wieder mit einem vierten Rang

Mujinga Kambundji, «Darling der Schweizer Sprinterszene», wie sie der Speaker begrüsste, wurde in ihrem 100-m-Rennen von der aussereuropäischen Konkurrenz ebenfalls in Schach gehalten. Die Bernerin wurde mit 11,14 s wie bereits an der EM undankbare Vierte. Sie liess aber die Holländerin Dafne Schippers hinter sich. Und war mit ihrem Resultat zufrieden. Sie habe sich müde gefühlt – und sei überraschend explosiv weggekommen, sagte sie danach. Überraschend war auch, dass nicht die Britin Dina Asher-Smith oder die Ivorerin Marie-Josée Ta Lou, sondern deren Landsfrau Murielle Ahouré das Rennen gewinnen konnte.

Schweizer Siege gab es immerhin im Vorprogramm. Die St. Gallerin Salomé Kora gewann ihren Heat des 100-m-Rennens . Die Thurgauerin Yasmin Giger ihr Rennen über 400 m Hürden mit einer überragenden Aufholjagd.

Conseslus Kipruto verliert kurz nach dem Start den Schuh und läuft als Sieger ins Ziel (Bild: Walter Bieri (Zürich, 30. August 2018))

Conseslus Kipruto verliert kurz nach dem Start den Schuh und läuft als Sieger ins Ziel (Bild: Walter Bieri (Zürich, 30. August 2018))

Der Mann mit einem Schuh

Nicht wie erwartet ging der Lauf über 400 m der Männer aus. Steven Gardiner von den Bahamas war in diesem Jahr bisher der weitaus stärkste Läufer über die Bahnrunde gewesen. Er musste jedoch 100 Meter vor dem Ziel, in Führung liegend, verletzt aufgeben. Der Sieg – und die 50 000 Dollar Prämie – erbte Fred Kerley aus den USA. Eine wahre Gänsehaut-Geschichte schrieb schon früh am Abend Conselsus Kipruto, der kenianische Saisondominator über 3000 m Steeple. Schon nach zwei Runden hatte er seinen rechten Schuh verloren, liess sich davon nicht beirren – und holte sich den Sieg im Schlussspurt unter dem Jubel der Zuschauer. Lauter wurde es später nur noch zweimal. Einmal dank Alex Wilson. Und das zweite Mal zum Abschluss des Abends, als die Schweizer Frauenstaffel über 4 × 100 m, ausserhalb der Diamond-League-Konkurrenz, lange an der Spitze lief. Kambundji, Kora, Sarah Atcho und Ajla Del Ponte liefen mit 42,49 s nur knapp hinter den britischen Siegerinnen ins Ziel.

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