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Federer vor Nadal: Ärger wegen Setzliste in Wimbledon

Obwohl Roger Federer die Weltnummer drei ist, nimmt er in der Setzliste von Wimbledon die zweite Stelle ein – auf Kosten von Rafael Nadal. Das provoziert hitzige Diskussionen.
Simon Häring
Rafael Nadal ist irritiert über die Versetzung. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (London, 26. Juni 2019))

Rafael Nadal ist irritiert über die Versetzung. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (London, 26. Juni 2019))

Zwar beginnt das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres erst am Montag, doch für Polemik ist traditionellerweise schon in der Vorwoche gesorgt. Dann nämlich, wenn die Organisatoren die Setzliste für das Männer-Tableau veröffentlichen, die als Grundlage für die Auslosung vom Freitag dient. Weil die Rasensaison vor Wimbledon nur drei Wochen dauert, wird bei der Erstellung der Setzliste seit 2002 eine mathematische Formel angewendet, welche die Weltrangliste zwar als Basis verwendet, die auf Rasen erzielten Resultate aus den beiden vergangenen Jahren aber stärker gewichtet. Das führt zu Verschiebungen – mit Siegern und Verlierern.

Zu Letzteren zählt der Spanier Rafael Nadal, der nach seinem zwölften French-Open-Sieg die Jahreswertung anführt und in der Weltrangliste Platz zwei belegt. In der Setzliste aber wird er hinter Roger Federer zurückgestuft, weil der Schweizer die 1325 Punkte, die er in der Weltrangliste hinter Nadal liegt, durch die besseren Resultate auf Rasen kompensieren kann. Das hat zur Folge, dass der Spanier bereits im Halbfinal auf den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic treffen könnte. Entsprechend irritiert reagiert er auf die Versetzung: «Es ist jedes Jahr das Gleiche. Ich finde es nicht richtig, dass Wimbledon als einziges Turnier eigene Kriterien anwendet.»

Federer hat in seiner Karriere noch nie sowohl Nadal als auch Djokovic im gleichen Grand-Slam-Turnier besiegen können. Sollte Nadal der oberer Tableau-Hälfte des Serben zugelost werden, würde der Schweizer auf der Jagd nach seinem neunten Wimbledon-Titel erst im Final auf einen seiner Rivalen treffen.

Djokovic ist verwundert

Die Setzliste hat daher eine hitzige Debatte über Sinn und Unsinn der Regelung ausgelöst. Der Australier Darren Cahill, einst Trainer von Andre Agassi und Lleyton Hewitt, sagt: «Diese Regel ist nicht mehr zeitgemäss und sollte mit den Spielern diskutiert werden.» Djokovic führt die Setzliste in Wimbledon an, obschon er kein Turnier auf Rasen bestritt. Auf die Versetzung Nadals angesprochen, sagte er: «Das ist überraschend.» Federer sei der Grösste aller Zeiten und Rekordsieger von Wimbledon, «wenn es einer verdient, dann ist es er», so Djokovic. «Andererseits ist Nadal ja eigentlich die Nummer zwei, weshalb der Entscheid doch etwas erstaunlich ist.» Bei der Setzliste der Frauen wird sich an die Weltrangliste gehalten.

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