Granit Xhakas Trainer

Arsenal-Wenger verlässt England – um über Zukunft nachzudenken

Arsenal befindet sich in einer Krise. Nach drei Niederlagen in vier Spielen sind sogar die Champions-League-Plätze in Gefahr. Nun soll Wenger ins Ausland geflogen sein, um über seine Zukunft nachzudenken.

Drucken
Teilen
Arsenals Trainer Arsène Wenger hat genug Gründe, um sich Sorgen zu machen.

Arsenals Trainer Arsène Wenger hat genug Gründe, um sich Sorgen zu machen.

Keystone

Der FC Arsenal verlor am Wochenende gegen das Mittelklasse-Team West Bromwich Albion mit 1:3. Damit rutscht Arsenal auf den sechsten Platz der Premier League, punktgleich mit dem siebten Everton. Trainer Arsène Wenger, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, gerät immer weiter unter Beschuss. Der Elsässer soll nun laut dem «EveningStandard» in der Länderspielpause ins Ausland geflogen sein, um über seine Zukunft zu entscheiden.

Der Elsässer ist seit 1996 Cheftrainer bei Arsenal. Für viele, vor allem für junge Fussballfans, ist ein Arsenal ohne Wenger schwer vorstellbar. Der Franzose prägte eine ganze Generation, national sowie international. Sein bisher grösster Erfolg war der Premier-League-Titel 2004. Damals bekam seine Mannschaft den Titel «the Invincibles» (die Unbesiegbaren), weil sie das erste englische Team war (seit Preston North End in der Premierensaison der Football League 1889), die in einer Saison nie als Verlierer vom Platz ging. Seitdem blieben die Erfolge in der Liga allerdings aus.

Wenger vor dem Aus?

Nun steht sein Abgang aus Arsenal vor der Tür. Diese Tür, die bisher immer fest verschlossen war, geht immer weiter auf. Den Rückhalt bei einigen Fans hat Wenger schon vor langer Zeit verloren. Im Spiel gegen West Bromwich Albion bestellten seine Kritiker sogar ein Flugzeug, welches ein Banner mit der Aufschrift «no contract #wenger out» hinter sich zog.

Für den ehemaligen Arsenal-Goalie Jens Lehmann, der 2004 Teil der «Invincibles» war, geht das zu weit. «Ein einzelner Typ hält ein Banner in die Luft. Das ist seine Meinung, alles in Ordnung. Aber ein Flugzeug mieten? Das geht zu weit», sagt er im Interview mit «The Sun».

«Ich bin stolz»

Trotz der Kritik an seinen Leistungen blickt Wenger positiv auf seine Errungenschaften zurück. So sagt er gegenüber dem «Telegraph»: «Wenn du schaust, wo der Klub war, als ich ankam und wo er heute ist, dann bin ich stolz, mit dem was ich hier erreicht habe.» Weiter fügt er an: «Heute leben wir in einer Zeit, in der die Leute hohe Erwartungen stellen und ich kann das verstehen.»

Wengers Titel mit Arsenal

Premier-League-Titel: 3 (1998, 2002, 2004)

FA-Cup: 6 (1998, 2002, 2003, 2005, 2014, 2015)

FA Community Shield: 6 (1998, 1999, 2002, 2004, 2014, 2015)

Champions-League-Finalist: 2006

Wenger, der seit 1996 im Amt ist, will auch weiter mit vollem Einsatz arbeiten. «Ich habe diesen Verein durch schwierige Zeiten geführt. Mit begrenzten Mitteln habe ich es immer geschafft, das Maximum aus der Mannschaft zu holen und ich werde dies auch weiter tun, solange ich beim Arsenal Football Club bin.»

Wenger hat angekündigt, in den nächsten Tagen seine Entscheidung der Öffentlichkeit mitzuteilen. «Ich weiss, was ich tun werde», erklärte er nach dem Spiel gegen West Bromwich Albion, kündigte aber an: «Sie werden es bald wissen. Sehr bald.» Eines bleibt klar: Der Elsässer will weiter Fussball-Trainer bleiben. Wenn nicht bei Arsenal, dann irgendwo sonst. (afi)