Arosa sieht die NLB als einzigen Ausweg

Nebst Herisau, Winterthur und Sion interessiert sich auch Arosa für den direkten Einstieg in die zweithöchste Eishockeyliga. Für den Bündner Traditionsverein ist es eine Flucht nach vorne. Denn der sportliche Abstieg aus der 1. Liga lässt sich nicht mehr verhindern. Als Geschäftsführer ist Adrian Fetscherin vorgesehen.

Matthias Hafen
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EISHOCKEY. Was auf den ersten Blick wie ein verfrühter Aprilscherz aussieht, ist ernst. Der EHC Arosa plant seine Zukunft in der NLB. Der neunfache Schweizer Meister und aktuelle 1.-Liga-Club reicht noch vor dem dem Stichtag am 20. März die erforderlichen Dokumente bei der Nationalliga ein. Die Infrastruktur ist mit der renovierten Eishalle Obersee NLB-würdig, dank Arosa Tourismus sowie Hauptsponsor Hotelplan stehen finanzstarke Partner zur Seite, und mit Adrian Fetscherin wurde bereits ein umtriebiger Geschäftsführer gefunden.

Auf der Suche nach Spielern

Clubpräsident Ludwig Waidacher ist denn auch zuversichtlich, 29 Jahre nach dem finanziell bedingten Rückzug aus der NLA das Comeback im nationalen Eishockey zu schaffen. «Wir werden alle gestellten Auflagen erfüllen», sagt er. «Wir sind guten Mutes, dass es uns gelingen wird, die Mittel für das geplante Budget von 1,6 Millionen Franken auftreiben zu können.» Das einzige, was dem Aroser Vorhaben noch fehlt, ist eine kompetitive Mannschaft für die Saison 2015/16. Denn in der 1. Liga ist der sportliche Abstieg des Traditionsvereins bereits besiegelt. Aus dem aktuellen Kader könnte höchstens ein Block in der NLB bestehen. Aus diesem Grund würde sich eine Partnerschaft mit einem NLA-Club eigentlich anbieten. Doch Arosa macht den Schritt nach vorne eigenständig. «Für Partnerschaften sind wir jedoch offen», so Waidacher.

Das NLB-Projekt ist für Arosa eine Flucht nach vorne. Mit dem Abstieg vor Augen sahen die Verantwortlichen praktisch kein anderes Szenario mehr. Denn um in Arosa einen 2.-Liga-Betrieb zu erhalten, sind wegen des abgelegenen Standorts etwa 500 000 Franken nötig. Da erschien es den Clubverantwortlichen einfacher, eine Million Franken zusätzlich aufzutreiben, mit der Aussicht, wieder schweizweit wahrgenommen zu werden.

Fetscherin: «Begeisterung ist da»

In den 1950er-Jahren gehörte Arosa mit den legendären Poltera-Brüdern zum Attraktivsten, was das Schweizer Eishockey zu bieten hatte. Den sieben aufeinanderfolgenden Meistertiteln zwischen 1951 und 1957 folgte Anfang der 1980er-Jahre ein Revival. Im Sog von Guido Lindemann und Reto Dekumbis wurden die Schanfigger 1980 und 1982 erneut Meister. Weil die Geldquellen dann versiegten, stieg Arosa freiwillig ab. «Die Begeisterung für den Club ist aber noch immer da», sagt Adrian Fetscherin, der als Geschäftsführer vorgesehen ist. «Besonders auch im Unterland gehen viele Türen auf, wenn man vom EHC Arosa spricht.» Fetscherin leitete diese Saison die Geschicke des NLB-Clubs Thurgau. Nach dem Playoff-Aus wurde die Zusammenarbeit gegenseitig aufgelöst.

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