Auch die Roma hat ihren Prinz Charles

Um den letzten König von Rom ranken sich viele Mythen. Einer Sage nach wurde Lucius Tarquinius Superbus 510 v. Chr. aus der Stadt vertrieben.

Andy Sager
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Um den letzten König von Rom ranken sich viele Mythen. Einer Sage nach wurde Lucius Tarquinius Superbus 510 v. Chr. aus der Stadt vertrieben. Der Unsicherheit der Historiker zum Trotz ist sich aber jeder Tifoso sicher, dass Rom längst wieder einen König hat: Der «ewige Totti», wie sie Fussballer Francesco Totti liebevoll nennen, spielt seit 21 Jahren bei der AS Roma. Diese Saison ist die 18., die der gebürtige Römer als Captain aufläuft. Noch immer überzeugt er. Für viele Anhänger ist der 38-Jährige der unantastbare «achte König von Rom».

Doch wo es einen Monarchen gibt, der an seinem Sessel klebt, ist ein Kronprinz, der auf die Thronfolge warten muss, nicht weit. Prinz Charles, seines Zeichens Erster in der Thronfolge des britischen Königshauses, kann davon ein Liedchen singen. Der 65-Jährige wartet seit geraumer Zeit auf seine Beförderung. Doch seine Mutter, Queen Elisabeth II., regiert seit 1952. Eine Ende der Regentschaft der 88-Jährigen ist nicht absehbar. Ob und wie lange Charles dereinst König werden wird, steht in den Sternen.

Besser geht es da Daniele De Rossi. Auch er ist designierter Thronfolger. Anders als im britischen Königshaus stand das bei ihm nicht per Geburt fest. Und doch war sein Schicksal vorbestimmt. Auch De Rossi ist gebürtiger Römer und auch der 31-Jährige spielt seit Jahren bei der Roma – seit 2002 um genau zu sein. Wer heutzutage zwölf Jahre bei einem Club bleibt, kann sich der uneingeschränkten Liebe der Anhänger sicher sein. Das gilt auch für De Rossi. Dem Heldentum und der Captainbinde würde nichts im Weg stehen, wäre da nicht der «ewige Totti».

Die Roma-Tifosi nennen De Rossi längst «Capitano Futuro», den zukünftigen Captain. Von noch mehr Ironie zeugt der Titel «Prinz Charles von Rom».

Anders als das Original hat er aber beste Aussichten, in naher Zukunft den Thron zu besteigen.

andreas.sager@tagblatt.ch

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