ARMBRUST: Drei Medaillen an der Heim-EM

Weltmeister Joel Brüschweiler aus Hefenhofen wird an der Armbrust-Europameisterschaft in Zürich Zweiter der Kombination und mit der Mannschaft sowie stehend Dritter. Nicole Bösch aus Dotnacht durfte sich mit dem Team ebenfalls über die Bronzemedaille freuen.

Urs Huwyler
Merken
Drucken
Teilen
Joel Brüschweiler darf mit seiner Bilanz an der EM zufrieden sein. (Bild: Urs Huwyler)

Joel Brüschweiler darf mit seiner Bilanz an der EM zufrieden sein. (Bild: Urs Huwyler)

ARMBRUST. «Medaillen sind Medaillen», pflegen Sportler jeweils zu sagen, wenn sie auf den sportlichen Wert von Team-Podestplätzen angesprochen werden. Armbrustschütze Joel Brüschweiler (Hefenhofen) differenziert etwas mehr. Von den beiden an der Heim-EM in Zürich gewonnenen silbernen und der einen bronzenen Auszeichnung stellt der mehrfache Weltmeister eine ins Zentrum. «Die Kombination stehend/kniend mit Final über 30 m gilt als Königsdisziplin. Jene Silbermedaille hat sportlich den höchsten Wert.»

Stehend schaffte er es bei der Elite als einziger Schweizer, die internationale Konkurrenz zu fordern. Obwohl der Bewerb nicht optimal verlief und ihn die letzte Passe (91) Gold kostete. Insgesamt fehlte neben der Konstanz auf höchstem Niveau oftmals auch das Wettkampfglück. «Einzelne Schüsse hängten nicht an. Heisst, sie waren hauchdünn keine Zehner, sondern Neuner», erklärt Joel Brüschweiler, der zusammen mit Jonas Hansen (Ettiswil) und Stefan Ebnöther (Gibswil) als Schweiz 2 auf Rang zwei für einen Doppelsieg der Gastgeber sorgte.

WM-Resultate bestätigt

Joel Brüschweiler durfte mit seiner Bilanz zufrieden sein. Bei vier 30-m-Starts dreimal auf dem Podest, er konnte die WM-Resultate (dreimal Gold) aus dem Vorjahr bestätigen, nachdem sich die gleichen Nationen an der EM beteiligten. Nicht nur sportlich fiel der Vergleich mit Ulan-Ude (Russland) zugunsten der WM aus. In Russland spielten die Finanzen keine Rolle, in Zürich musste mit einem Minimum (80 000 Franken) das Maximum herausgeholt werden. «Die Unterschiede waren enorm, die Atmosphäre eine andere.»

An der nach Ende der EM angehängten Schweizer Meisterschaft blieb er ohne Podestplatz und im Ausstich um den Schützenkönig als Elfter unter Wert geschlagen. «Während der letzten Tage», so der zweifache Vize-Europameister, «hatte ich Mühe mit den Augen, erkannte die Konturen der Scheibe nicht mehr gleich scharf. Vielleicht habe ich am Eidgenössischen zu viel geschossen.» Was für Armbrust als Sport spräche. Über zehn Tage in Serie Höchstleistungen abrufen zu können, scheint kaum möglich.

Leistungseinbruch

U23-Weltmeisterin Nicole Bösch (Dotnacht) sicherte sich über 30 m an der Seite von Kniend-Europameisterin Monika Hurschler (Steinhausen), der Freundin von Joel Brüschweiler, und Michael Gerber (Utzenstorf) Bronze. In den Einzel-Wettkämpfen (16./17./13./18.) blieb sie unter den Erwartungen. In ihrer Spezialdisziplin «Kniend» fehlten sechs Punkte für den Finaleinzug.

Mara Schönholzer (Neukirch a. Thur) hatte sich auf Anfrage von Chef Leistungssport Gery Pfister (Wolfertswil) bereit erklärt, an der EM zu starten, obwohl sie kaum trainieren konnte. Dass es zu keinem Exploit reichte (20.), war zu erwarten.