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Athleten-Protest holt IOC ein

Auch in Buenos Aires bekommt IOC-Präsident Thomas Bach den Gegenwind vieler Sportler zu spüren. Die Athleten-Verbände fordern bei der IOC-Session mehr Mitspracherecht.
Nikolaj Stobbe/SID
Hat Gegendenwind durch Athletenorganisationen: IOC-Präsident Thomas Bach. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone (Lausanne, 20. Juli 2018))

Hat Gegendenwind durch Athletenorganisationen: IOC-Präsident Thomas Bach. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone (Lausanne, 20. Juli 2018))


Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), lässt in der Regel keine Gelegenheit aus, die Bedeutung der Athleten für die olympische Bewegung zu betonen. Doch bei den Sportlern wird der Frust über Bevormundung und mangelnde Mitbestimmung immer grösser. Rund um die IOC-Session in Buenos Aires wächst der Protest gegen eine vom Dachverband vorbereitete Athletenerklärung.


«Wir trainieren und wollen schneller laufen, schwimmen oder unseren Sport besser machen. Dafür erhalten wir aber keine Rückendeckung, keine Mitsprache», sagte Athletensprecher Petr Koukal von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) dem deutschen Fernsehsender ZDF. «Wir bekommen nur die Entscheidungen mitgeteilt, und das tut weh. Allen», so der Tscheche.


Auch Max Hartung, Vorsitzender der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes, sieht immer mehr IOC-Gegner unter den Sportlern. «Das ist eine Bewegung, den das IOC gerade wahrnimmt und den sie nicht aufhalten kann.»


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gibt sich nach aussen gelassen, obwohl es intern schon mit den Athleten Gespräche geführt hat. «Es gibt einzelne Stimmen von Sportlern, die eine andere Meinung haben. Das ist normal. Aber wir haben eine demokratisch gewählte IOC-Athletenvertretung, die respektieren wir», sagte Bach.


Doch gerade in der Frage um die Wiederaufnahme Russlands in die Wada nach dem Dopingskandal zeigt sich, wie weit die Meinungen zwischen Funktionären und Athleten auseinandergehen. Victoria Aggar von der Athletenkommission der Wada meinte, sie sei «enttäuscht über die Entscheidung der Wada, ihre eigenen Richtlinien zu ändern, um sich Russland zu fügen».


Damit traf Aggar bei führenden Wada- und IOC-Repräsentanten offenbar einen wunden Punkt. Wada-Chef Craig Reedie zeigte in der Russland-Frage kein Verständnis für die Kritik der Athleten. «Die sollten ihren Platz in der Sportwelt kennen, sich richtig mit dem Thema auseinandersetzen und sich dann erst eine Meinung bilden», wetterte er.

Bei der IOC-Session droht ein Eklat


Kirsty Coventry, Vorsitzende der Athletenkommission des IOC und streng auf Bach-Linie, attackierte Sportler, die bei den letzten Winterspielen in Pyeongchang im Februar Protest gegen die Teilnahme Russlands zeigten. «Ich war angewidert, wie mache Sportler die russischen Athleten bei den Olympischen Spielen in Südkorea behandelt haben, es war furchtbar», sagte die Ex-Schwimmerin aus Simbabwe, heute Sportministerin ihres Landes und streng auf Bach-Linie.


Die Gräben sind tief und werden immer tiefer. Bei der IOC-Session in Buenos Aires droht ein Eklat, weil sich die Athletenverbände gegen die Verabschiedung der neuen Erklärung des IOC zu den «Rechten und Pflichten von Athleten» wandten. «Wir sind nicht davon überzeugt, dass die Stimme der Athleten ausreichend gesucht wurde», formulierten die «Rebellen». Zu den Aufsässigen gehören Athletenverbände aus den USA, Kanada, Grossbritannien und Deutschland.


Mittlerweile finden die Athleten auch Sympathisanten im IOC. Richard Pound, dienstältestes IOC-Mitglied, sagte: «In unserer Organisation gibt es diese enorme Machtfülle des Präsidenten, und ich glaube, dass das IOC und die Funktionäre sich zu wenig um die Sportler kümmern, zeitlich und finanziell.»

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