Champions League
Arsenal-Coach Wenger nach 1:5 gegen Bayern: «Schiri-Leistung war ein Skandal»

Der FC Arsenal scheidet am Dienstag zum siebten Mal in Folge im Achtelfinal der Champions League aus. Gegen den FC Bayern München verlieren die «Gunners» total mit 2:10. In beiden Spielen mussten die Londoner ohne ihre Lebensversicherung in der Verteidigung auskommen.

Anes Filan
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Steht unter Beschuss: Arsenal-Coach Arsène Wenger.

Steht unter Beschuss: Arsenal-Coach Arsène Wenger.

Keystone

Es läuft die 54. Minute im Achtelfinal-Rückspiel im Emirates Stadium. Arsène Wengers Arsenal führt mit 1:0. Alles scheint mehr oder weniger nach Plan zu laufen. An ein Weiterkommen nach der 1:5-Niederlage im Hinspiel glaubten nur noch die grössten aller Optimisten. Und auch diese wurden dann schnell zu Realisten. Denn als Bayern-Flitzer Ribery Topskorer Robert Lewandowski in den Strafraum schickt, sieht Arsenals Abwehrchef Koscielny keine andere Möglichkeit, als den Stürmer mit illegalen Mitteln zu stoppen.

Schiedsrichter Sidiropoulos zögert keine Sekunde und entscheidet auf Penalty zugunsten der Münchner. Zudem verwarnt er den Franzosen Koscielny. Doch dann meldet sich der Torlinienrichter beim Unparteiischen und dieser korrigiert seine Entscheidung von Gelb auf Rot.

Laurent Koscielny (r.) bringt Robert Lewandowski im Strafraum zu Fall.

Laurent Koscielny (r.) bringt Robert Lewandowski im Strafraum zu Fall.

Keystone

Wie schon im Hinspiel fällt bei Arsenal ein Spieler aus, der die Abwehrkette zusammenhält. Im Hinspiel war es noch eine kleine Verletzung, die Koscielny das Weiterspielen unmöglich machte. Im Rückspiel war es dann sein eigenes Verschulden.

«Skandalöse» Schiedsrichterleistung

Dieser Elfmeter und der daraus resultierende Ausgleichstreffer bricht den Londonern das Genick. Wie schon im Hinspiel gehen die Londoner mit 1:5 unter. Coach Arsène Wenger steht mal wieder in der Kritik. Einen Sündenbock für das Ausscheiden glaubt er allerdings schon in Gestalt des Schiedsrichters Sidiropoulos gefunden zu haben.

Die «Gunners» hatten gegen die Bayern keine Chance.
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Die Enttäuschung ist den Spielern ins Gesicht geschrieben.
Auch der Schweizer Granit Xhaka (l.) konnte nichts gegen die Niederlage unternehmen.
Arturo Vidal glänzte mit seinen zwei Toren.
Problemlos im Viertelfinal der Champions League: Der FC Bayern München.

Die «Gunners» hatten gegen die Bayern keine Chance.

Keystone

Denn nach Ansicht des Elsässers hätte Arsenal in der ersten Hälfte einen Elfmeter bekommen sollen. Bayerns Xabi Alonso habe den Torschützen zum zwischenzeitlichen 1:0, Theo Walcott, zu Fall gebracht.

Die Achtelfinalniederlagen des FC Arsenal seit 2011:

2010/11: FC Arsenal 3:4 FC Barcelona

2011/12: AC Mailand 4:3 FC Arsenal

2012/13: FC Arsenal 3:3(a) FC Bayern München

2013/14: FC Arsenal 1:3 FC Bayern München

2014/15: FC Arsenal 3:3(a) AS Monaco

2015/16: FC Arsenal 1:5 FC Barcelona

2016/17: FC Bayern München 10:2 FC Arsenal

Die brisantere Szene bleibt allerdings der Platzverweis von Laurent Koscielny, denn beim Zuspiel von Ribery steht Robert Lewandowski knapp im Abseits. Die rote Karte gegen Koscielny hätte es also nie geben dürfen.

Arsenal-Fans demonstrieren gegen Wenger

Schon vor dem Achtelfinal-Rückspiel gab bei den Fans von Arsenal genug Gründe, um gegen das Trainer-Urgestein Wenger zu demonstrieren. 2004 gewannen die «Gunners» zum letzten Mal die heimische Liga. Die Erfolge im FA-Cup von 2014 und 2015 scheinen den Fans nicht zu genügen.

Die Anhänger des Londoner Traditionsvereins hielten vor dem Emirates Stadium Banner wie «Wenger out» (Wenger raus), «No new contract» (kein neuer Vertrag) oder «Time for change» (Zeit für Wechsel) hoch.